DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Ausstellungsorte in München:Pinakothek der Moderne / Alte Pinakothek / Stadtmuseum / Jüdisches Museum / Neue Pinakothek / Museum Brandhorst / Sammlung Goetz / Reich der Kristalle / Paläontolog. Museum / Lenbachhaus / Museum für Völkerkunde / Ägyptisches Museum

München
Pinakothek der Moderne

Ausstellungen

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ARCHITECTURE FOR THE PEOPLE FRANCIS DIEBEDO KÉRÉ
17.11. – 26.02.2017

Der in Burkina Faso geborene und in Berlin lebende Architekt Francis Kéré gehört zu den wichtigsten Vertretern einer sozial engagierte n Architektur, die in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit erhält. Er arbeitet mit lokal verfügbaren Materialien, nutzt die Mitarbeit der späteren Nutzer für den Planungs - und Konstruktionsprozess und legt großen Wert auf ökologische und soziale Ver träglichkeit seiner Entwürfe. Schon mit der Grundschule in seinem Heimatdorf Gando gewann Kéré 2004 den international bedeutenden Aga Khan Award und es folgten zahlreiche weitere Bauten und Preise. Große Bekanntheit in Deutschland erhielt er durch die Zusa mmenarbeit mit dem Regisseur Christoph Schlingensief für das Projekt eines Operndorfes in Burkina Faso und im internationalen Kontext nun auch mit dem Mama Sarah Obama Legacy Campus in Kogelo, Kenia. Doch sein Werk reicht inzwischen längst über Afrika hina us. Kéré erhält gerade in der jüngsten Zeit vermehrt Aufträge in Europa, in Deutschland gewann er in Münster und Mannheim städtebauliche Wettbewerbe. Das Architekturmuseum der TU München wird die erste monographische Präsentation seines bisherigen Werkes z eigen und damit einen der sicher wichtigsten Architekten der Gegenwart umfassend würdigen.

Der Stifter, der Anstifter war, weil er wusste, dass die Kunst für alle ist. Die Schenkung der Art Mentor Foundation Lucerne
10.11.2016 – 12.2.2017

Bereits jetzt ist eine Auswahl der geschenkten Werke an die Sammlung Moderne Kunst im 1. Obergeschoss im Rundgang zu sehen. Die Art Mentor Foundation Lucerne hat den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Staatlichen Graphischen Sammlung München eine Schenkung von insgesamt 58 hochkarätigen Werken aus der Zeit des 18. bis 20. Jahrhunderts vermacht. Darunter befinden sich Arbeiten so renommierter Künstler wie Jacques Louis David, Eugène Delacroix, Honoré Daumier, Piet Mondrian, Josef Albers, Giorgio Morandi, Joseph Beuys, Cy Twombly, Georg Baselitz, Antonia Saura, Richard Tuttle oder Fred Sandback. Es handelt sich um die ehemalige, über Jahrzehnte aufgebaute Privatsammlung von Christof und Ursula Engelhorn, die das Ehepaar in die Art Mentor Foundation Lucerne eingebracht hatte. Darüber hinaus hat die Art Mentor Foundation Lucerne den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen den Ankauf eines Hauptwerks des amerikanischen Künstlers Dan Flavin ermöglicht: "untitled (to you, Heiner, with admiration and affection" (1974). Diese gewichtige Erwerbung rundet das lebenslange Engagement des Paares für die staatlichen Kunstsammlungen in München ab und bildet einen weiteren Meilenstein in der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, für dessen Ausbau sich Christof und Ursula Engelhorn auch nach ihrem Umzug von München nach Luzern eingesetzt hatten. Christof und Ursula Engelhorn waren von 1967 bis 2003 ebenso großzügige wie einflussreiche und weitsichtige Förderer des Galerie-Vereins München e.V. (heute: PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.) und damit der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Staatlichen Graphischen Sammlung München. Die öffentliche Kunstlandschaft Münchens hätte ohne das Wirken von Christof und Ursula Engelhorn heute ein anderes, ein weniger zeitgenössisches Gesicht. Als Vorstandsmitglied des Galerie-Vereins ermöglichte Christof Engelhorn 1967 vollumfänglich die Erwerbung von Francis Bacons Triptychon "Kreuzigung", ein Monument der Tortur und des Leidens, das die Verbrechen des Nationalsozialismus ins Bewusstsein bringt, und von Christof Engelhorn bewusst für die ehemalige "Hauptstadt der Bewegung" erworben wurde. 1980 unterstützte er den Ankauf einer in der Öffentlichkeit vehement umstrittenen Arbeit von Joseph Beuys, der Aufsehen erregenden Installation "zeige deine Wunde", für die Städtische Galerie im Lenbachhaus. 1983 engagierte er sich erneut für die Rezeption des Künstlers, indem er dessen epochales Werk "Das Ende des XX. Jahrhunderts" über den Galerie-Verein für die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen erwarb. Der Raum, in dem die Installation in der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne eingerichtet ist, wurde 2011 den Stiftern gewidmet. Christof und Ursula Engelhorn sammelten für sich privat parallel zu den Erwerbungen für die öffentlichen Häuser, so dass sich nun im Bereich der Kunst des 20. Jahrhunderts die Schenkung und die öffentlichen Sammlungen ideal zusammenfügen. Werke von Piet Mondrian, Oskar Schlemmer, Blinky Palermo, Sigmar Polke, Claes Oldenburg und Cy Twombly ergänzen die Bestände des 20. Jahrhunderts um herausragende Einzelwerke. Das Konvolut mit Arbeiten von Jacques Louis David, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Théodore Géricault, Eugène Delacroix, Honoré Daumier, Georges Seurat und James Ensor war hingegen in der Staatlichen Graphischen Sammlung München bis heute ein Desiderat geblieben. Es ist dies einer der bedeutendsten Zugänge an älterer Kunst seit Jahrzehnten.

ALBERT RENGER - PATZSCH. RUHRGEBIET - LANDSCHAFTEN
16.12.2016 - ca. Ende April 2017

In den Jahren 1927 - 1935 nahm Albert Renger - Patzsch, einer der wichtigsten Fotografen der neuen Sachlichkeit, eine umfassende fotografische Serie von Stadtrand - und Haldenlandschaften, Landstraßen, Hinterhöfen und Vorstadthäusern, Schrebergärten und Zechenanlagen im Ruhrgebiet auf. Die ents tandene Werkgruppe stellt Renger - Patzschs einzige nicht auftragsgebundene Arbeit dar. Mit ihrer zurückhaltenden Emotionalität und kompositionellen Klarheit markieren die Aufnahmen eine signifikante Position im künstlerischen Genre Landschaft, wie sie beisp ielsweise in der zeitgleichen Malerei eher selten zu finden ist. Rund 80 Jahre nach ihrer Entstehung sind Albert Renger - Patzschs Ruhrgebietsfotografien aktueller denn je; sie geben einen visuellen Kommentar zur heutigen Diskussion um Urbanität, Zersiedlung und Umnutzung von Folgelandschaften. Erstmals wird die Werkgruppe der Ruhrgebietslandschaften aus der Stiftung Ann und Jürgen Wilde mit über 100 Fotografien umfassend der Öffentlichkeit präsentiert.

Mit RESET präsentiert die Sammlung Moderne Kunst einen Neustart der Positionen Ihrer Sammlungen: Neuerwerbungen aber auch bekannte sowie selten gezeigte Werke stehen sich in einem spannungsreichen ungewöhnlichen Dialog gegenüber. Ausgangspunkt sind die europäischen Avantgarden der 1910er und 20er Jahre: Expressionismus, Bauhaus, Neue Sachlichkeit und Surrealismus. Zeitliche und geographische Grenzen überschreitend werden Max Beckmann, Francis Bacon, Anselm Kiefer, Arnulf Rainer und Georg Baselitz zu neuen Nachbarn, Hans Hoffmann, Franz Kline und Jasper Johns treffen auf Palermo, Cy Twombly auf Wolfgang Laib, Willem de Kooning und Andy Warhol. Deutsche und amerikanische Fotografie begegnen sich in den »Outskirts« (Saal 28) und erzählen von ihren wechselseitigen Einflüssen. Meilenstein und Zentrum des Rundgangs bleibt weiterhin Joseph Beuys. Sein »Ende des 20. Jahrhunderts« korrespondiert über die Rotunde hinweg mit Rauminstallationen von Donald Judd und Dan Flavin, aber auch mit zeitgenössischen Environments von Pipilotti Rist oder Thomas Hirschhorn. Bedeutende Neuzugänge der Klassischen Moderne bilden den Ausgangspunkt für einen neuen Sammlungsrundgang und veränderte Akzente in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Ferdinand Hodlers »Jenenser Student« und Edvard Munchs »Frau im roten Kleid« markieren im expressionistischen Umfeld der Pinakothek der Moderne einen neuen Auftakt des Jahrhunderts. Erstmals ist den traumatischen Erfahrungen von »Apokalypse und Erstem Weltkrieg« ein eigener Raum gewidmet, der durch den »roten Christus« von Lovis Corinth sowie den »toten Christus« von Wilhelm Gerstel auch zwei expressionistische Werke in christlicher Passionstradition integriert. Das Spektrum der Kunst der 20er und 30er Jahre erweitert sich durch wichtige Leihgaben, an denen an erster Stelle Max Beckmanns »Selbstbildnis« in Bronze von 1936 und Wilhelm Lachnits »Frau mit Rose« aus dem gleichen Jahr zu nennen sind. Der Kunst der Jahre 1933–1945 zwischen »entarteter« und systemkonformer Kunst wird zudem erstmals ein eigener Raum gewidmet. Ein der Schenkung Fohn gewidmetes Kabinett präsentiert eine Auswahl herausragender Papierarbeiten von Egon Schiele bis Paul Klee, die aus Museumsbeständen »Entarteter Kunst« stammen und vom Künstlerehepaar Fohn gegen die eigene Sammlung eingetauscht wurden. OUTSKIRTS | RANDLAGEN Mit »New Topographics. Photographs of a Man-Altered Landscape« etabliert sich 1975 eine neue künstlerische Haltung innerhalb der amerikanischen Fotografie, in deren Mittelpunkt die vom Menschen veränderte Landschaft und deren Beschreibung mittels einer sachlichen, gleichermaßen analytisch wie urteilsfreien Bildsprache steht. Zu ihren Protagonisten zählen nicht nur die heute bereits als Klassiker geltenden Fotografen Lewis Baltz, Robert Adams und Stephen Shore, sondern auch Bernd und Hilla Becher, die als einzige europäische Vertreter an dieser wegweisenden Ausstellung beteiligt waren. Ausgehend von frühen ikonischen Werken spannt die rund 110 Werke umfassende Präsentation den Bogen bis zur deutschen Fotografie der 1990er Jahre mit Joachim Brohm und ergänzt diese um einige aktuelle Positionen wie den jüngst erworbenen Arbeiten von Sven Johne und Katharina Gaenssler. Alle Werke sind der Tradition und Erneuerung eines dokumentarischen Stils verpflichtet, der sich mit dem Status quo wie dem Wandel urbaner, suburbaner und ländlicher Lebensräume auseinandersetzt und die Spuren nachzeichnet, die Zeit und Geschichte eingeschrieben haben. PIPILOTTI RIST: »HIMALAYA GOLDSTEINS STUBE« Erstmals nach langer Zeit ist wieder eine der größten Rauminstallationen der Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist (*1962) zu sehen. In »Himalaya Goldsteins Stube« verweben sich Alltagsmobiliar, Videoprojektionen, Licht und Musik zu einem assoziationsreichen Environment. Die sinnliche Stofflichkeit des Settings wird überlagert von flackernden Filmbildern, die aus Sesseln, Tischchen und Lampen heraus projiziert werden. Gleichsam spukartig geistern sie durch den Raum und durchdringen Dimensionen und Realitätsebenen. Innen- und Außenwelt, Öffentliches und Privates werden eins. THOMAS HIRSCHHORN: »DOPPELGARAGE« Die Installation »Doppelgarage« von Thomas Hirschhorn wirkt wie eine Mischung aus Werkstatt und Hobbykeller. Modelleisenbahnen kreisen unter riesigen Pilzen durch papierne Miniaturlandschaften, die von braunem Klebeband gehalten werden. Fotos aus Zeitschriften zeigen zerstörte Städte und verletzte Menschen. Textfragmente rufen Zusammenhänge von Macht und Verantwortung auf. Offenkundig werden hier fundamentale Kategorien menschlichen Fühlens und Handelns verhandelt: Gewalt und Gegengewalt, Rache und Versöhnung. Ausgangspunkt für das Werk sind die Ereignisse des 11. September 2001, in denen sich die komplexen Zusammenhänge, kulturellen Gegensätze und wirtschaftlichen Abhängigkeiten im Zeitalter der Globalisierung widerspiegeln. »Kunst ist ein Werkzeug, um mich mit der Realität zu konfrontieren. Kunst ist ein Werkzeug, um die Zeit, in der ich lebe, zu erfahren«, sagt Thomas Hirschhorn, der 1957 in Bern geboren wurde, heute in Paris lebt und zu den einflussreichsten Bildhauern seiner Generation zählt.

Pinakothek der Moderne
Barer Str. 29
80799 München
Öffnungszeiten
Di, Mi, Fr.–So 10–18 Uhr, Do bis 20 Uhr

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