Mönchengladbach
Museum Abteiberg
Ausstellungen 2012
Ausstellungen 2012
MONICA BONVICINI
DESIRE DESIESE DEVISE
- Zeichnungen 1986 - 2012
bis 20. Mai 2012
Monica Bonvicini (*1965 in Venedig, lebt in Berlin) hat im Laufe von rund 25 Jahren ein gewaltiges Konvolut an Zeichnungen produziert. Es sind Skizzen, Entwürfe, Konzepte, aus denen ihre weltweit bekannten skulpturalen, installativen oder medialen Werke hervor gingen, sowie viele freie Arbeiten, die einen völlig eigenen Part in ihrem Oeuvre ausmachen.Bonvicinis Werk zeichnet generell eine große Varianz zwischen kraftvollen, aggressiven Ausdrucksformen und intimen psychologischen Inhalten wie Verletzbarkeit, Nacktheit, Isolation oder unterdrückter Gewalt aus. Zu diesen Themen tritt eine grundlegende Auseinandersetzung mit der menschlichen Beziehung zu Raum und Architektur. Ihre zeichnerischen Arbeiten intensiveren diese Zusammenhänge zwischen Sexualität, Macht und psychologischem Erleben, indem sie den Körper und den Menschen in die Darstellung einbeziehen, der in ihren großen räumlichen Installationen fehlt. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl aus mehr als 1000 Blättern. Die Größe variiert von kleinen Din A6 Zetteln bis zu großformatigen Bögen. Die Zeichenmaterialien sind Bleistift, Tusche, Deckweiß, wenige Farben und häufig Schablonen. Hinzu treten Collagematerialien, Fotografien und gefundene Drucksachen, die in die Zeichnungen in der für Bonvicini typischen, expressiven Poetik einmontiert sind. Die Ausstellung wird gemeinsam vom Museum Abteiberg in Mönchengladbach und den Deichtorhallen Hamburg / Sammlung Falckenberg vorbereitet.
R.H. QUAYTMAN Chapter 24
3. Juni bis 2. September 2012
Ein malerisches Werk, das sich wie ein Buch aufbaut und aus Kapiteln besteht. Im Jahr 2001 entstand das erste Kapitel, im Jahr 2012 werden es die Kapitelnummern 23, 24, 25, vielleicht auch 26 sein. Das Museum Abteiberg ist stolz, im Sommer 2012 das Kapitel 24 zu präsentieren - nach den Aufsehen erregenden Präsentationen in der Whitney Biennial in New York, der 54. Biennale Venedig und der Kunsthalle Basel, die das Werk von R.H. Quaytman in den vergangenen Monaten schlagartig bekannt machten, ist dies die erste Ausstellung der amerikanischen Künstlerin in einer deutschen Institution. R.H. Quaytman, geboren 1961 in Boston, lebt und arbeitet in New York. Sie studierte in den 1980er Jahren Malerei am Bard College, New York, danach kurz bei Daniel Buren und Pontus Hulten in Paris. Sie arbeitete anschließend z.B. als Assistentin von Dan Graham und zeigte ihre eigene Arbeit erst spät, u.a. im Ausstellungsraum Orchard in New York, den sie selbst mit initiierte und von 2005 bis 2008 auch kuratorisch betreute. Die heute sichtbare Konzeption ihres Werks begann 2001 mit Gemälden und Siebdruckarbeiten, deren Motive auf teils autobiografische teils kunsthistorische Quellen verwiesen. Die Serien "The Sun, Chapter 1" und "Lodz Poem. Chapter II", gingen zurück ins frühe 20. Jahrhundert, handelten von einer Spurensuche in der eigenen Familie, von fotografischen Dokumenten und Wiederbegegnungen mit der konstruktivistischen Avantgarde, die sich in die private Geschichtsreise und ihre Motive einbanden. Quaytmans charakteristischer Werkbegriff entstand ebenfalls in diesen frühen Serien: Es handelt sich um objekthafte, zumeist auf Holz gearbeitete serielle Malereien und Siebdrucke, die mit auffälligen Materialwechseln und präzise gearbeiteten Oberflächen operieren: Die Motive werden geordnet und in Beziehungen gesetzt, sie werden dabei unter Umständen in Schatten- und Nachbildartige Schemen abstrahiert, scheinen bisweilen wie Abdrücke, Kopien, schwache Erinnerungen ihrer selbst. Die Farbigkeit von Quaytmans Arbeit ist medial, oft schwarz-weiß, ebenso häufig dem RGB-Schema der Farbsysteme folgend, wodurch das Erlebnis von Quaytmans Serien noch stärker in die Wahrnehmung eines Archivs gelenkt wird. Allerdings handelt es sich hier um ein solches Archiv, das die Wahrnehmung jedes einzelnen Motivs, jedes Ausschnitts, jeder farbigen Fassung präzise fasst. Charakteristisch ist die Thematisierung der Kanten und Seitenflächen dieser Bildobjekte. Sie wiederholen und doppeln sich bisweilen auf der Fläche eines benachbarten Gemäldes, ziehen das eine Bild in das andere hinein. Quaytman arbeitet mit der Erinnerung von Bildern und gibt ihr eine Räumlichkeit, die sich faktisch in die Konzeption ihrer Ausstellungsräume erweitert. Dieses räumliche Moment ihrer Arbeit und das besondere Vermögen Quaytmans, mit ihrer Konzeption von Malerei phänomenale Momente von Bild- und Institutionsgeschichte zu erzeugen, wurden zum Auslöser dafür, Quaytman zu einer komplett von ihr definierten Einzelausstellung im Museum Abteiberg zu gewinnen.
Städtisches Museum Abteiberg
Abteistr. 27
41061 Mönchengladbach
ÖFFNUNGSZEITEN DES MUSEUMS
Di-So: 11 - 18 Uhr
MUSEUMSCAFE 11 bis 18 Uhr geöffnet (Automatenbetrieb)
SKULPTURENGARTEN: Mai - September: 10 - 20 Uhr Oktober - April: 10 - 18 Uhr