
"Warum gibt es Türme in
Ostfriesland?"
Text und Fotos: Beate Schümann
"Warum gibt es Türme in Ostfriesland?" Beate Schümann bricht eine Lanze für die Bewohner Ostfrieslands, die weder doof noch zugeknöpft sind und schaut dem Land hinter´m Deich ein bisschen auf den Lokalkolorit.
"Ostfriesenwitze?
Sind total out", brummelt ein junger Rappertyp mit verkehrt
herum aufgesetzter Schirmmütze und leicht gereiztem Unterton
in der Stimme. Ostfriesen haben sonst für Späße
viel übrig, aber der hier ist zum Scherzen nicht aufgelegt.
Er weist auf den Elefantenkopf, der in Originalgröße
und gebührender Höhe die Fassade eines Eckhauses durchbricht.
"Hier ist Otto zu Hause!" sagt er trotzig und trollt sich.
Wer vor dem "Dat Otto Huus" am Emder Marktplatz nach einem
dieser abgedroschenen Kalauer fragt, outet sich sofort als Ignorant.
Der Souvenirshop mit Ottifanten in allen Größen und auf
allen nur denkbaren Artikeln ist eine Art Pilgerstätte - nicht
nur für ostfriesische Fans.

"Dat Otto
Huus" am Emder Marktplatz
Otto Waalkes, der Spaßvogel mit dem schütteren Blondhaar und Erfinder der lustigen Dickhäuter, hat Ostfriesland berühmt und dem Ostfriesenwitz den Garaus gemacht. Er hat jene bestimmte Art Lokalkolorit, die andernorts schwer verständlich zu sein scheint, von der Küstengegend Niedersachsens ins weitere Umland getragen. Otto find´ ich gut, geben die Ostfriesen hin und wieder zu.
Ostfriesland ist eine Welt für sich, ein nur 3.143 Quadratkilometer kleines, unauffälliges Universum. Naturerlebnisse gibt es im Überfluss, nur keine Arbeitsplätze. Die landschaftlichen Höhepunkte sind von der stillen Art, weshalb sie leicht vergessen oder auch andernorts gesucht werden.

Die Küstenbewohner selbst fühlen sich wie auf einer abgeschiedenen Insel. Wenn einer mal die Regionsgrenzen verlässt, sagt er, er fahre nach Deutschland!
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