
Mitten in Hamburg: Die Insel Neuwerk
Text und Fotos: Elke Sturmhoebel
Die langen Mähnen wippen im Trab. Zügig ziehen die kräftigen Hannoveraner den gelben Wattwagen über den trockenen Meeresboden. Manchmal sind auf dem zehn Kilometer langen Weg nach Neuwerk Priele zu überwinden und dann stehen die beiden Pferde bis zum Bauch im Wasser. Der Tag neigt sich dem Ende zu und das Finale kann sich sehen lassen. Eine glutrote Sonne versinkt hinter Neuwerk und ihre letzten Strahlen spiegeln sich im Watt. Dazu im Takt blinkt das rote Leuchtfeuer auf der Insel.

Kisten mit Lebensmitteln hat Kutscher Thomas Fischer in Sahlenburg auf den hochrädrigen Wattwagen gehievt, und an Bord ist auch ein Ehepaar aus einem Hamburger Vorort. Seit 30 Jahren beziehen sie jedes Wochenende im Sommerhalbjahr ihren Wohnwagen auf Neuwerk und sind immer noch am schwärmen. Nirgendwo sei es so erholsam wie dort, wenngleich es früher, als Neuwerk noch nicht zum Nationalpark gehörte, besser war. Den Urlaubern werden inzwischen Vorschriften gemacht. „Man darf nicht mehr laufen, wo man möchte“, beklagen die Dauercamper.

Blick auf Neuwerk mit seinem charakteristischen
Turm
'Eine Insel in Hamburgs Mitte'
Anstatt eines Tiefseehafens zwischen Elbe- und Wesermündung, errichtete der Senat im April 1990 den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer und schloss damit die Kette der geschützten Gebiete an der Nordseeküste. Mit nur 11 700 Hektar ist er der Däumling der drei Wattenmeer-Nationalparke und schließt die Düneninsel Scharhörn, die künstlich aufgespülte Insel Nigehörn und das 3 km² winzige Neuwerk ein.
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