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Reiseführer Rostock

Neuer Markt

Rostock - Neuer Markt mit Wochenmarktständen und Ostermarkt

Neuer Markt mit Giebelhäusern und Marienkirche

Nach der ersten Stadtsiedlung auf dem Gebiet des heutigen Rostock im Übergang vom 11. in das 12. Jahrhundert und einem Aufschwung des Handels und des Handwerks in diesem ersten Stadtgebiet, der Altstadt, um die Kirchen St. Petri und St. Nikolai herum, entwickelte sich eine zweite städtische Siedlung, die Mittelstadt. Diese ebenfalls selbstständige Stadtsiedlung hatte bereits 1232 einen eigenen Markt, Rathaus und die Marienkirche. Nachdem 1252 mit der Neustadt ein weiterer Stadtbereich entstand, wurden zwischen 1262 und 1265 schließlich alle drei Bereiche zu einer Stadt unter einer Verwaltung zusammengefasst. Sitz der Verwaltung wurde der Markt der Mittelstadt, der Neue Markt.

Rostock - Rathaus

Links im Bild ein Teil des Rathauses

Vor allem Kaufleute bestimmten die Geschicke der Stadt, aber nur die Wohlhabensten konnten sich ein Giebelhaus direkt am Neuen Markt leisten und diejenigen, die es geschafft hatten hier ansässig zu werden, versuchten ihrem Wohlstand und ihrer Macht durch eine Architektur ihrer Häuser, die sich von denen anderer unterschied, Ausdruck zu verleihen. Das zeigen die Giebelhäuser an der dem Rathaus gegenüber liegenden Westseite des Platzes noch ansatzweise, obwohl die die Fassade deutlich jüngeren Datums sind, als die Häuser selbst. Das vergleichsweise breite weiße Haus mit der Hausnummer 12 mit seiner Fassade im klassizistischem Stil von 1874, ist im Kern ebenso mittelalterlich wie das benachbarte Haus der seit 1789 hier ansässigen Ratsapotheke mit seinem spätbarocken Äußeren und das darauf folgende Eckhaus.

Rostock - Neuer Markt - Haus Nr. 12 und Ratsapotheke

Haus Nr. 12 und die Ratsapotheke

Bereits im Jahre 1600 erhielt das Haus mit der Nummer 16 seine Renaissancefassade mit Volutengiebel - mit einem Löwen auf dessen Spitze - und hat damit den ältesten Giebel der Häuserreihe. Auch dieses Gebäude ist im Kern mittelalterlich und mit einer geschätzen Bauzeit um 1280 nur unwesentlich jünger als das gegenüberliegende Rathaus. Nachdem es während des Vier-Nächte-Bombardement der britischen Luftwaffe Ende April 1942 schwer beschädigt worden war, wurde es erst 1965 wieder vollständig instandgesetzt. Bekannt ist es in der Hansestadt seit 1936 als „Burwitz“ und beherbergt auch heute eine Gastwirtschaft dieses Namens. Nur wenige Schritte vor dem Haus findet sich im Straßenpflaster ein unauffälliger roter Stein mit einem eingemeißelten Kreuz. Vielerorts wurden die sogenannten Kreuzsteine als Rechtsdenkmale an Stellen errichtet oder in den Boden eingelassen, an denen Menschen durch Unfälle oder durch die Hand anderer umkamen. Hier wurde ein frisch vermähltes Paar auf dem Weg von der benachbarten Kirche St. Marien von einem Verschmähten dahingerafft.

Rostock - Ecke Kröpeliner Straße und Neuer Markt

Südseite des Neuen Marktes

Auffallend ist, dass eine Seite des Platzes offen ist. Alle Häuser an der Nordseite des Platzes wurden bei besagtem Bombardement 1942 dem Erdboden gleich gemacht und man beschloss, hier keine neuen zu errichten. Anders auf der gegenüber liegenden Seite, wo drei Häuser den Angriff aus der Luft überstanden. Hier wurde die Zeile 1950 durch einen Neubau geschlossen, der sich mit seinen Giebeln und Arkaden gut in das Gesamtbild des Neuen Marktes eingliedert.

Rostock - Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmarkt in Rostock © Marc Poels

Damals wie heute findet auf dem Platz reges Markttreiben statt, von Montag bis Samstag bieten Händler auf dem Wochenmarkt neben dem Möwenbrunnen von Waldemar Otto ihre Waren an. Um Ostern und in der Vorweihnachtszeit müssen sie sich den Platz mit Schaustellern und ihren Karussells teilen, wenn von der Kröpeliner Straße bis zum Neuen Markt die Buden und Stände des Ostermarktes bzw. Weihnachtsmarktes die Menschen mehr als sonst in die Innenstadt locken.

 

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