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Ausstellungsorte in Hamburg: Altonaer Museum / Bucerius-Kunstforum / Kunsthalle / Museum für Kunst und Gewerbe / hamburgmuseum / Museum der Arbeit

Hamburg
Museum für Kunst und Gewerbe

Frisch renoviert laufend

Ausstellungen

Frisch renoviert

Neben den Hamburger Zimmern besitzt das Haus auch mehrere weitere historische Zimmer, die nunmehr wieder öffentlich zugänglich sind. Es handelt sich um das Louis-Seize-Zimmer und die Milde Speckter-Zimmer. Sie zu finden, ist allerdings so eine Sache, da ein eindeutiges Leitsystem im Haus bisher nicht vorhanden ist. Also muss man sich durchfragen.

Aus der Katharinenstraße 17 in Hamburg stammt der Louis-Seize-Raum mit seinem Fischgrätenparkettfußboden. Wer sich wohl in diesem repräsentativen Raum mit zwei großen Spiegeln über zwei Konsolentischchen und dem vergoldeten Schnitzwerk der Wandverkleidungen auf Einladung des Kaufmanns und Ratsherren Nikolaus Gottlieb Lütkens getroffen haben mag? Zu Geld gekommen ist dieser hanseatische Kaufmann aufgrund seiner Handelsbeziehungen mit Frankreich. Von dort stammt wohl auch die Idee für die Gestaltung des Raumes im Stil Louis XVI., der von 1774 bis 1792 regierte. Gusseiserne Öfen mit Keramikaufsätzen, die mit Flammen- und Rosenmotiven verziert sind, gaben dem Raum wohl die nötige Wärme. Betrachtet man die Spiegel im Raum, auch die ovalen mit vorgesetzten Leuchtern, könnte man sich vorstellen, dass hier nicht nur üppig gespeis wurdet, sondern vielleicht Hauskonzerte stattfanden oder das Tanzbein geschwungen wurde.

Gegenüber diesem Raum befindet sich eine Raumflucht, die Hamburger Geschichte und Traditionsbewusstsein repräsentiert. Es sind die Milde-Speckter-Zimmer. Sie wurden nach den beiden Künstlern Erwin Speckter und Carl Julius Milde benannt, die sich bei der Raumgestaltung von pompejanischer Wandmalerei hatten inspirieren lassen. Ein Raum stammt aus dem abgebrochenen Stadtpalais des Juristen Dr. August Abendroth – ein Modell zeigt diesen Stadtpalais. Es handelt sich um das halbrunde Balkonzimmer der Bel Etage des 1905 abgebrochenen Palais. Ein weiterer Raum nimmt das um 1830 vollendete Kabinett aus dem Herrenhaus des Syndikus Dr. Karl Sieveking auf. Das dritte Zimmer war Teil des Hauses des Lübecker Kaufmann Christian Adolf Nölting und wurde nach Ideen von Milde ausgemalt. Bereits 1908 bis 1911 wurden die beiden oben genannten Zimmer im Museum für Kunst und Gewerbe rekonstruiert, erst 1956/7 erfolgte die Rekonstruktion des Sieveking-Kabinetts. Allen gemeinsam ist die Ausmalung mit an die Antike angelehnten Motiven wie kletternden Amoretten. Zu sehen sind im Zimmer aus dem Haus der Familie Nölting italienische Landschaften, darunter der brodelnde Vesuv bei Neapel. Es finden sich in den Räumen aber auch allerlei Tiermotive wie Ziege, Tiger, Schwan, Papagei, Strauß, Zebra und Elefant. Zu sehen sind aber auch Delfine und Schildkröten sowie ein Porträt von Carl Julius Milde. An die Ausmalungen der Villen von Pompeji und Herculaneum erinnern die weinroten Wandpaneele, die links und rechts von „Bildpilastern“ gerahmt werden.

Ausstellungen

Sneaker. Design für schnelle Füße
bis 28. August 2016

Sneaker, von to sneak (engl., schleichen) … Still, heimlich und leise haben sich Turnschuhe vom zweckgebundenen Sportschuh in die Mitte unserer Gesellschaft geschlichen. Sie sind zu einem entscheidenden Accessoire des modernen Großstadtmenschen geworden. Und das rund um die Welt, globaler denn je. Etwa ein Dutzend große Marken – und hunderte von kleinen – streiten sich um die Gunst der Käufer, und dies immer weniger mit Preiskämpfen, sondern vielmehr mit coolem Image und hippem Design. Natürlich gibt es weiterhin Schuhe für die einzelnen Sportarten, doch wichtiger sind mittlerweile die Straßenschuhe, die in Serien erscheinen, Eigennamen erhalten und oft nur in limitierten Editionen auf den Markt gebracht werden. Turnschuhe werden zum Sammlerstück und zur gesuchten Rarität. Und sie werden mit großem Aufwand gestaltet und beworben. Die Ausstellung Sneaker. Design für schnelle Füße versammelt rund 100 Plakate und andere Promotion-Drucke aus aller Welt, entworfen von jungen Designern und verbreitet in der Regel von großen, oft international agierenden Agenturen. Dazu werden Privatsammler von Schuhen eingeladen, ausgewählte Preziosen ihrer Sammlung zu zeigen. Es geht dabei nicht nur um die Schuhe, um ihre Gestaltung und ihre Hightech-Materialien, sondern auch um ihre Wertsteigerung jenseits der Herstellungskosten. Sammler zahlen Summen weit über dem tatsächlichen Verkaufspreis. Die Ausstellung zeigt auch, wie es den Sammler gelingt, die Schuhe zu erwerben und was gerade diese Exemplare so besonders macht.

Ansichten und Visionen
bis 30. Oktober 2016

Nach dem Ersten Weltkrieg sorgen Wirtschaftskrisen, Reparationszahlungen und die politischen Kämpfe der Weimarer Republik für Not und Unsicherheit. Die Großstadt mit ihren Mietskasernen erscheint vielen Menschen als bedrohlich und ausweglos. Künstler widersetzen sich der bitteren Realität und entwickelten Alternativen – Utopien und eigene Lebenswelten. Architekten entwerfen kosmische Strukturen und zukunftsweisende, aber kaum auszuführende Architekturen. Kaum bekannt und wenig erforscht ist die Tatsache, dass es auch in Hamburg eine Reihe von Künstlern gibt, die sich diesem Themenkreis verschreiben. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) zeigt nun in der Ausstellung Hamburg in den zwanziger Jahren. Ansichten und Visionen über 40 Stadtansichten, Architekturvisionen und künstlerischen Interpretationen. Allen voran Rolf Nesch, der die Hamburger Brücken in poetische Skulpturen verwandelt. Max Gerntke, Partner des Architekturbüros Esselmann und Gerntke, entwickelt kraftvolle farbige Zukunftsvisionen und entwirft unter anderem einen neuen Alsterpavillon, der tatsächlich umgesetzt wird. Der Scherenschnittkünstler Georg Hempel verdient seinen Lebensunterhalt auf Jahrmärkten, interpretiert in seiner Freizeit jedoch die Hamburger Hafenlandschaft und erschafft kleine rhythmische Meisterwerke in schwarzem Papier. Willy Davidson koloriert seine expressiven Stadtansichten mit kräftigen Ölkreiden. Karl Gröning entwirft in seiner Grafikserie kubistische Speicherstädte und Paul Helms schafft feinteilige Holzschnitte über die Backsteinarchitektur Hamburgs. Diese verschiedenen Ansätze, der Realität zu entfliehen und eine neue, bessere Welt entstehen zu lassen, ergeben ein überraschendes und heute noch bewegendes Bild von Hamburg in den zwanziger Jahren. Die Ausstellung zeigt Zeichnungen, Gouachen, Lithografien, Metalldrucke, Holzschnitte und Scherenschnitte, die zwischen 1919 und 1934 entstehen.

Museum für Kunst und Gewerbe
Steintorplatz
20099 Hamburg
Tel.:Infoband: (040) 428 134 - 26 30
service@mkg-hamburg.de
Öffnungszeiten Di bis So 11 bis 18 Uhr, Mi und Do 11 bis 21 Uhr

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