Ausstellungsorte in München: Deutsches Museum / Alpines Museum / Lenbachhaus / Villa Stuck / Pinakothek der Moderne / Alpines Museum / Kunstbau / Alte Pinakothek / Stadtmuseum / Architekturmuseum / Haus der Kunst / Neue Pinakothek / Archäologische Staatssammlung / Museum Mensch und Natur / Museum Brandhorst
München
Villa Stuck
• Franz von Stuck: Die Künstlerfamilie
Ausstellungen 2012
Ausstellungen 2012
Mark Morrisroe
bis 28. Mai 2012
Zum ersten Mal in Deutschland präsentiert die Villa Stuck eine grosse Übersichtsschau des amerikanischen Fotokünstlers Mark Morrisroe. Sein aussergewöhnlich vielseitiges Werk wurde in Europa bisher äußerst selten präsentiert. Bekannt durch Gruppen- und Themenausstellungen ist Morrisroe bislang vor allem in Zusammenhang mit seinen Bostoner Kollegen Nan Goldin und David Armstrong. Die Ausstellung «Mark Morrisroe» entstand in Zusammenarbeit mit dem Nachlass Mark Morrisroe (Sammlung Ringier) im Fotomuseum Winterthur. Kuratoren sind Beatrix Ruf (Direktorin Kunsthalle Zürich/Künstlerische Leiterin Sammlung Ringier) und Thomas Seelig (Fotomuseum Winterthur). Die Werke in der Ausstellung stammen zum großen Teil aus dem Nachlass Mark Morrisroe (Sammlung Ringier) im Fotomuseum Winterthur. Mark Morrisroe war im Boston der frühen 1980er Jahre eine charismatische Figur, erschien er doch mit seinen Künstlerfreunden aus Studienzeiten oft gemeinsam in Drag und performte mit Stephen Tashjian, alias Tabboo!, unter dem Pseudonym "Clam Twins" in den Bars und Clubs der Stadt. Auch als Künstler und Fotograf war er faszinierender Mittelpunkt einer lebendigen Bostoner Punk- und Kunstszene, deren wichtigste Protagonisten weit über die Stadt hinaus bekannt waren. Wie Nan Goldin und David Armstrong vor ihm, zog Mark Morrisroe Mitte der 1980er Jahre nach New York, um dort sein Glück zu suchen. Bereits im Juli 1989 starb er, viel zu früh, mit nur 30 Jahren an den Folgen von Aids.
Terunobu Fujimori. Architekt, Architekturhistoriker
Werkschau 1986–2012
21. Juni 2012 bis 16. September 2012
Das Museum Villa Stuck präsentiert die erste umfassende Ausstellung zum Werk Terunobu Fujimoris in Deutschland. Höhepunkt der Schau wird eine für den Garten der Villa Stuck entwickelte architektonische Struktur sein, die den Sommer über für die BesucherInnen des Museums zugänglich ist. Das für Fujimori in seiner »intimen Bauweise « typische Teehaus eröffnet einen geschützten Raum wie einst die Villa des Künstlerfürsten, wenn auch ganz anderer Art. Die Ausstellung veranschaulicht mittels Modellen, Zeichnungen, Architekturplänen und Fotografien das Schaffen Fujimoris, der bisweilen als weltweit einziger surreale Architekt bezeichnet wird. Fotografien des Kollektivs Roadway Observation Society (ROJO) komplettieren diese Werkschau.
Andrei Molodkin
21. Juni 2012 bis 16. September 2012
Der in Paris lebende Künstler Andrei Molodkin sorgte mit seinen Arbeiten auf der Biennale in Venedig 2009 für Aufsehen. Molodkin, 1966 in Boui, Russland, geboren, reflektiert gesellschaftspolitische Themen wie auch kulturhistorische Kontexte in seinen Installationen, deren wesentliche Bestandteile Acryltuben, gefüllt mit Rohöl, und Neonröhren sind. Die daraus entstehenden Installationen nehmen teils Bezug auf Arbeiten der russischen Konstruktivisten des frühen 20. Jahrhunderts, auf der anderen Seite bilden sie architektonische Strukturen, die der Besucher betreten und durch den Hell-Dunkel-Kontrast von Öl und Licht physisch erleben kann. Molodkin studierte am Stroganov Art Institute, Moskau. Seine ersten Arbeiten, Kugelschreiber-Zeichnungen, entstanden während seines Armeedienstes in Russland. Diese teils großformatigen Zeichnungen setzen sich kritisch mit Ikonen einer neuen globalen Weltordnung auseinander. Religiöse Motive und politische Slogans, so das seit dem letzten US-Wahlkampf international bekannte Obama-Motto »Yes, we can« setzt Molodkin um in seinen Installationen, für die der Künstler neben Neonröhren und Rohöl auch immer wieder Blut als Füllmaterial einsetzt.
• Franz von Stuck: Die Künstlerfamilie
Klassizistisch mutet die Villa Stuck an, betrachtet man den prächtigen Bau. Und bisweilen muss man an die Villen des Andrea Palladio und auch an die des Malerfürsten von Lenbach am Königsplatz denken, steht man vor dem schlicht wirkenden Bauwerk, dessen Atelierräume nun restauriert im neuen Glanz erstrahlen. Doch wer Räume im beschwingten Art nouveau erwartet, wird angesichts der eher dunklen Räume enttäuscht sein. Auch die glitzernden Goldmosaiksteinchen, die einen Teil der Wände bedecken, geben den Räumen keinen wirklichen Glanz. In Blutrot bzw. Brombeerrot getauchte Wandanstriche, dunkle Kassettendecken, weißgeäderter schwarzer Marmor und ein dunkler Fußboden mit dunkelroten und schwarzen Quadraten tragen zu einer eher melancholisch anmutenden Ausstrahlung der von Stuckschen Atelierräume bei. Spiegel zur Raumvergrößerung verändern die Grundstimmung nicht, die den Besucher empfängt. Auch der florale Stuck in einem der Durchgangsbögen ist nicht wirklich Anleihe beim »neuen Stil«, sondern eher einem überbordenden Eklektizismus geschuldet, den man auf Schritt und Tritt zu entdecken meint. Wie bedeutsam die Antike für von Stuck gewesen sein muss, unterstreicht die Darstellung des Orpheus, dem die Tiere lauschen, ob Löwe, Kamel, Adler oder Elefant.
In diesem Ambiente sind nun einige Arbeiten von Franz von Stuck zu sehen, den man mit Fug und Recht dem Symbolismus zurechnen kann. Seine Gemälde sind häufig von schweren Rahmen umgeben, die das eigentliche Bildwerk erdrücken. Bedeutungsschwanger ist das Gemälde »Der Abendstern«. Zartrosa scheint das Licht über den Baumwipfeln, ein Flüsschen schlängelt sich malerisch durch die Landschaft, innig ist die Umarmung eines Paars. Unbekannt ist die Dame, die von Stuck in Seitenansicht in Pastell und Bleistift porträtierte. Die griechische Antike scheint es dem Malerfürsten wohl angetan zu haben, bedenkt man, wie häufig er Faun in seinen Gemälden dargestellt hat, so in »Blasender Faun« (1914) oder »Der alte Faun« (um 1910/1913), in dessen Gesellschaft sich zwei kleine Faunen befinden. Nicht zum Aushalten ist die Tonfolge, die ein kleiner Faun mit seiner Flöte erzeugt. Denn nur so ist das Gemälde »Dissonanz« (1910) zu verstehen, in dem sich ein zotteliger Faun mit schmerzverzerrtem Gesicht die Ohren zuhält.
Im Obergeschoss mit seiner teilweise vergoldeten Kassettendecke und den Gobelins an den Wänden sind weitere Arbeiten von Franz von Stuck zu sehen, darunter das Doppelporträt, das den Maler und seine geliebte Gattin, Mary von Stuck sowie Porträts der Tochter des Paares zeigt. Ins Blickfeld gerät auch der so genannte Altar der Sünde mit dem Skandalbild »Sünde«, das von Goldmosaiken eingerahmt wird. (c) fdp
Museum
Villa Stuck
Prinzregentenstr. 60
81675 München
villastuck@muenchen.de
Öffnungszeiten
Di. - So. 11 - 18 Uhr