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Ausstellungsorte in Leipzig

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Leipzig
Stadtgeschichtliches Museum


Von Leipzigs Anfängen bis zu den Befreiungskriegen
laufend

Aus über 70 Spezialsammlungen mit etwa 300000 musealen Objekten von kulturgeschichtlichem Rang wurden ausgewählte Exponate für die Dauerausstellungen ausgewählt. Zu sehen sind Gemälde, Grafik, Plastik, Kunsthandwerk mit Darstellungen von Leipzig, Leipziger Persönlichkeiten und Leipziger Ereignissen. Themen wie städtische Alltagskultur, und Musik und Theater werden in der Präsentation des Museums im Alten Rathaus aufgegriffen. Der Besucher kann nicht nur den Festsaal, sondern auch die Ratsstube des Alten Rathauses bewundern, sondern sich auch einen Eindruck von Leipzig verschaffen, steht er im Festsaal vor dem Stadtmodell von 1823. Kirchliche Kunst des Spätmittelalters, die Reformation, die Leipziger Messe oder Johann Sebastian Bach in Leipzig sind ausgewählte Themenbereiche der Dauerausstellung.


Festsaal im Alten Rathaus (c) Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Das Alte Rathaus, ein Renaissancebau mit barockem Turm, dominiert aufgrund der Länge des Gebäudes mit seinen Arkaden den Markt. Die Reste alter Gefängniszellen im Keller, die historischen Räume des Hauptgeschosses sowie die Turmkugel und die Wetterfahne sind selbst Zeugnisse Leipziger Stadtgeschichte. Die Zeit von den Anfängen Leipzigs bis zur Völkerschlacht wird dank 1100 Objekten erlebbar. Der Festsaal, gleichsam die gute Stube des Rathauses und der Empfangssaal für die Museumsbesucher, beeindruckt mit seiner einmaligen Galerie von Stadtrichterporträts vom 17. bis 19. Jahrhundert sowie den großformatigen Bildnissen vor allem der wettinischen Landesfürsten, unter ihnen August der Starke, Christian I. und Kurfürst Moritz. Nicht minder beachtenswert sind die Steinkamine mit ihren meisterlich gefertigten Steinmetzarbeiten.

Mit dem Schwert wurde gerichtet
Schaut man sich im Festsaal um, so wird man des beschwingten Paares gewahr, das als Konsole für die Deckenbalken dient. In Vitrinen an der Fensterfront des Festsaals dokumentiert man das Leben des Mörders Johann Christian Woyzeck – ihn hat Büchner in seinem Drama »Woyzeck« bekannt gemacht – und stellt Münzen und Gedenkmedaillen aus. Zudem erinnert man zum Beispiel mit dem ausgestellten Richtschwert an die Tatsache, dass im Alten Rathaus seit 1304 nachweislich Recht gesprochen und Todesurteile gefällt wurden. Das Recht mit dem Schwert zu richten, so erfahren die Besucher, lag in den Händen der Familie Gebhardt. Julius Gebhardt war 1856 der letzte Scharfrichter Leipzigs.

Innerhalb der ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte im ersten Obergeschoss des Alten Rathauses wurde der Ausstellungsteil zur Siedlungsgeschichte und frühen Stadtwerdung Leipzigs grundlegend überarbeitet. Ausgangspunkt waren bedeutende Funde bei Leipziger Ausgrabungen des Landesamtes für Archäologie Sachsen, die zu neuen Erkenntnissen zur Stadtkernforschung führten. Die Ausstellung beginnt mit altsteinzeitlichen Siedlungsspuren aus der Zeit um 200 000 v.Chr. und schlägt den großen Bogen über Bronze- und Eisenzeit bis hin zu den slawischen Wurzeln Leipzigs im hohen Mittelalter. Dank der hochmodernen Dokumentations-Technologie, über die das Landesamt für Archäologie mit dem Laserscanning verfügt, konnten für eine ergänzende Medienstation attraktive Fundobjekte in 3D aufbereitet werden.

Leipzigs Stadtmodell
Das 1823 vollendete, etwa 20 Quadratmeter große Stadtmodell vermittelt auch heute noch ein plastisches Bild der noch von Festungsmauern und Bastionen sowie einem Stadtgraben geschützten Stadt vor den großen Veränderungen im 19. und 20. Jahrhundert. Zu sehen sind der Apels Barockgarten vor den Toren der Stadt, außerdem vier Mühlen, darunter die Thomas- und die Angermühle. Nicht zu übersehen ist die Thomaskirche mit ihrem weißen Turm. Längst verschwunden ist die Burg – hier steht heute das Neue Rathaus in historistischem Gewande – und der Rossplatz mit Zelten und Holzbuden.

Leipzig im Mittelalter
Nein, um Leipzig im Mittelalter erlebbar zu machen, hat man keine Architekturkulisse errichtet. Die Säule aus einem Leipziger Bürgerhaus, eine Inschriftenplatte – vermutlich für den Grundstein der Nikolaikirche –, eine Becherkachel aus dem frühen 15. Jahrhundert, eine Pilgerflasche in Schildkrötenform und eine Hanseschale aus Kupferbronze mit einer Engelsdarstellung im Schalengrund sind einige der Exponate aus dem Mittelalter. Zweischneidig ist das so genannte Ulfberhtschwert aus dem 10. Jahrhundert. Kartografisch aufgearbeitet sind die Siedlungskerne und die Siedlungsentwicklung Leipzigs. So ist für den Goerdeler-/Dittrichring eine slawische Siedlung des 8./9.Jahrhunderts nachgewiesen.

Ausstellungen

Duckomenta Entenhausen in Leipzig 23.11.2016 – 23.4.2017 Haus Böttchergäßchen, Böttchergäßchen 3, 04109 Leipzig

Entenhausen ist überall – jetzt auch in Leipzig mit einer höchst unterhaltsamen, witzig frechen und dabei künstlerisch sehr anspruchsvollen Schau. Alle Epochen der Menschheitsgeschichte werden aus dem Paralleluniversum der Enten heraus betrachtet.Von der Steinzeit bis zur Mondlandung zeigen die Objekte augenzwinkernd die Welt- und Kulturgeschichte der Entenzivilisation. Gemälde namhafter Künstler wie Leonardo da Vincis Mona Lisa, die weltbekannte Büste der Nofretete oder ein Standbild Napoleons tragen die Züge der Donald Duck-Figuren. Auch große Namen der Leipziger Geschichte wie Martin Luther, Richard Wagner, Johann Sebastian Bach oder Johann Wolfgang Goethe fehlen nicht in der Entengalerie. Die kurzweilig-vergnüglichen Texte führen ein in die unbekannte Welt der Entenkultur, die auch vor dem Leipziger Wave-Gotik-Treffen nicht Halt macht.

Sehenswert sind die Tafelbilder aus der Nikolaikirche, darunter Arbeiten wie »Krönung Mariens« (1516). Die Stadtgrenze markierte einst das Connewitzer Kreuz aus Porphyrtuff und Sandstein. Ursprünglich standen derartige Kreuze an den vier großen Handelswegen der Stadt.

Die Reformation
Porträts von Johannes Tetzel und von Martin Luther, den Gegenspielern zur Zeit der Reformation, sind ebenso zu sehen wie die 95 Thesen Luthers und eine Ablasstruhe, in der das Ablassgeld gesammelt wurde: »Sobald das Geld in der Kiste klingt, die Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel springt.« Neben Luther und Tetzel sieht man auch ein Porträt des Reformators Johannes Bugenhagen, das aus der Werkstatt Cranachs stammt. Leipzig spielte, so ist zu erfahren, in der Reformation eine nicht unwesentliche Rolle, wurden doch von Leipziger Buchdruckern allein zwischen 1517 und 1519 achtunddreißig Lutherwerke gedruckt.
Ins Auge springt die Kanzel aus der alten Johanneskirche: Moses trägt den Kanzelkorb. In den Händen hält er nicht die Gesetzestafeln, sondern Passagen aus Kapitel 22 des Matthäuskapitels. Aus der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä. entstammt das Gemälde »Verklärung Christi auf dem Berg Tabor« (um 1525). In einer Art mittelalterlichem Comic spricht Gott zu seinem Sohn – und der Schriftzug ist entsprechend platziert: »Das ist mein lieber Son in welchen ich ein Wohlgefallen hab gehorchet im.«

Die Leipziger Messe
Die Präsentation der Leipziger Messe beinhaltet nicht nur das Faksimile des Zweiten Großen Messeprivilegs Maximilians I. (23. Juni 1507), sondern auch den reich verzierten Innungspokal der Leipziger Kürschner (1676). Der Pokaldeckel wird vom Apostel Jakob gekrönt, dem Schutzpatron der Kürschner. In der Mitte des Raumes entdeckt man die Handelswaren der Leipziger Messe, Gewürze, Mineralien, Spitze und Glaswaren. Ein Diorama stellt den emsigen Handel auf dem Brühl nach. Man blickt in Auerbachs Hof und das dortige Treiben, das mit Zinnfiguren nachgestellt wurde. Erläutert werden die Leipziger Höfe, darunter die so genannten Durchgangshöfe, die im 18. Jahrhundert entstanden, so Hohmanns Hof zwischen Neumarkt und Peterstraße.


Ratsstube im Alten Rathaus (c) Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Barockstadt mit Komfort
Thematisiert wird in der Ausstellung neben der Architektur und Gartengestaltung im 19. Jahrhundert auch die barocke Wohnkultur. Besonders beeindruckend ist die Stofftapete aus Kochs Hof. Der Entwurf stammt vom Hofmaler Benjamin Calau, der sich in seiner Arbeit an flämische Wandteppiche und deren Dekors und Bildinhalte anlehnte. Man entdeckt auf der Tapete eine italienische Park- und Architekturkulisse mit Brunnenanlage, aber auch florale »Bordüren«. Barockarchitektur findet man in Hohmanns Haus am Markt, einer Federzeichnung von 1714 und in der germalten Ansicht der Westvorstadt mit Apels Garten aus dem Jahr 1740. Weitere Ansichten Leipzigs aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert stammen von Johann Anton Castell und Christian Friedrich Heinrich Schildbach. Auf diesen ist noch die befestigte Stadt zu sehen mit ihren Bastionen und der Burganlage im Südwesten der Altstadt. Zum städtischen Alltagsbild Leipzigs gehörten die Sänftenträger und die Laternenanzünder. Damit beim Handel alles mit rechten Dingen zuging, vertraute man auf die Leipziger Elle, die 68,6 Zentimeter misst. Dass man recht früh auf Hygiene in der Stadt wert legte, belegt der Röhrenwasserplan, eine der ersten städtischen Katasterpläne mit 872 Grundstücken.

Der Herr Kantor Bach
In der Ratsstube unterschrieb Johann Sebastian Bach seinen Anstellungsvertrag als Thomaskantor und städtischer Musikdirektor. Das Thema »Bach und seine Zeit« sind in einem Nebenraum der Ratsstube zu sehen. Es sind weniger die Exponate des Raums, sondern die Hörstation, die den Besuch lohnt. So erfährt man mehr über die Arbeitswoche des Angestellten Johann Sebastian Bach und über Leipzig zur Barockzeit, nimmt an einem Markttagteil und lauscht einer der Kantaten des Komponisten.

Stadtgeschichtliches Museum
im Alten Rathaus
Markt 1 und Neubau (Sonderausstellungen) Böttchergäßchen 3
04109 Leipzig
Tel.: 03 41 / 96 51 3-0
stadtmuseum@leipzig.de
Öffnungszeiten
Di – So 10 – 18 Uhr
Schatzkammer, Gefängniszellen, und Turmbesteigung: Do 16 Uhr

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