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Kröpeliner Tor

Das Kröpeliner Tor ist zweifellos das eindrucksvollste der vier noch erhaltenen von den ehemals 22 Stadttoren. Weithin sichtbar ragt der Backsteinbau 54 Meter in die Höhe und markiert heute das westliche Ende der Kröpeliner Straße, die verkehrsfreie Einkauftsmeile in der Rostocker Innenstadt. Früher führte die für Rostock wichtige Handelsroute nach Lübeck und Wismar durch das Stadttor. Ursprünglich umfasste der quadratische vermutlich um 1270 im gotischen Stil errichtete und 1280 erstmals in Dokumenten erwähnte Turm zunächst nur zwei Geschosse mit einem Abschluss durch ein doppeltes deutsches Band, einen Zahnfries aus übereckstehenden Backsteinen. Die Erweiterung des Baus um weitere fünf Geschosse mit einem Staffelgiebel mit vier Blendbögen und einem Dachreiter (Türmchen) als Abschluss auf die heute Höhe erfolgte erst im Jahre 1400. Wo der Aufbau ansetzte lässt sich anhand der unterschiedlichen Färbung der verwendeten Steine erkennen.

Rostock - Kröpeliner Tor

Kröpeliner Tor

Der Grund für den Ausbau des wichtigen Bauwerks liegt in der Bedeutung der Hanse, der Vereinigungen niederdeutscher Kaufleute, die zwischen der Mitte des 12. Jahrhunderts und Mitte des 17. Jahrhunderts erfolgreich Handel vor allem über See und mit dem Ausland betrieben, für die Hafenstadt Rostock. Nachdem die Rostocker 1323 von den Dänen das Fischerdorf Warnemünde, an der Mündung des Flusses, der durch ihre Stadt fließt, gekauft hatten, erhielten sie zwei Jahre später das Münzrecht, das ihnen erlaubte eigene Münzen zu prägen, und erwarben schließlich 1358 die volle Gerichtsbarkeit. Der dadurch erworbene Status machte Rostock zu einem der wichtigsten Mitglieder der Hanse und in deren Verbund die Stadt als eine der letzten neun bis zum Ende der Hanse 1669 blieb. Der Ausbau des Kröpeliner Tores war Ausdruck der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung Rostocks als Stadt der Hanse, der östlichsten übrigens.

Rostock - alte Stadtmauer am Kröpeliner Tor

Alte Stadtmauer am Kröpeliner Tor

Wurde die Stadt in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt, bot der Turm die Möglichkeit in 7 Metern Höhe einen hölzernen Wehrgang zu montieren. Damals hatte das Tor natürlich noch eine Anbindung an die Stadtmauer, die allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg, den das Tor nahezu unbeschadet überstand, aufgrund von Verkehrsplanungen abgebaut wurde. Dennoch ist neben der Öffnung für die Kröpeliner Straße weiterhin die alte Stadtmauer vorhanden und man kann auch bis zum Kloster zum Heiligen Kreuz an ihr entlang gehen.

Rostock - Skulptur „Sieben stolze Schwestern küsst das eine Meer“

Skulptur „Sieben stolze Schwestern küsst das eine Meer“ von dem Künstler Reinhard Dietrich von 1970, im Hintergrund das Tor

Fuhr bis 1960 noch die Straßenbahn durch das Tor, wurde der Bau von 1966 bis 69 restauriert und die Räume für das Museum für Stadtgeschichte umgebaut. Nach der Schließung des Museums 2004, beherbergen die Räume heute die Geschichtswerkstatt Rostock e. V..

 

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