Buchtipps
Franz-Norbert Piontek: 25 Geschichten Baden-Württemberg, 111 Seiten, zahlreiche farbige Abb., Sindelfingen 2012, ISBN 978-3-00-033125-1, Preis 9,80 Euro
Nach Heidelberg entführt der Autor den Leser ebenso wie zur Heiligblut-Wallfahrt nach Weingarten. In kurzen spannenden Geschichten bringt Piontek dem Leser ein Bundesland näher, das mit dem Slogan „Wir können alles …, außer Hochdeutsch“ einst für ungeteilte Aufmerksamkeit sorgte. Doch was wissen wir denn eigentlich vom Ländle? Dass William Turner, der malerisch seiner Zeit weit voraus war, am Neckar ein Farbenparadies malte, dass der Freund Friedrich des Großen, der Philosoph Voltaire, vor seinem Tode noch einmal Schwetzingen besuchen wollte oder das jede Woche 2000 rosa Ferkel auf dem Ferkelmarkt in Niederstetten einen neuen Besitzer finden, ja das sind „Geschichten“ aus dem Ländle, die eher unbekannt sind. Was es mit Katis verlorenem Schuh in Hohenlohe auf sich hat und dass man in Bad Wimpfen Mark Twain aufspüren kann und wo sich Deutschlands größtes Barockschloss findet, verrät uns der Autor in weiteren unterhaltsam geschriebenen Beiträgen. Ein Stuttgart-Besuch ohne einen Gang über die Stäffele, die Treppenstraßen, ist für Piontek ebenso undenkbar wie ein Besuch von Holzmaden, ohne selbst mit Hammer und Meißel auf Fossilienfund zu gehen – ein Vergnügen auch für die von Dinos begeisterten Kids! Auf Wüstenschiffen durch die Gegend zu reiten, welch Überraschung, ist in Ebhausen-Rottfelden möglich. Wo sich der erste, in Deutschland eröffnete Kamelhof befindet. Schließlich gehört auch der Narrensprung in Rottweil zu Baden-Württemberg – und diesen enthält uns Piontek selbstverständlich nicht vor. Na dann, auf ins Ländle. © fdp
Franz-Norbert Piontek: Den oberen Neckar neu entdeckt, P Paperback, 64 Seiten, Format 14,8 x 21 cm, vierfarbig, viele Fotos, Sindelfingen 2010, ISBN 978-3-00-031248-9, Preis 7,80 €
Der Autor nimmt seine Leser nicht auf eine „Neckar-Reise“ mit, die ein gängiger Reiseführer anbietet, sondern eher auf eine Reise ins „Abseitige“ links und rechts des Flusses. Wer hat schon jemals die Neckarquelle im Stadtpark von Villingen-Schwenningen besucht und ist dabei auch auf ein Kunstwerk für den „wilden Gesellen“ gestoßen? Wohl wenige! Der Leser begegnet dem Indianerfreund Walter Hirt aus Deißlingen, der schon mal ein Pow Wow in seinem Garten veranstaltete, und „verirrt“ sich in eine private Kunstschule im Hofgut Hohenstein. Absolute Stille und Einkehr, so der Autor, bietet die Ruine Herrenzimmern in Bösingen. Wer auf dem Neckar-Baar-Jakobsweg unterwegs ist, der wird sie entdecken und zugleich einem Baudenkmal der Romanik gegenüberstehen. Wie in Oberndorf aus einem Kloster eine Waffenschmiede und danach ein Rathaus wurden, davon weiß Franz-Norbert Piontek auch zu erzählen. Kunstliebhaber nimmt der Autor mit nach Schloss Glatt in Sulz, wo in einer im Westflügel untergebrachten Galerie unter anderem von dem bekannten süddeutschen Künstler HAP Grieshaber sehenswerte Arbeiten ausgestellt sind. Dem Neckarlauf folgend, entdeckt der Leser auch den Ort, wo Goldbälle ins Wasser plumpsen, und gelangt schließlich in die Universitätsstadt Tübingen, wo Stocherkahnkapitäne auf dem Wasser des Neckars unterwegs sind. Flott geschrieben ist das vorliegende Bändchen, allerdings ist die Aufmachung sehr gewöhnungsbedürftig: Der Fließtext ist auf grellgelbem Hintergrund gesetzt. fdp@saw