Die graue Weite des Wattenmeeres
Text und Fotos: Judith Weibrecht

Ich schniefe. „Herrgott, ist es kalt auf Sylt“, denkt Judith Weibrecht, hat aber die Prophylaxe gegen drohende Schnupfattacken schon parat: eine Tasse Pharisäer.
Spezialitäten im Winter
Ich versenke die Nase in die Tasse dampfenden Kaffees mit Brandy, im nordischen Volksmund „Pharisäer“ genannt. Fein, auch die Sylter Wellen, die aus heißem Rotwein, Gewürzen und einem Schuss Branntwein bestehen. Köstlich! Außerdem seien da noch die Strandsaunas, erzählt der Wirt, doch kann ich ihn als Fränkin erst verstehen, als er seine Ausführungen in Hochdeutsch erläutert. Im Winter, so meint er, würden die Syltringer Spezialitäten doch erst richtig schmecken, die könne man ja im Sommer gar nicht genießen. Recht hat er, der Schnupfen hatte keine Chance und dieser piekende Halsschmerz ist auch schon Historie.
Insel für Individualisten und Wetterbeständige

Sylt im Winter – das ist eine Insel für Individualisten und Entdecker, für Unerschrockene und jedem Wetter Trotzende. Neuerdings wird hier sogar der Skisport gepflegt: Langlaufen am verschneiten Wattenmeer entlang. Ein Traum, wenngleich ein bisschen exotisch.
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