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München
Pinakothek der Moderne

Ausstellungen 2012

Ausstellungen 2012

SKULPTURALES DENKEN
bis 24.06.2012
Die Ausstellung richtet ihren Blick auf konzeptuelle und erzählerische Aspekte in der Skulptur der Gegenwart. In neun Räumen belegen die Werke von zwölf internationalen Künstlern, unter ihnen Steven Claydon, Mark Manders, Henrik Olesen und Heimo Zobernig, die Bandbreite bildhauerischen Denkens – vom einfachen Wandrelief bis zur komplexen Rauminstallation. Die Arbeiten simulieren oder verfremden die eigene Historie, experimentieren mit unterschiedlichsten Präsentationsformen, kombinieren Vorgefundenes und Gemachtes – und vermitteln damit gleichzeitig einen Erwerbungsschwerpunkt, der sich in der zehnjährigen Geschichte der Pinakothek der Moderne herausgebildet hat.

FRAUEN: PABLO PICASSO, MAX BECKMANN,
WILLEM DE KOONING
bis 15.07.2012

Dreh- und Angelpunkt dieses Ausstellungsprojektes sind drei Ausnahmekünstler des 20. Jahrhunderts und ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Frauen bzw. mit der Rolle, die sie Frauen in ihrer Kunst beimessen. Unabhängig von den allen drei Künstlern im »öffentlich« privaten Bereich angehängten Klischees – Macho-Allüren, Fixierung auf geläufige Muster usw. – geht die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Frau weit über einseitige Festlegungen hinaus, ja ist davon unabhängig. Frauen treten in der Kunst von Picasso, Beckmann und de Kooning um ein Vielfaches differenzierter, radikaler auf, sind von ungemein eigenständiger Bedeutung und werden immer wieder zu einem sensiblen Spiegel der Probleme und Umbrüche innerhalb der Zeitgeschichte. Sie sind nicht lediglich Projektionsfläche männlicher Sehnsüchte, Leidenschaften und Begierden, sondern Katalysator für eine Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie wie der Geschichte der jeweiligen Zeit (Picasso), sie werden zum in sich vollkommen freien, unabhängigen Gegenbild (Beckmann) oder zur eigenständigen Kraft, in der die Ausdrucksmöglichkeiten künstlerischer Arbeit kulminieren (de Kooning). Die Ausstellung umfasst mit ca. 90 Gemälden, Werke aus den wichtigsten internationalen Museen und Privatsammlungen.

DER ZEICHNER KARL ARNOLD
07.06.-02.09.2012


Karl Arnold (1883–1953) ist nicht nur ein berühmter politischer Karikaturist der Zeitschrift »Simplicissimus«, er hat wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation zeichnend den Charakter und die Charaktere seiner Zeit beobachtet. Heute ist er als Zeichner nicht mehr so präsent wie die wenig jüngeren Otto Dix und George Grosz, obwohl unsere Vorstellung vom Leben der 1920er und 1930er Jahre nicht zuletzt von seinen Beobachtungen und Bildideen, seiner Schilderung von Glamour und gesellschaftlichen Abgründen geprägt wurde. Nach dem Studium der Malerei an der Münchner Akademie erschienen 1907 seine ersten Zeichnungen in »Simplicissimus« und »Die Jugend«. Ab 1917 gehörte Arnold neben Olaf Gulbransson und Thomas Theodor Heine zum festen Stamm der Zeichner des »Simplicissimus«. Bis heute gab es keine Retrospektive, die einen Überblick über das gesamte Schaffen Arnolds gezeigt hätte. Die Ausstellung wird anhand von circa 260 Blättern erstmals eine gültige Gesamtschau seines Werks zusammentragen und damit den Zeichner in der Kunst seiner Zeit verorten.

Amerikanische Fotografie aus der
Sammlung Moderne Kunst

Robert Adams │ John Baldessari │ Lewis Baltz │ Larry Clark │ William Eggleston │ Lee Friedlander │John Gossage | Dan Graham │ Zoe Leonard │ Nicholas Nixon │ Richard Prince │ Martha Rosler │ Judith Joy Ross │ Ed Ruscha │ Stephen Shore │ Garry Winogrand
bis 30.9.2012

Die amerikanische Fotografie bildet einen umfangreichen und zugleich hochkarätigen Sammlungsschwerpunkt, der erstmals in einem konzentrierten Überblick vorgestellt wird. Das zentrale Interesse junger Fotografen, die sich seit den späten 1960er Jahren mit den veränderten politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Bedingungen der amerikanischen Lebensrealität auseinandersetzen, gilt der American Social Landscape. Sie entwickeln neuartige Bildformen, die als genuin amerikanisch empfundene, zugleich auch international rezipierte Stilmittel definieren. Während die schon heute zu den modernen Klassikern zählenden Fotografen Lee Friedlander, Garry Winogrand, Robert Adams, Lewis Baltz oder Larry Clark weiterhin der Schwarzweißfotografie verpflichtet bleiben, haben vor allem William Eggleston und Stephen Shore die Farbfotografie als künstlerisch eigenständige Ausdrucksform etabliert. Die Ausstellung führt rund 100 Werke zusammen, die sich sowohl dank der Siemens Fotosammlung als auch aufgrund von Erwerbungen, Stiftungen und Schenkungen in Museumsbesitz befinden. true stories spannt den weiten Bogen von der Straßenfotografie der späten 1960er Jahre über die New Topographics bis hin zu den erst vor einigen Jahren entstandenen New York Fotografien der Künstlerin Zoe Leonard. »Es gibt eine neue Generation von Fotografen, die den dokumentarischen Ansatz ins Persönliche wenden. Ihre Arbeiten lassen eine Neigung für das Unvollkommene, Fragile der Gesellschaft erkennen. Ihnen geht es nicht darum, das Leben zu verbessern, sondern es zu kennen.« Mit der Ausstellung New Documents läutete der einflussreiche Foto-Kurator am New Yorker Museum of Modern Art, John Szarkowski, im Frühjahr 1967 eine neue Ära der amerikanischen Fotografie ein. Die vertretenen Fotografen, neben Diane Arbus, Lee Friedlander und Garry Winogrand, standen für eine veränderte Haltung innerhalb der dokumentarischen Fotografie, die ausschließlich von der subjektiven Sicht auf die Wirklichkeit des einzelnen bestimmt war. Der Gegenstand des fotografischen Interesses war die American Social Landscape und ihre Bedingungen. Es ging dabei weniger um die Natur-Landschaft und deren zunehmende kulturelle Überformung, als um den urbanen oder urbanisierten Raum und das Agieren des Menschen in ihm. Dabei verweigerten sich die neuen Dokumentaristen einem offenkundigen aufklärerischen Impetus, sondern wendeten sich dem Alltäglichen und Gewöhnlichen zu. Eine Gegenbewegung zu dieser subjektiven Ausdrucksform stellte die Ausstellung New Topographics:Photographs of a Man-Altered Landscape dar, die Mitte der 1970er Jahre vom International Museum of Photography in Rochester organisiert wurde. Ihre Protagonisten, unter ihnen Robert Adams, Lewis Baltz, Nicholas Nixon und Stephen Shore, beriefen sich zwar ebenfalls auf eine dokumentarische Haltung und Vorbilder wie Walker Evans und Robert Frank, doch sahen sie sich vor allem in der Tradition der topographischen Fotografie des 19. Jahrhunderts. Als wesentlicher Initiator dieser ausdrücklich nicht um Stil bemühten Arbeitsweise gilt der in Los Angeles ansässige Künstler Ed Ruscha. Eine distanzierte, analytisch anmutende und zugleich urteilsfreie Beschreibung ist ihr zentrales Anliegen, ihr Thema die vom Menschen veränderte Landschaft. Es ist vor allem das von Mythen und Wunschvorstellungen geprägte Bild des amerikanischen Westens, das durch Kommerzialisierung und ökologischen Raubbau schon lange von der Realität eingeholt wurde, das in ihren Werken sichtbar wird. Der entscheidende Quantensprung auf dem Weg zur Etablierung der Farbfotografie vollzog der Südstaatler William Eggleston mit seiner 1976 ebenfalls im New Yorker Museum of Modern Art gezeigten Ausstellung sowie der Veröffentlichung des William Eggleston's Guide. Die harsche öffentliche Kritik an seinen Bildern galt nicht dem Einsatz von Farbe, sondern dem Umstand, dass Eggleston bis dato als nicht bildwürdig erachtete Dinge und Alltagssituationen - der Blick in ein vereistes Kühlfach oder auf eine Tankstellenwerbung - aus dem Moment heraus und scheinbar nachlässig fotografierte, um sie dann mittels des kostspieligen und aufwendigen Dye-Transfer-Verfahrens in exquisite Prints zu übersetzen. In Egglestons Bilderkosmos, der stark von der Motivwelt und dem Licht des Mississippi Deltas geprägt ist, ist Farbe bildkonstituierend. Der mit dieser Ausstellung einsetzende »rush to colour« führte in den folgenden Jahren zu einer flächendeckenden Durchsetzung der Farbfotografie im Bereich der künstlerischen Fotografie, von den USA ausgehend auch in Europa und vor allem in Deutschland. Mit Ende der 1970er Jahre etablierte sich eine künstlerische Haltung, die unter Rückgriff auf vorgefundenes Bildmaterial aus Kunst, Film, Werbung oder den Massenmedien neue Bildvorstellungen formuliert und im gleichen Atemzug tradierte künstlerische und kunsthistorische Kategorien wie Autorenschaft, Originalität, Einzigartigkeit, geistiges Eigentum und Authentizität zur Diskussion stellt. Entscheidende Einflüsse verdankt die Appropriation Art dem in Kalifornien lebenden und lehrenden Künstler John Baldessari, einer ihrer bekanntesten Vertreter ist Richard Prince, der vor allem durch seine künstlerischen Adaptionen von Werbebildern bekannt wurde. Aber auch die Konzeptkunst der 1960er und 70er Jahre bediente sich der Fotografie, sowohl als Teil einer mit unterschiedlichsten Materialien agierenden künstlerischen Praxis als auch als singuläres Medium, um Aktionen, Happenings oder Performances zu dokumentieren. Wie das Werk von Dan Graham oder Zoe Leonard deutlich macht, sind die ehemals strikten Grenzen zwischen einer sich auf die eigene, medienimmanente Geschichte beziehenden Fotografie und der Verwendung von Fotografie als künstlerische Strategie fließend geworden.

HONORÉ DAUMIER
01.12.2012 bis 24.02.2013


Die Sammlung Walter und Brigitte Kames mit über 3000 Lithographien von Honoré Daumier (1808–1879) wurde 2011 der Museumsstiftung zur Förderung der staatlichen bayerischen Museen übergeben. Zusammen mit den 700 Lithographien und Holzschnitten der Staatlichen Graphischen Sammlung München befindet sich nun der wohl umfangreichste Bestand an Druckgraphik Daumiers in deutschem Museumsbesitz in München. Die Qualität der Sammlung Kames macht nicht nur ihr Umfang und der gute Zustand der Blätter aus, sondern vor allem die Tatsache, dass sie zahlreiche Folgen, in denen der Künstler ein Thema über mehrere Blätter hinweg verfolgte, vollständig beinhaltet. Dies werden Ausstellung und Katalog in einer Auswahl von ca. 240 Blättern erstmals zeigen.

Pinakothek der Moderne
Barer Str. 29
80799 München
Öffnungszeiten
Di, Mi, Fr.–So 10–18 Uhr, Do bis 20 Uhr

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