Go, Trabbi, go!

Auf Trabbi-Safari durch Sachsen-Anhalt
Text und Fotos: Hilke Maunder
Verdammt,
warum geht der Gang nicht rein? Nicht jeder, der einen Führerschein besitzt, kann problemlos damit fahren:
Wer bei einer Trabbi-Safari am Steuer eines Original P 601 sitzt,
braucht eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl. Und
Mut.
Mit Mühe ließen sich die Beine hinter dem Lenkrad verstauen. Den Choke rein, den Zündschlüssel irgendwo in der Tiefe umgedreht, Gas geben, und schon kann Heike deutlich riechen, was sie heute fährt: einen Original Trabant P 601. „Ich bin schon etwas aus der Übung“, lacht die junge Frau aus Berlin, als sich der Motor der „Rennpappe“ aus Zwickau nach wenigen Sekunden wieder verabschiedet. Doch Hilfe naht umgehend: Ältere Männer, die auf dem Schlossplatz von Wittenberg die kleine Gruppe bei ihren ersten Fahrversuchen im sozialistischen Straßenflitzer neugierig beäugt hatten. „Nicht die Kupplung treten! Dann geht’s.“ Und wirklich. Im Konvoi rollen die Fahrzeuge vom sicheren Terrain auf die viel befahrene Bundesstraße. 26 Pferdestärken, eingepfercht zwischen Turbo-Golf und Truck. Kleine Schweißperlen leuchten auf Heikes Stirn.
Die „Rennpappe“ aus Zwickau

Unterwegs auf einer Trabbi-Safari durch Sachsen-Anhalt: Limousinen, Kombis und Cabrios bilden die Flotte, größtenteils noch in den Originalfarben lackiert: delfin-blau, gletscherblau, knallgelb und grau, pardon, papyrus-weiß. Unter einer Karosserie aus gepresster und lackierter Pappe brummt der Motor wie ein Rasenmäher. Ein unvergesslicher Geruch aus Öl und Benzin begleitet jeden gefahrenen Kilometer. Maximal dreißig Fahrzeuge kommen mit auf Tour. Wer den Anschluss verliert, findet im Handschuhfach ein Roadbook mit Fragen und Infos zur Strecke.
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