Ausstellungsorte in Hannover: Museum August Kestner / Kunstverein / Sprengel Museum / Niedersächsisches Landesmuseum / Wilhelm-Busch-Museum / Stiftung Ahlers pro Arte kesterngesellschaft / Museum für Energiegeschichte / Historisches Museum Hannover
Hannover
Niedersächsisches Landesmuseum
Marco Polo. Von Venedig nach China
bis 26. Februar 2012

Götterstatue mit Abbild Marco Polos, 19. Jh.
© Museo Correr, Venedig
Mythos oder eine reale Person – das ist die Frage, die sich an die Person Marco Polo stellt, bisweilen auch deshalb, weil seine Reise mit dem Vater und dem Onkel bis ins Ferne Reich des Kublai Khan so unglaublich klingt. Zudem stammen seine Reiseerinnerungen „Il Milione“, auf die Ausstellung Bezug nimmt, nicht aus seiner Feder, sondern wurden von einem Mithäftling aufgezeichnet. Polo wurde nach seiner Rückkehr im Verlauf einer Schlacht zwischen Genuesern und Venezianer wahrscheinlich nahe Korcula gefangen genommen. Zwischen 1298 und 1299 teilte er seine Zelle mit Rustichello da Pisa, der sich Polo als „Ghostwriter“ andiente.

Markuslöwe, Wappentier und Wahrzeichen Venedigs (Ausschnitt),
13. Jh. © Museo Correr, Venedig
Auf in die Fremde
Was trieb die Polos für mehrere Jahrzehnte in den Fernen Osten? Forscherdrang oder doch merkantile Interessen? Als sie aufbrachen, 1271, gab es zwar seetüchtige Galeeren für die Fahrt über das Mittelmeer – ein Modell eines solchen Schiffstyps zeigt die Ausstellung –, doch dann von Akko aus, erfolgte der beschwerliche Weg über Land, über das Pamir-Gebirge und durch die Wüste Gobi – ohne GPS und Geländefahrzeug wie heutzutage. Selbst heute wäre allerdings eine solche Reise, unabhängig von den politischen Wirren und militärischen Konflikten in der Region, ein Abenteuer für hartgesottene Globetrotter.
Doch die Polos, die als Kaufleute zu Wohlstand gekommen waren, wagten die Reise, auch deshalb, weil sie als päpstliche Boten Briefe des gerade gewählten Papstes an Kublai Khan überbringen sollten. Wir können heute diese Reise in der Ausstellung auf einer zehn Meter langen Medienwand Etappe für Etappe nachvollziehen, ganz abgesehen von dem Rundgang durch die über rhythmisch gestaltete Ausstellung mit ihren 13 Stationen.

Chinesisches Porzellangefäß, 10. Jh., China
© Procuratoria di San Marco, Venedig
Die aktuelle Schau wartet mit einem zusätzlichen Exkurs in die Welt des tibetischen Buddhismus auf, in dem Exponate aus der völkerkundlichen Sammlung des Hauses zu sehen sind. Warum nun dieser Exkurs, wird sich der Besucher wohl fragen? Kublai Khan war ein toleranter Herrscher, der verschiedenen Religionen, auch der christlichen, sehr offen gegenüberstand, jedoch eine besondere Affinität zum Buddhismus tibetischer Prägung besaß. Zugleich bietet das „tibetische Kabinett“ den Besuchern die Chance, einige der Tibetika, die zum Teil infolge von Forschungsexpeditionen nach Hannover gelangten, in einem neuen Gewand zu sehen.
Wer war Marco Polo?
17-jährig war Marco Polo, als die Reise begann, die vier Jahre dauerte, ehe die Polos am Hofe des mächtigen Khans ankamen. Dessen Reich hatte riesige Ausmaße, umfasste den Vorderen Orient mit Syrien, dem Irak und Anatolien, die Mongolei, China und Afghanistan. Auch Sibirien und Südrussland gehörte zum Reich des Khans im fernen Beijing. Und Polo soll wirklich am Hofe dieses mächtigen Herrschers gewesen sein? Oder ist seine Geschichte eine mittelalterliche Münchhausiade? Geschichten sind Geschichten, doch worin liegen die Beweise? Vermutlich ist ein weiß durchscheinendes Porzellangefäß, das erstmals außerhalb Italiens gezeigt wird, der Schlüssel zur Wahrheit. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt dieses Gefäß aus China und wurde von Marco Polo 1295 nach Venedig gebracht. Es wird dort in der Schatzkammer der Markuskirche verwahrt. Der kleine „Krug“ besteht aus zwei Teilen, die in der Mitte zusammengefügt wurden. Auffallend sind die fünf vertikalen Vertiefungen des Gefäßbauches. Gesprungen ist teilweise der Email-Überzug des „Kruges“. Nicht zu übersehen sind die floralen Verzierungen auf dem Bauch des Kruges. Überdies sind zurzeit archäologische Grabungen und Auswertungen im Gange, die sich auf das Geburtshaus Marco Polos unter dem Theater Malibran konzentrieren. Auch hiervon erhofft sich die Forschung eine weitere Aufklärung über die legendären Polos und deren Asienexpedition.

Giuseppe Dala, Portrait von Marco Polo, 19. Jh., Radierung mit Grabstichel
40 x 47 cm © Museo Correr, Venedig
Das Bild, das wir von Marco Polo haben, geht sowohl auf eine Radierung des 19. Jahrhunderts wie auch auf eine Statuenkopie zurück, die ursprünglich im durch Brand zerstörten Tempel der 500 Götter in Kanton zu finden war. Wir sehen einen bärtigen, wohlgenährten Mann, einmal in venezianischer Kleidung mit Matrosenmütze, das andere Mal als Herr mit schwarzem Hut und langen chinesischen Gewändern und Plateauschuhen.
Unterwegs in den Fernen Osten
Segeln wir also mit den Polos übers Mittelmeer nach Kleinasien, und setzen dann auf dem Landweg unsere Reise in den Fernen Osten fort, ohne Wissen über das, was der nächste Tag bringen wird. Landschaftsaufnahmen in Lichtkästen stimmen uns dabei auf die jeweilige Region ein. Ohne Kompass und Sonnenuhr war eine solche Reise im 13. Jahrhundert nicht denkbar. Auch eine Sanduhr tat ihre Dienste. Kartenwerke dienten der Orientierung. Doch die in der Schau gezeigten See- und Landkarten stammen nicht aus der Zeit der Polos, sondern wie die achtblättrige Radierung von Abraham Ortelio aus dem 16. Jahrhundert.

Karte von Venedig (Ausschnitt aus dreiteiligem Pergament), 16. Jh.
© Museo Correr, Venedig
Vor dem Aufbruch
Doch ehe wir aufbrechen, werfen wir noch einen Blick auf die Lagunenstadt, an deren Spitze einst Dogen standen. Zu deren Ornat gehörte auch eine typische Kopfbedeckung, wie wir sie auch in einem Temperagemälde von Antonio Vernier entdecken. Für Venedig steht aber auch der geflügelte Löwe mit gezücktem Schwert, Ausdruck der Kampfeslust dieser mittelalterlichen italienischen Republik.
Wer mehr von der Stadt sehen möchte, der kann dies in der Landesgalerie tun. Neben dem Dogenpalast in einem Werk von Carlo Grubacs findet man dort auch eine Ansicht des Markusplatzes und die von Bellotto gemalte Kirche Santa Maria del Miracoli. Nicht nur für Kinder wurde eine entsprechende Rallye konzipiert, bei der es auch wertvolle Preise zu gewinnen gibt. Doch zunächst müssen die „Bilderrätsel“ gelöst werden. Vielleicht winkt dann auch der Hauptpreis: ein von TUI gesponsertes Wochenende in Venedig! Das entsprechende Faltblatt zur Rallye bekommen die Besucher an der Kasse des Landesmuseums.

Friedrich Nerly, Die Markussäule in Venedig bei Mondschein, 1837/38, Öl auf Leinwand, 58,5 x 46,5 cm © Landesmuseum Hannover
Keine schwankenden Schiffsplanken
Nein, als Besucher bewegt man sich nicht über bewegte Schiffsplanken und betritt auch nicht den Bauch einer Galeere, um wie einst die Polos über das Mittelmeer zu kreuzen. Das wäre denn der Inszenierung doch ein wenig des Guten zu viel, oder? Doch welche Spezereien den Weg über das Mittelmeer fanden, das kann der Besucher sehen und auch riechen: Rosa Salz, Sesam, Mohn, Ingwer, Muskat und Anis. Neben diesen duftenden Gewürzen waren es auch Edelsteine, die zwischen Afrika, Asien und Europa gehandelt wurden, ob nun Gold oder Perlen, Jade oder Lapislazuli.
Mit Aufnahmen des Mittelmeers als „Reiseimpressionen“ müssen sich die Besucher zufriedengeben. Nachdem dieser „Medienraum“ durchschritten wurde, öffnet sich das „Tor zum Vorderen Orient“. Doch wir spazieren dann nicht durch die Kulisse von Akko oder gar von Bagdad und auch Jerusalems Architektur ist in Hannover nicht neu entstanden. Stattdessen sieht man Ippolito Caffis Gemälde von Jerusalem, wohin es die Polos auf ihrer Reise auch zog. Man sieht in einem weiteren Ölgemälde des 17.-18.Jahrhundert die Arche Noah, von der Marco Polo in seinen Reiseaufzeichnungen spricht, sodass man unterstellen muss, er sei nahe des Berg Ararats in Armenien gewesen.

Keramik, 12-13. Jh., Iran © Museo Nazional d'Arte Orientale, Rom
Der Orient war zu Marco Polos Zeiten eine Region, in der die Metallhandwerkskunst hoch entwickelt war, wie die gezeigten Kerzenleuchter aus dem 13./14. Jahrhundert verdeutlichen. In Persien verstand man sich auf fein bemalte Keramik. Man betrachte nur die schwarz bemalte Schale mit dem Abbild eines Hasen oder die Sternfliese mit einem fliegenden Phönix und Elefanten.
Bei den Mongolen
Mit Siebenmeilenstiefeln überwinden wir das Pamir-Gebirge – jedenfalls medial –, sodass wir dann inmitten eines grasgrün ausgeschlagenen Ausstellungsraums vor einer Jurte stehen. Neugierige schauen hinein oder treten ein, riechen den Duft von Schaffsfell und -leder und betrachten die typischen Kopfbedeckungen der Mongolen aus dem einstigen Reich des Dschingis und Kublai Khan. Marco Polo beschrieb in seinen Erinnerungen die Mongolen und das von ihnen beherrschte Riesenreich mit 100 Mio. Menschen, wusste von der Bedeutung des so genannten Mongolischen Friedens für die Ost-West-Beziehungen im 13. und 14. Jahrhundert. Dass die Mongolen ein Volk von Kriegern waren und sich auf Waffenkunst verstanden, versinnbildlicht die Rüstung aus Lederplatten, die wie ein Kettenhemd getragen wurde.
Vajrabhairava, Buddhistisches Rollbild (Thangka), 20. Jh., Tibet
© Landesmuseum Hannover
Tibetischer Buddhismus
Wer sich für den tibetischen Buddhismus interessiert, muss zunächst medial die Wüste Gobi durchqueren. In einem rot ausgeschlagenen Kabinett sind zahlreiche Exponate zu sehen, die im Rahmen von Forschungsexpeditionen nach Hannover kamen. Dazu zählt auch ein Rollbild aus Stoff mit Seidenbrokateinfassung. Im Zentrum dieses Bildes steht die Meditationsgottheit Vajrabhairava mit Gefährtin. Darüber hinaus kann man eine aus Filz, Wolle und Baumwolle und mit Ohrenklappen ausgestattete Lama-Mütze sehen, die zur Ausstattung der ältesten buddhistische Schulen Tibets gehört und wegen ihrer Farbe auch „Rotmütze“ genannt wird. Des weiteren präsentiert die Schau eine gelbe Mönchsmütze, aus der Sammlung Gordon T. Bowles des Landesmuseums. Gezeigt werden aber auch ein Paar Hörner, Gyaling genannt und aus Holz, Messing sowie Kupfer gefertigt. Diese stehen dafür, dass im tibetischen Buddhismus Musik eine wesentliche Bedeutung besitzt und nicht nur an Festtagen Zimbeln, Trommeln, Becken, Hörner und Glocken erklingen. Schließlich fällt der Blick auf einen aus Silber und Kupfer gefertigten Amulettbehälter, der seinen Besitzer vor Unheil schützen sollte. In solchen Behältern wurden sogenannte Mantras, Reliquien oder geweihte Samenkörner verwahrt.
Der mächtigste Herr aller Herren, Kublai Khan mit Namen, ist eine edle Gestalt. Er ist nicht zu groß, nicht zu klein, sondern von mittlerer Statur. … Seine Gesichtshaut ist rosigweiß, die Augen leuchten dunkel … Vier Gattinnen hat er, er nennt alle vier seine Hauptfrauen. Il Milione, 82. Kapitel

Handgebetsmühle, 20. Jh., Tibet © Landesmuseum Hannover
Im Zentralreich von Kublai Khan
Kublai Khan, der Enkel des Dinghis Khan, gründete 1271, im Jahr als die Polos von Venedig aus sich gen Osten aufmachten, das erste chinesische Reich der Yuan-Dynastie. Er förderte den wirtschaftlichen Aufschwung des Reiches, ließ öffentliche Gebäude restaurieren und das Straßennetz erweitern. Er übte religiöse Toleranz, besonders gegenüber dem tibetischen Buddhismus und, wie Marco Polo selbst berichtete, gegenüber dem christlichen Glauben. Zudem hatte er sich eine Politik der Verständigung gegenüber den chinesischen Völkern auf die Fahnen geschrieben. Das Reich des Kublai Khans war auch eine wichtige Wirtschaftsmacht, die für den Transport von Waren auf seetüchtige Schiffe zurückgriff. Dies spiegelt sich in den nachstehenden Zeilen in Il Milione (Kap. 159) wider: „Die Schiffe benötigen eine Mannschaft von 200 Matrosen. Viele Frachter können mit 5000, andere sogar mit 6000 Körben Pfeffer beladen werden. … Die Schiffe sind mit langen Rudern bestückt, vier Matrosen handhaben ein Ruder.

Statue des Fu Xing, 1374 (c) Museo Nazionale d'Arte Orientale, Rom
Aus der Zeit des Kublai Khan stammen nachstehende Exponate wie eine aus getriebener Goldfolie gefertigte Buddha-Figur sowie ein aus Jade hergestelltes Stichblatt für Schwertklingen. Zu sehen sind zudem eine sogenannte Phönixkopf-Karaffe und kostbare Brokate.
Dem Leben auf kleinem Fuß ist ein eigenes Kapitel innerhalb der Schau gewidmet. Marco Polo berichtet zwar von den tippelnden Frauen, denen er begegnet war, erwähnt aber die sogenannten Lotusschuhe mit keinem Wort. Das Verkrüppeln der Füße durch die Lotusschuhe war unter Han-Chinesen in Mode und Versuche der Mandschu, zwischen dem 17. und frühen 20. Jahrhundert das Fußeinschüren zu verbieten, scheiterte kläglich.

Lotos-Schuhe, Anfang 19. Jh., China © Landesmuseum Hannover
Kannte Marco Polo schon Cash?
Während in Europa erst im 17. Jahrhundert Papiergeld im Umlauf war, gab es das in China bereits seit Jahrhunderten, war doch im Land der Mitte auch Papier erfunden worden. So kann man vermuten, dass auch die Polos mit dieser Art Zahlungsmittel in Berührung kamen. Das war etwas Neues für sie, denn in Europa wurde mit Gold- und Silbermünzen bezahlt. Im Fernen Osten wurde das im Umlauf befindliche Papiergeld durch Edelmetallreserven gedeckt. Der ausgestellte Geldschein, eine Leihgabe aus München, ist – das ist eine Seltenheit – ein Blankogeldschein und im Format größer als DIN A4. Niemand weiß, wie mit diesem Geld verfahren und wie es im täglichen Leben zum Einsatz kam oder gar in einem Geldbeutel aufbewahrt wurde. Auch Marco Polo machte wie auch zu anderen Alltagsphänomenen, so das Tragen sogenannter Lotusschuhe, in „Il Milione“ keine näheren Angaben.

Papiergeld, China, Ming Dynastie (1368-1644), Papier aus Maulbeerbaumrinde
© Staatliche Münzsammlung München
Selbst für Analphabeten war der Geldschein lesbar, da in der Mitte des Scheins die angehäuften und aufgefädelten Münzen dargestellt waren, die dem Wert des Geldscheins entsprachen. Gezeichnet wurde der Schein von einem Hofbeamten, gleichsam als ein Vertrag zwischen dem Staat und dem Bürger als Nutzer des Geldes zu verstehen. Der ausgestellte Schein entspricht 1000 Käsch (engl. Cash).Käsch war der in China einst übliche Begriff für Bares.
Es geht heim
Zum Schluss begleiten wir Marco Polo mittels einer Medienwand auch noch auf seiner Heimfahrt – diese hatte er auf seetüchtigen Dschunken angetreten, von denen zwei Modelle zur Schau gestellt werden – und erfahren dabei unter anderem, dass er in Indonesien Nashörner gesehen haben muss, da er in Kap 167 von Il Milione von wilden Elefanten und Einhörnern berichtete. Er schilderte diese kleiner als Elefanten mit einem Fell, das Büffeln gleicht, und Füßen, die denen der Elefanten ähneln. „Mitten auf der Stirn wächst das dicke schwarze Horn. Mit dem Horn verletzen sie niemanden, hingegen mit der Zunge, denn diese ist voll langer Stachel. ...“ So ist es nur logisch, dass in der Schau eine Radierung von Alessandro Loghi zu sehen ist, die allerdings die Zuschaustellung eines hornlosen Nashorns zeigt.
Zu hoffen bleibt, dass die Grabungen unter dem Theater Malibran alsbald mehr über den Reisenden aus Venedig zutage fördern, damit er nicht mehr eine Legende bleibt. Die jetzige Ausstellung in Hannover ist also erst ein Anfang, um die Legendenbildung aufzuweichen. (c) fdp
Sonderausstellungen 2012
»Im Reiche der Tiere. Streifzüge durch Kunst und Natur«
23. März bis 12. August 2012
 Landesmuseum Hannover.jpg)
Tiere sind uns vertraut als wertvolle Nutztiere und treue Begleiter; sie werden geliebt und gemalt. Oft betrachten wir Tiere jedoch nur aus einem Blickwinkel heraus, etwa aus biologischer Sicht oder mit den Augen des Künstlers. Wir sind es gewohnt, in Naturkundemuseen die biologische Seite der Tiere vorgeführt zu bekommen und in Gemäldegalerien stehen ästhetische oder kunsthistorische Aspekte im Vordergrund. In der Ausstellung »Im Reich der Tiere – Streifzüge durch Kunst und Natur« wird der Versuch unternommen, neue Perspektiven auf das Tier zu eröffnen. Naturkunde und Landesgalerie ergänzen sich dabei in idealer Weise. Präsentiert die Kunstgeschichte berühmte Künstlerinnen und Künstler mit ihren zwischen naturgetreu und impressionistisch gemalten Tierbildern, so kann die Naturkunde mit selten gezeigten Tierpräparaten das künstlerisch Dargestellte fast wieder lebendig werden lassen. »Untieren« wird mittels 3D-Techniken in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Fachhochschule Hannover sogar neues Leben eingehaucht!
.jpg)
»TABU?! Verborgene Kräfte – Geheimes Wissen«
28. September 2012 bis 7. April 2013
Die Ausstellung im Landesmuseum Hannover, deren Konzept von den KuratorInnen der Sammlungen in Hannover, Göttingen und Hildesheim entwickelt wird, richtet den Blick nicht nur auf ein faszinierendes und facettenreiches Thema, das allen Kulturen der Welt gemein ist, sondern bietet den Besuchern zugleich auch Einblicke in die selten gesehenen Schätze ethnologischer Sammlungen in Niedersachsen. Im Fokus der Ausstellung stehen unterschiedliche kulturelle Formen der Auseinandersetzung mit sozialen und individuellen Krisensituationen. Lebenssituationen gehen häufig einher mit Vorstellungen des Unbekannten, Unheimlichen und Unerklärlichen, die durch ritualisierte Handlungen gebändigt und verständlich gemacht werden sollen. In zahlreichen der in der Ausstellung vertretenen Kulturen haben Zeremonien und Rituale sowie die zugehörigen Objekte ihren Stellenwert bis in die Gegenwart behauptet. Über ihren ursprünglichen Kontext hinaus spielen sie heute auch eine zentrale Rolle für den Erhalt oder auch die Schaffung politisch nutzbarer kultureller Identitäten.

Karaffe mit Phönixkopf, 10. Jh. n. Chr., China
© Museo Nazionale d'Arte Orientale, Rom
Niedersächsiches Landesmuseum Hannover
Willy-Brandt-Allee 5
30169 Hannover
Telefonzentrale Tel. (05 11) 98 07 - 6 86
Öffnungszeiten
Di, Mi., Fr..-So. 10 -17 Uhr, Do. 10 - 19 Uhr
