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Gustav-Lübcke-Museum


Lieblingsorte - Künstlerkolonien von Worpswede bis Hiddensee
bis 21.05.2017

Wilhelm Morgner: Wenn die Seele brennt bis auf Weiteres

Lieblingsorte - Künstlerkolonien von Worpswede bis Hiddensee

Ich glaube, daß ich nie eine angeregtere, reichere Zeit erlebt habe, Bildersehen, Kunstgenuß, Musik, Literatur, Spaziergänge, glückliche Arbeit …“. So begeistert beschreibt der Maler Otto Modersohn das Lebensgefühl in der Künstlerkolonie Worpswede. Um 1900 gründeten sich vielerorts solche Malerkolonien. Künstler zogen aufs Land, um in der Gemeinschaft Gleichgesinnter zu leben und zu arbeiten. Ihre Erfahrungen waren so beglückend, dass die Künstlerkolonien bald zu Lieblingsorten der Maler wurden, wo sie die Sommer verbrachten oder sich sogar dauerhaft niederließen.

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Rudolf Bartels: Obstbaumbluete, Kunstmuseum Schwaan

Auch rund 100 Jahre später haben die Künstlerkolonien nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Viele der ehemaligen Künstlerkolonien sind heute touristische Ausflugsziele und damit Lieblingsorte der Besucher. Das Gustav-Lübcke-Museum versammelt erstmals Arbeiten aus sieben Künstlerkolonien zu einer umfassenden Überblicksschau. Der Fokus liegt dabei auf den Künstlerkolonien Norddeutschlands, da zu ihnen die bedeutendste deutsche Kolonie gehörte: Worpswede. Zu sehen sind aber auch Arbeiten aus Schwaan, Ferch, Nidden, Ahrenshoop, Hiddensee und Heikendorf, Rund 40 Maler mit insgesamt etwa 80 Bildern sind in der Schau vertreten.

Gasthaustyp oder Kolonietyp?

Der Rundgang durch die sehr gelungene Präsentation, die auch durch die sehr informativen, kurzgehaltenen Saaltexte und den Audioguide besticht, gleicht einer Reise von Worpswede aus ins Havelland nach Ferch (nahe Potsdam). So folgen wir den Spuren der wichtigsten Künstlerkolonien Norddeutschlands. Dass Murnau oder Dachau nicht vorgestellt werden, liegt in der Beschränkung der Schau und kann verschmerzt werden. Dass man auch auf Arbeiten von Otto Mueller, Erich Heckel oder Max Pechstein verzichten muss – sie waren auch zeitweilige Sommergäste unter anderem auf Hiddensee – die beiden Erstgenannten – und in Nidden auf der Kurischen Nehrung – empfindet man als Besucher nicht als Mangel der Schau.

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Fritz Overbeck: Birken vor Kornfeld, um 1892

Dass es kunstgeschichtlich eine Typisierung der Künstlerkolonien gab, deren Ursprung im französischen Barbizon zu sehen ist, scheint für das gemeine Publikum eher nebensächlich. Zu erwähnen ist allerdings, dass Hiddensee für den sogenannten Gasthaustyp steht. Hier waren Gasthäuser nicht nur Verbleib von Künstlern, sondern auch Treffpunkte und Ausstellungsorte. In Worpswede hingegen lebten Künstler nicht nur zeitweilig, sondern schufen sich auch wie Heinrich Vogeler ein eigenes Refugium. Allen Orten gemeinsam war, dass sie eine Art von Sehnsuchtsorten darstellten, fernab der Industrialisierung der Städte, anziehend durch die beinahe unberührte Natur und das einfache Leben, manchmal auch fern von jeder Bahnanbindung zu den großen Städten wie Bremen oder Berlin.

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Fritz Mackensen: Ruhende Schafe (c) Foto: fdp 2017

In Worpswede beginnt die Reise

Erster Blickfänger der opulenten Schau ist ein Gemälde des Worpsweder Malers Fritz Overbeck, der zu späterer Stunde an einem Maitag die Umgebung von Worpswede in Öl festgehalten hat. Schäfchenwolken verdecken den Himmel. Erdig-tonig zeigt sich die Landschaft. Ein kleines Bächlein schlängelt sich durch die Landschaft.

Dass Worpswede, dieses eher unscheinbare Moordorf, den Weg in die Kunstgeschichte fand, ist weniger Overbeck als Fritz Mackensen zu verdanken, der diesen Ort für sich entdeckte und eine Künstlerkolonie begründete, die nur wenige Jahre existierte und 1899 bereits praktisch am Ende war. Zu ihr gehörten neben den bereits Genannten auch Otto Modersohn, Heinrich Vogeler und Hans am Ende. Der Barkenhoff, einst Voglers Domizil, das Haus am Schluh und die Große Kunstschau sind bis heute in der Kunstwelt ein Begriff und ziehen jedes Jahr ungezählte Besucher an.

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Blick in die Ausstellung: hier Fritz Mackensens "Trinkender Bauer"

Blut und Boden

Mit Mackensen stand im Übrigen eine sehr schillernde Persönlichkeit im Rampenlicht von Worpswede, was die Schau nicht verschweigt. Seine Nähe zu den Nationalsozialisten wird ebenso erwähnt wie der Tatbestand, dass er dennoch 1952 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Mackensen steht für Pathos und Überhöhung der dörflichen Landschaft, nicht weit entfernt von der ab 1933 vorherrschenden „Blut-und-Boden-Ideologie“. Der kniende, trinkende Bauer umgeben von Korngarben steht für Mackensens Pathos und für die Verklärung des eigentlich armseligen und entbehrungsreichen bäuerlichen Daseins. Idylle pur wurde von Mackensen gemalt, so auch um 1910 die ruhenden Schafe, wenn auch mit sehr dynamischem Duktus. Die Landschaften, die Mackensen malte, so auch den Moorgraben mit einem Moorkahn und einer Torfkate im Hintergrund, sind in tonige Farbsetzungen getaucht.

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In der Ausstellung, (c) foto fdp 2017

Treffpunkt Barkenhoff

Zu einem Künstlertreffpunkt baute Heinrich Vogeler den Barkenhoff aus. Hier verkehrten nicht nur die genannten Maler, sondern auch Clara Westhoff, die spätere Ehefrau von Rainer Maria Rilke, der Worpswede häufig aufsuchte. Vogeler war ein Multitalent, denn er verstand neben der Malerei auch etwas von Design. Davon kann man sich in der Dauerausstellung überzeugen, wenn man das inszenierte Vogeler-Zimmer mit rustikaler Einrichtung besucht.

Dass Vogelers Herz links schlug, zeigte sich, als er sein Haus in ein kommunistisches Kinderheim umgestaltete. Ihn selbst zog es in die Sowjetunion, wo er, nach Kasachstan verbannt, verarmt verstarb. Eher süßlich wirkt seine Frühlingslandschaft, in der ein postpubertäres nacktes Blumenmädchen liegt. Zu sehen ist aber auch eine Ansicht des Barkenhoffs, ein Windspiel an der Gartenpforte sitzend und seine Frau Martha Vogeler daran lehnend.

Was hülfen uns unsere Strohhütten, Birkenwege und Moorkanäle, wenn wir diesen Himmel nicht hätten, welcher alles, selbst das Unbedeutendste, adelt … Fritz Overbeck, 1895

Hingucker im ersten Teil der Schau sind Arbeiten wie „Birken im Kornfeld“ und unter fahlem Mondlicht „Zwischen Moorwänden“. Atmosphärisch dicht ist das Gemälde von Hans am Ende, das ein bäuerliches Anwesen im Abendlicht zeigt.

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Otto Moderoshn Moorkarte mit Birkenallee (c) foto fdp 2017

Die Malweiber

Da Frauen der Zugang zur akademischen Ausbildung verwehrt war, konnten sie sich als Künstlerinnen nur verwirklichen, wenn sie Privatunterricht nahmen oder wie Hermine Overbeck-Rothe mit einem Künstler liiert waren. Das gilt auch für Paula Modersohn-Becker. Dass dabei die sogenannten Malweiber sehr häufig ihre Karrieren hintenanstellten, zeigt die Biografie von Hermine Overbeck, die sich nach dem Tod ihres Mannes ausschließlich um dessen Nachlass kümmerte und ihre eigene künstlerische Fortentwicklung vernachlässigte. Unter anderem zeigt die Schau von Hermine Overbeck „Trocknende Wäsche“ und „Steg über den Moorgraben“, kleinformatige Werke mit Nah- und Weitblicken. Paula Modersohn-Becker darf in der Schau nicht fehlen, keine Frage. Von ihr ist ihre „Herbstlandschaft am Weyenberg“ zu sehen, die den Blick des Betrachters anzieht.

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Arthur Borghard Bauerngehoeft am Kornfeld

Vergessenes Schwaan

Nein, Zugereiste wie in Worpswede, gab es im fast menschenleeren Mecklenburg-Vorpommern nahe Rostock nicht. Einheimische Maler wie Franz Bunke und Rudolf Bartels sowie Peter Paul Draewig packten hier Farbtuben, Palette, Staffelei und Hocker aus, um unter freiem Himmel Eindrücke einzufangen. Der Hamburger Künstler Alfred Heinsohn – vom Kubismus und Expressionismus beeinflusst – war allerdings ein Zugereister, der sich nach dem Ende des I. Weltkriegs verarmt nach Hamburg zurückgekehrt 1927 das Leben nahm. Bunke gilt im Übrigen als Vater der Kolonie. „Schwaan im Morgennebel“ stammt von ihm und zeigt den Ort mit der markanten Kirche im sich lichtenden Nebel bei einsetzendem Sonnenaufgang. Wild-gestisch erscheint der Farbauftrag mit Klecksen und breiten Farbstrichen in Rudolf Bartels „Obstbaumblüte“. Die Bäume stehen in voller Blüte. Man könnte sogar von einer Explosion in zartem Rosa und Weiß sprechen, die die Leinwand überzieht. Heinsohns „Kirchhof im Frühlingsgrün“ verdeutlicht dessen Nähe zum Expressionismus. Die Grabstellen und Kreuze werden von der Natur überwuchert, getaucht in allerlei Grünnuancen, die gestisch aufgetragen wurden. Aus der Reihe der impressionistischen sowie realistischen Landschaften fällt auch Heinsohns Arbeit „Im Park“. Es ist eine geometrisierte Landschaftsansicht, wenn auch nicht mit kristallinen Formen, die wir von Lionel Feininger kennen, aber die Tendenzen hierzu sind schon zu erkennen.

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Paul Mueller Kaempf: Netzboot in den Dünen, (c) foto fdp 2017

Der Ort nahe Kiel und an der Kieler Förde gelegen ist eher wenig bekannt. Mit ihm verbunden sind Namen wie Georg Burmeister und Werner Lange sowie Heinrich Blunck, dessen „Rapssaatkoppel“ ein Hingucker ist. Unter einem bewegten Himmel in Zartrosa, Lila und Himmelblau erstreckt sich eine gelbe Matte von Raps unweit des Wassers, ein Bild, das man eher in den Landstrich Angeln als nach Kiel verorten würde. Sehr stimmungsvoll ausgeformt ist Burmeisters „Untergehender Mond am Wasser“. Ähnlich wie Heinsohn, so schlug auch Werner Lange mit seinem Gemälde „Phantome“ aus der Art, zumal es von 1955 stammt, also als Spätwerk zu bezeichnen ist. In diesem Gemälde scheint sich das Fantastische mit urzeitlicher Höhlenmalerei zu vereinen. Beim Betrachten werden auch Bezüge zu Arbeiten von Willi Baumeister sichtbar.

Hiddensee, Insel der Aussteiger

Nein, wie gesagt Arbeiten von Otto Mueller und Erich Heckel zeigt man nicht. Stattdessen widmet man sich dem Hiddenseer Künstlerinnenbund, zu dem Katharina Bamberg, Elisabeth Büschel und Clara Arnheim – sie wurde in Theresienstadt ermordet – gehörten. Zu sehen sind Arbeiten wie „Bei der Ernte“ (Elisabeth Büschel) und „Inselblick“ (Katharina Bamberg).

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Max Heilmann Tal des Schweigens, (c) foto fdp 2017H

Sehnsuchtsort Kurische Nehrung

„Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, daß man sie eigentlich ebenso gut als Spanien und Italien gesehen haben muss, wenn einem nicht ein wunderbares Bild der Seele fehlen soll.“ Das sind Worte des preußischen Gelehrten Wilhelm von Humboldt aus dem Jahr 1809. Studenten der Akademie Königsberg entdeckten Nidden für sich, so auch Lovis Corinth. Ab 1907 kam Max Pechstein wiederholt hierher, angezogen vom beeindruckenden Alltag der ostansässigen Fischer. Nicht nur als Sommerfrischler kam Erich Mollenhauer nach Nidden, sondern er verliebte sich in eine Gastwirtstochter, heiratete diese und betrieb hinfort den Gasthof seines Schwiegervaters. Dieser Gasthof wurde am Ende des II. Weltkriegs ebenso zerstört wie Mollenhauers Atelier. Ein Großteil seiner Arbeiten ging verloren. Nur aus der Erinnerung konnte er entsprechende Motive im Nachgang malen, so auch den „Leuchtturm von Nidden“ (1959). Größtenteils findet man neben den Arbeiten von Mollenhauer die von Karl Eulenstein, einem weiteren Maler aus Nidden, im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg.

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Th.v. Brockhusen Blick ueberden Schiwelowsee in Richtung Ferch

Gezeigt werden in Hamm unter anderem „Strand an der Kurischen Nehrung“ (Eduard Bischoff) und „Ansicht von Gilge“ (Bertha Schütz) sowie Max Heilmanns „Das Tal des Schweigens, südl von Nidden“, eine beeindruckende Dünenlandschaft, die man auch für eine Sandwüstenlandschaft halten könnte.

Zum Abschluss der „Rundreise“ streifen wir noch Ahrenshoop und zum Schluss das Havelland, mit ihren jeweils prägenden Landschaftsbildern. Dazu gehören das Gemälde „Einsamkeit. Birkenwald am Darß“ von Elisabeth von Eicken und Theo von Brockhusens Arbeit „Blick über den Schwielowsee in Richtung Ferch“.

© ferdinand dupuis-panther: text und fotos, wenn nicht anders vermerkt, © Gemälde bei den Künstlern und deren Rechtenachfolgern

Wilhelm Morgner: Wenn die Seele brennt

Das Werk, das der Künstler mit 26 Jahren hinterließ, ist beachtlich. Es reicht von figürlichen, realistischen Darstellungen bis hin zu ornamentalen Abstraktionen. Morgner malte und zeichnete mit tiefer Empfindung und großer Emotion: hauptsächlich Holzarbeiter, Kartoffelernten, Tiere, Landschaften, Selbstbildnisse und astrale Kompositionen sowie religiöse Motive. Als er am 16. August 1917 in Flandern fiel, trug er seine letzte Arbeit bei sich: die Radierung „Große Kreuzigung", die er auf Dosenblech geritzt hat.

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Bildniskarikatur Wilhelm Wulff um 1909/10 Tuschzeichnung

Sehr gelungen ist die kleine Schau vor allem der grafischen Arbeiten, die Morgner bis zu seinem frühen Tod geschaffen hat. Langemark war nicht nur für ihn, sondern für eine Generation jünger Männer die Endstation des Lebens, hingemetzelt während eines erbarmungslosen Stellungskriegs. Wer ihn überlebte, so wie Max Beckmann und Ernst Ludwig Kirchner, kam gebrochen zurück, geplagt von posttraumatischen Störungen. So kann man mit Fug und Recht von einer verlorenen Generation der künstlerischen Elite sprechen, zu der ja nicht nur Morgner, sondern auch Hermann Stenner – in der Dauerausstellung des Hauses auch vertreten -, Franz Marc und Auguste Macke gehörten.

O heißa, der Tod ist mein Freund, er ist's, mit dem ich Reigen tanze. Auch, wie lache ich, wenn die Menschen das Entsetzen packt vor meinem besten Freund, der Tod.“ Wilhelm Morgner

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Wilhelm Morgener (1891-1917): Der Mann auf dem Hügel, 1911, Leintempera auf Graupappe, 85 x 117 cm.,

1929 gelangte das erste Werk Morgners in den Besitz des Museums. Unterdessen ist das Konvolut aus Bleistift-, Tusche- und Kohlezeichnungen sowie Radierungen und Holzschnitten auf rund 50 angewachsen. Aus diesem Bestand schöpft die kleine Schau. Darunter sind auch religiöse Szenen wie eine Kreuzigungsdarstellung mit überwiegend gesichtslosen Figuren, die teilweise auf Pferden sitzen und sich um den Gekreuzigten scharen. Zwei Totenschädel haben ihren Platz am Fuß des Kreuzes. Man sieht aber auch eine blaurote Hügellandschaft, in der wie verloren ein Mann unterwegs ist, der eher einem Schattenriss gleicht. Darüber hinaus zeigt man die „Astrale Komposition VII“, eine Kohlezeichnung von 1913, die ein wenig den „Kosmos Morgners“ erhellt. Überaus gelungen erscheinen Morgners Porträts, so das des serbischen Bauern und der strickenden Frau. Morgner scheute sich auch nicht, Alltagsszenen, die auf den ersten Blick banal erscheinen, für die Nachwelt festzuhalten, so mit dem Linolschnitt „Kartoffelernte“. Eine Bäuerin mit ihren Kindern ist bei der mühseligen nachlese zu sehen. Zwischen ihnen steht der Flechtkorb, in denen die Erdäpfel geworfen werden.

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Serbische Bauernfamilie 1917 Tuschfeder

„Mutter und Kind“ ist eine weitere Arbeit. Hier sitzt die Mutter am Rande eines umgepflügten Feldes auf einem umgestürzten großen Korb. Schält sie gerade eine Kartoffel? Einen Südwester auf dem Kopf, die hohen Wangenknochen hervorstechend so wie die Knollennase – das sind die markanten Merkmale eines Männerporträts, das in der Schau ebenfalls gezeigt wird. Wer ist der Mann auf dem Hügel, der hinab auf die Felder und das Fachwerkhaus schaut? Ist es Morgner, der seine kleine Welt betrachtet? Man könnte es vermuten. Auffällig ist bei der Anlage der Arbeit, dass Morgner versucht hat, die Erdkrümmung in diese aufzunehmen, so als wäre der Horizont nicht eine gerade, sondern eine gekrümmte Linie, als würde man mitten auf einem Globus hocken und in die Ferne schauen. Zum Schluss noch der Hinweis auf eine Mutter-Kind-Darstellung, bei der man meinen könnte, beide stünden inmitten eines Infernos, würden von einem Flammenmeer eingeschlossen. Hat Morgner dabei die Kriegserfahrungen einfließen lassen oder ahnte er, was da auf ihn und andere zukommen sollte? © ferdinand dupuis-panther: text, fotos: Heinz Feussner

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Wilhelm Morgner, Verkündigung, Feder/Aquarell/Papier, 1914, Courtesy Gustav-Lübcke-Museum

Gustav-Lübcke-Museum
Neue Bahnhofstraße 9
59065 Hamm
http://www.hamm.de/gustav-luebcke-museum.html

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