DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Ausstellungsorte in München: Deutsches Museum / Lenbachhaus / Villa Stuck / Pinakothek der Moderne / Alpines Museum / Kunstbau / Alte Pinakothek / Stadtmuseum / Architekturmuseum / Neue Pinakothek / Museum Mensch und Natur / Museum Brandhorst

München
Kunstbau

MARCEL DUCHAMP IN MÜNCHEN 1912
bis 15. Juli 2012

Zum hundertjährigen Jubiläum von Marcel Duchamps Aufenthalt in München hat sich das Lenbachhaus für 2012 das Ziel gesetzt, diese folgenreiche Station im Leben des Künstlers mit einer Ausstellung zu würdigen. Marcel Duchamp hat die Kunstgeschichte verändert. Sein Gemälde „Akt, ein Treppe herabsteigend Nr. 2“ (1912) hat die Gedanken und Einflüsse einer ganzen Epoche zu einem ikonischen Bild verdichtet. Seine Readymades haben unsere Idee von Kunst, die Produktionsweisen von Künstlern und die Institution Museum so nachhaltig verändert wie kaum eine andere Werk gewordene Idee der Kunst des 20. Jahrhunderts.

Ende Juni 1912 steigt Duchamp in München aus dem Zug. Er will einen guten Freund besuchen, Max Bergmann. Er beschließt, länger zu bleiben und logiert bald zur Untermiete in einem Zimmer in der Barerstraße. Im Almanach des Blauen Reiter ist er als 25-Jähriger bereits als interessantes Talent erwähnt. Am Ende bleibt er knapp drei Monate, entwickelt mehrere bedeutende Arbeiten, die heute unter anderem im Museum of Modern Art in New York gezeigt werden, wie zum Beispiel das Gemälde "Von der Jungfrau zur Braut". Er bereitet andere Arbeiten vor, darunter das "Große Glas". Beim Besuch des Deutschen Museums und der Bayerischen Gewerbeschau findet er wichtige technische Details als Inspiration für seine Arbeit. Er verschickt Postkarten vom Hofbräuhaus und vom Nymphenburger Schloss und lässt sich von Heinrich Hoffmann fotografieren. Später wird Duchamp selbst über diesen Aufenthalt notieren: "Mein Aufenthalt in München war der Ort meiner völligen Befreiung".

Für das Lenbachhaus ist es dabei von großem Interesse, dass er Wassily Kandinskys Schrift "Über das Geistige in der Kunst" in München erworben hat und seine Ausgabe während der Lektüre mit Randnotizen versehen hat. Die Zeit in München war produktiv für Duchamp. Was seine "völlige Befreiung" in München für sein Werk bedeutet, ist in der Forschung jedoch umstritten. Bald nach seinem Besuch in der bayerischen Hauptstadt stellt Duchamp sein "Fahrrad-Rad" (1913) aus, das als erstes Readymade in die Kunstgeschichte eingegangen ist und einen industriell gefertigten Gegenstand als Kunstwerk definiert. Sind in München die ersten Ideen entstanden, die zu dieser revolutionären Wende der Kunstgeschichte führten? Hat er die Inspiration dafür im Deutschen Museum gefunden?

Ausstellungen 2012
"KUNST IST SCHÖN, MACHT ABER VIEL ARBEIT"
Oktober 2012 - Januar 2013

ie Ausstellung im Kunstbau dient der Vorbereitung der neuen Sammlungspräsentation im Lenbachhaus. Gezeigt werden Hauptwerke und auch unbekanntere Schätze des 19. Jahrhunderts, des Blauen Reiter, der Neuen Sachlichkeit sowie der Nachkriegsmoderne und der zeitgenössischen Kunst. Ziel der Präsentation ist eine intensive Auseinandersetzung mit den Kunstwerken und die Thematisierung musealer Tätigkeiten, in diesem Fall vor allem die Bearbeitung der Sammlung unter wissenschaftlichen und konservatorischen wie restauratorischen Gesichtspunkten. Der Kunstbau wird zum Laboratorium, in dem die Kunstwerke aus ihrer Verpackung geholt, kritisch auf ihren Zustand geprüft, aus- und eingerahmt, neu fotografiert und in bisher ungesehenen Konstellationen präsentiert werden. Experimentelle Aufstellungen brechen chronologische Sehkonventionen: Künstlerselbstbildnisse, mehrere Dutzende davon, ja überhaupt Köpfe und Porträts, Landschaften, Blumen, Kakteen und so weiter – eine solche Zusammenschau nach Kunstgattungen spiegelt einen wichtigen Aspekt der Münchner Kunstgeschichte, in der freie Künstler spöttisch als "Fächler" bezeichnet wurden. In einzelnen Räumen können neue Hängungen ausprobiert und ganze Werkgruppen auf den Prüfstand gestellt werden. Sie ermöglichen Wiederbegegnungen mit dem Gesamtbestand an Gemälden von Lovis Corinth, mit Werkgruppen von Fritz Baer, Günther Fruhtrunk und mit neu restaurierten Gemälden wie Franz von Stucks "Salome".

Kunstbau
Königsplatz / U-Bahn-Zwischengeschoss
80333 München
Öffnungszeiten
Di - So 10 - 18 Uhr

zur Gesamtübersicht Ausstellungen

Twitter
RSS