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Hamburg
Kunsthalle

Herausragende Kunstwerke vom Mittelalter bis zur Neuzeit
laufend

minimal and beyond
bis 24. Juni 2012


Louise Bourgeois Passage dangereux
bis 17. Juni 2012

minimal and beyond

Die Sammlungspräsentation minimal and beyond zeigt Skulpturen, Objekte, Bilder, Photogra Zeichnungen und Videos von den 1960er Jahren bis heute. Beteiligte Künstler sind u. a.: Carl Andre, Hanne Darboven, Isa Genzken, Félix González-Torres, On Kawara, Kitty Kraus, Robert Morris, Bruce Nauman, Cady Noland, Gregor Schneider und Andreas Slominski.

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Reiner Ruthenbeck (*1937) Aschehaufen VI, 1968/71 © VG Bild-Kunst, Bonn 2011 Photo: Kay Riechers

Nein gefällig und eingängig sind die gezeigten Arbeiten nicht. Auch von Massenkompatibilität kann man bei diesen minimalistischen Arbeiten von Flavin, Andre, Rose, Sol LeWitt, Darboven und anderen nicht reden. Doch derartige Kunst muss gezeigt werden, steht sie doch für einen bestimmten Zeitgeist der 1960er, 1970er und 1980er Jahre und für eine Kunstströmung der Gegenwart.

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Richard Long (*1945) Magpie Line, Malmö, 1985 Sammlung Lafrenz in der Hamburger Kunsthalle © VG Bild-Kunst, Bonn 2011 Photo: Kay Riechers Im Hintergrund: Alan Charlton (*1948) Channel Painting No. 3, 1975 Sammlung Lafrenz in der Hamburger Kunsthalle © Hamburger Kunsthalle/Alan Charlton Photo: Kay Riechers

In einer Art Diptyk in Schokoladenbraun verewigte sich in den 1960er Jahren Hanne Darboven, die ihre beiden Werke unbetitelt ließ. Tritt man näher, kann man die „reliefierte“ Oberfläche der beiden Arbeiten ausmachen. Zudem sieht man zahlreiche Perforationen. Unter einer schützenden Plexiglasabdeckung entdecken wir Sol LeWitts Kubustürme, die vordergründig eine Art Stadtraum bilden. Filz ist das Material mit dem Robert Morris arbeitet. Dreidimensionale Arbeiten sind diesem Künstler dank einer intelligenten Stoffdrapierung gelungen. Im Dialog mit diesen Filzgebilden steht Rolf Roses Gemälde in Grüngelb. Deutlich erkennbar sind die horizontalen Riffelungen in dem monochromen Werk. Mit Farbe experimentiert auch Gotthard Graubner in seiner Arbeit „Farbraumkörper - mesas I“. Das „Kissengebilde“ ist in changierende Braun-Grüntöne getaucht.

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Robert Morris (*1931) Untitled, 1967 Grauer Filz © Hamburger Kunsthalle/bpk,VG Bild-Kunst, Bonn 2011 Photo: Christoph Irrgang

Selten genug ist Kunst zum Anfassen und Ausprobieren. Doch Franz Erhard Walther besteht darauf, dass Besucher seine drei Sockel und vier Standstellen in „Besitz nehmen“. Hat man seinen PLatz in den Standbahnen eingenommen, schaut mal entweder auf die weiße Saalwand oder hinaus auf den Fernsehturm und die Gleise der Bahn.

Aus Malmö stammen die großen Feuersteine, die Richard Long für seine Bodenskulptur gesammelt hat. Elf Meter ist dieses Steingebilde lang, das den Titel „Magische Linie, Malmö“ trägt. Man könnte beim Anblick des Gebildes an eine Buhne oder eine aus Steinen geschaffene Seebrücke denken. Doch wo ist der Meeresblick?

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Dan Flavin (1933-1996) Ohne Titel, 1970 Sammlung Hannes von Gösseln, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2011 Photo: Kay Riechers

In einer Raumecke hat eine rote Hängematte ihren Platz. Sie stammt ebenso wie der im gleichen Raum installierte Aschekegel mit eingesetzten Eisenträgern von Reiner Ruthebeck. Passieren wir die schwarze Girlande von Thomas Schütt, so stehen wir vor einem riesigen Gestell aus Maschendraht. „Not yet titled“ war alles, was Cady Noland zu seinem Werk einfiel. Dreizehn Balken aus Western Red Cedar fügte Carl Andre zu einem bankartigen Gebilde zusammen, das 1989 entstanden ist. Neben derartigen plastischen Arbeiten stellt man aktuell auch fotografische Arbeiten des Ehepaars Bechers aus. Von ihnen stammt die Serie von Gasometern in Schwarz-Weiß. Deren Struktur hat durchaus eine Verbindung zu Nolands „Bettgestell“. Aus dünnen Betonplatten schuf Isa Genzken einen Leerraum, der auf einem hohen Sockel steht. Was sich allerdings hinter dem Kürzel H.M.G. verbirgt, mit dem die Arbeit bezeichnet wird, bleibt dem Besucher rätselhaft.

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Felix Gonzalez-Torres (1957-1996) "Untitled" (Lover Boys), 1991 Glenstone Collection, Potomac, USA © The Felix Gonzalez-Torres Foundation Photo: Kay Riechers

Mit Leuchtstoffröhren schuf Dan Flavin Raumeindrücke, so auch mit den in der Kunsthalle platzierten roten und blauen Röhren, die eine Raumecke überbrücken. Blaufarbene Bonbons in Zellophan hat Felix Gonzales Torres gleichsam unachtsam in einer Raumecke zu einem Kegel aufgeschüttet. Bisweilen findet man den einen oder anderen Bonbon auch außerhalb der obersten Etage, in der „minimal&beyond“ auf dem Programm steht. Vergängliche Kunst also, die Torres schafft oder honi soit quit mal y pense? © fdp

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Felix Gonzalez-Torres (1957-1996) Untitled (Loverboy), 1989 Blue sheer fabric and hanging device Dimensions vary with installation © The Felix-Gonzalez-Torres-Foundation


Louise Bourgeois Passage dangereux

Die Hamburger Kunsthalle ehrt mit einer Ausstellung eine Jahrhundert-Künstlerin: Louise Bourgeois (1911-2010). Aus Anlass des 100. Geburtstags der Künstlerin werden Skulpturen, Rauminstallationen, Radierungen, Arbeiten aus Stoff und Tapisserien gezeigt, die in den letzten 15 Lebensjahren entstan- den sind. Das Werk einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstlerinnen unserer Zeit offenbart eine ganz eigene Form- und Materialsprache. Es behandelt existentielle Themen des Menschseins und zugleich ganz persönliche Erfahrungen, denen sich Louise Bourgeois unermüdlich zu stellen wagte: Angst, Abhängigkeit, Erinnerung, Sexualität, Liebe und Tod.

 

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Louise Bourgeois mit SPIDER IV in 1996 Portrait: © Peter Bellamy/SPIDER IV: © Louise Bourgeois Trust; VG Bild-Kunst, Bonn 2011 Photo: Peter Bellamy

 

Berichterstattung folgt!

 


 

Herausragende Kunstwerke vom Mittelalter bis zur Neuzeit: Niederländische Meister, aber auch die klassische Moderne

1869 wurde die erste Hamburger Kunsthalle eröffnet. Im Zuge der Sammlungserweiterung war als Ergänzung des bestehenden Museumsgebäudes 1919 ein Neubau notwendig geworden. Jüngstes Kind der »Hamburger Museumsinsel« ist die 1997 eröffnete Galerie der Gegenwart, ein heller Kubus, dessen Entwurf von Oswald Mathias Ungers stammt.

Besonders stolz ist das Haus auf die niederländischen und flämischen Meisterwerke des 17. Jahrhunderts. In den Landschaftsansichten eines Jacob Isaacksz van Ruisdael (1628/29-82) dominieren die Naturmächte, während die Architekturansichten von Pieter Jansz Saenredam (1597-1665) durch Detailtreue bestechen. Die Romantiker des 19. Jahrhunderts, Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge, sind ebenso wie die so genannten Deutsch-Römer, Anselm Feuerbach und Arnold Böcklin, mit bekannten Arbeiten vertreten. Außerdem sind mehrere Gemälde Adolph von Menzels zu sehen, der als »malender Historiker« u. a. Werke wie „Die Aufbahrung der Gefallenen der Märzrevolution in Berlin“ (1848) schuf. Schließlich fehlt in der Sammlung weder der Impressionismus noch die klassische Moderne und die Kunst der Gegenwart.Caspar David Friedrichs (1774-1840) »Eismeer« versinnbildlicht die mächtigen Naturgewalten, während der »Wanderer über dem Nebelmeer« den (sehnsüchtigen) Blick in die Ferne eröffnet. Im Gegensatz dazu dominieren bei Philipp Otto Runge (1777-1810) Selbst- und Familienporträts, in denen sich bürgerliches Familienglück widerspiegelt. Nicht minder beeindruckend, Arbeiten des deutschen Impressionisten Max Liebermann, der nicht nur Hamburg-Ansichten wie »Abend am Uhlenhorster Fährhaus« schuf, sondern auch naturalistische Gemälde wie »Netzflickerinnen«.

Ausstellungen 2012/13

PAUL WUNDERLICH Das frühe lithographische Werk
5. Februar bis 27. Mai 2012
Hamburger Gang

Zum ersten Mal würdigt ein Hamburger Museum das Werk von Paul Wunderlich (1927-2010) mit einer Einzelausstellung. Wunderlich zählte bis zu seinem Tod im Jahr 2010 zu jenen Künstlern der Stadt, die international ein hohes Ansehen genossen. Noch während seines Studiums an der Landeskunstschule in Hamburg wurde ihm die Leitung der graphischen Werkstatt übertragen, wo er als Drucker für Emil Nolde und Oskar Kokoschka arbeitete und seinen Kommilitonen Horst Janssen in die Kunst der Radie- rung einführte. Der Skandal um die Lithographie-Folge qui s'explique, die wegen ihrer sexuellen Brisanz von der Hamburger Staatsanwaltschaft 1960 beschlagnahmt wurde, machte ihn schlagartig berühmt und brachte ihm einen festen Platz in der Sammlung des Museum of Modern Art in New York ein. Auch ist Wunderlich zu Lebzeiten als einziger deutscher Künstler in die Pariser "Académie des Beaux-Arts" aufgenommen worden. Anlass der Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle ist die Schenkung eines großen Bestands an Lithographien Wunderlichs durch den Berliner Kunsthändler Dieter Brusberg. Da sich diese Sammlung auf einen spezifischen Zeitabschnitt, namentlich auf Wunderlichs frühe Lithographien konzentriert, wer- den Arbeiten aus den Jahren bis 1975 gezeigt. Das ermöglicht einen gezielten Blick auf die Frühphase des Künstlers, auf die Entwicklung seiner unverwechselbaren Handschrift und auf bislang unpublizierte Lithographien, in denen sich auch Einflüsse anderer Künstler zeigen. Präsentiert werden rund 80 Lithographien, die motivisch gruppiert sind. Ergänzt werden diese Blätter durch Radierungen und Ölgemälde aus eigenem Bestand sowie aus der Sammlung von Karin Székessy-Wunderlich.

Müde Helden: Ferdinand Hodler – Aleksandr Dejneka –
Neo Rauch Hamburger Kunsthalle, Galerie der Gegenwart
17. Februar bis 13. Mai 2012

Im Mittelpunkt der Ausstellung Müde Helden: Ferdinand Hodler - Aleksandr Dejneka - Neo Rauch steht die Entwicklung der Utopie des 'Neuen Menschen' im 20. Jahrhundert. Am Anfang dieser historischen Entwicklung steht der Schweizer Maler Ferdinand Hodler. Als einer der künstlerischen Exponenten der Lebensreformbewegung gibt er dem um 1900 mit großem Pathos vorgetragenen Thema des 'Neuen Menschen' in seiner Malerei künstlerischen Ausdruck. Seine großfigurigen Gemälde weiblicher und männlicher Gestalten tragen jedoch ungeachtet ihrer monumentalen Gestalt bereits die Zeichen des Artifiziellen und Dekorativen an sich - und können von daher als 'müde Helden' betrachtet werden. Der im Westen weniger bekannte, 1899 in Kursk geborene russische Maler Aleksandr Dejneka war zwischen 1918, dem Todesjahr Ferdinand Hodlers und der Verordnung des Sozialistischen Realismus in der Sowjetunion im Jahr 1932 ein Protagonist der postrevolutionären Malerei. Bisher völlig unbeachtet blieb, wie sehr sich Dejneka in seinen Bildmotiven, wie auch in der Körpersprache und der Modellierung seiner Personen an Hodlers eurythmisch bewegten Figuren orientiert. In seinen Gemälden ersetzt Dejneka die aufblühende Natur durch im Aufbau befindliche Industrielandschaften. Dejnekas Arbeiterinnen und Arbeiter erscheinen wie die Wiedergeburt der symbolistischen Malerei des Schweizers in proletarischem Gewand. Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts greift der in der DDR aufgewachsene und ausgebildete Neo Rauch den von Hodler und Dejneka geprägten Typus nach dem Ende des Kommunismus erneut auf. Mit bewusstem Rückgriff auf die Helden aus der Technik und Industrie der 1920er und 1930er Jahre lässt er die Figuren in Posen der Handlungshemmung erstarren und in absurden Zusammenhängen ins Leere laufen. Die Utopie des 'Neuen Menschen' verkehrt sich hier in eine Absage an die Fortschrittsgläubigkeit und an jegliche Ideologie. In der Ausstellung Müde Helden wird das Werk des international anerkannten, führenden Malerstars der Leipziger Schule, Neo Rauch, erstmals in einen historischen und kunsthistorischen Zusammenhang präsentiert. Zudem bietet Müde Helden die Gelegenheit das Werk des in Russland hoch verehrten Malers Aleksandr Dejneka zu entdecken, der mit einer großen Anzahl wichtiger Gemälde vertreten sein wird, die noch nie in Deutschland zu sehen waren. Die Ausstellung umfasst etwa 80 großformatige Gemälde sowie Graphik und Zeichnungen und wird in der ersten und zweiten Etage der Galerie der Gegenwart zu sehen sein.

LOST PLACES
8. Juni bis 23. September 2012
Galerie der Gegenwart, Sockelgeschoss

In den letzten Jahren hat die Photographie innerhalb der künstlerischen Medien einen neuen Höh punkt erreicht. Ausgehend von der Düsseldorfer Schule mit Künstlern wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff oder Candida Höfer hat sich eine junge Generation von Künstlern entwickelt, die auf unterschiedliche Weise das Thema ‚Raum' und ‚Ort' im Zeichen historischer Veränderungen und sozialer Krisen aufzeigen. Mit der Ausstellung Lost Places widmet sich die Hamburger Kunsthalle diesen neuen Positionen, die in Photographie, Film und Installation verschiedenste Orte und Lebensräume und ihre zunehmende Isolierung dokumentieren. Joel Sternfelds dokumentarische Photographien zeigen Orte, die Schauplatz eines Verbrechens waren. Thomas Demand reinszeniert reale Tatorte zunächst als Modell, um sie dann abzulichten. Beate Güt- schow wiederum konstruiert in ihren großformatigen Photographien Stadt- und Naturlandschaften, die an bekannte Orte erinnern, jedoch keinen wirklichen Bezug zulassen. Sarah Schönfeld zeigt in ihren Photographien "das Bild der Erinnerung im Raum der Gegenwart". Sie besucht alte Orte ihrer DDR- Kindheit und zeigt diese im gegenwärtigen Zustand, wobei sie beide Momente miteinander konfrontiert. Der Amerikaner Andrew Moore photographierte den Verfall amerikanischer Industriestädte wie Detroit als Beispiel des Niedergangs ganzer sozialer Systeme. Omer Fast erzählt in seiner fiktiven Video- Installation Nostalgia die Geschichte illegaler Auswanderer aus drei verschiedenen Perspektiven.


JOHANN CHRISTIAN REINHART
Ein deutscher Landschaftsmaler i n Rom
26. Oktober 2012 bis 27. Januar 2013
Galerie der Gegenwart, Sockelgeschoss


Johann Christian Reinhart (geboren 1761 in Hof a. d. Saale, gestorben 1847 in Rom) gehört zu den zentralen Künstlergestalten der Zeit um 1800. In Leipzig und Dresden ließ er sich zum Künstler ausbil- den, unter anderen von Adam Friedrich Oeser. Ab 1785 war er freundschaftlich mit Friedrich Schiller verbunden, und wirkte einige Jahre am Hofe Herzog Georgs I. von Sachsen-Meiningen, bevor er sich 1789 nach Rom begab, wo er bis zu seinem Tode blieb. Dort wurde er im Laufe der Jahre zu einem Mittelpunkt der deutschen Künstlerkolonie. Große Anerkennung für seine Arbeiten zeigte sich durch seine Mitgliedschaften an den Akademien in Berlin (1810), Rom (1813) und München (1830), sowie durch seine Ernennung zum Hofmaler 1839 durch Ludwig I. von Bayern. Von Anfang an konzentrierte sich Reinhart auf die Landschaftskunst. Im Laufe seines Lebens leistete er auf allen Teilgebieten dieses Genres Wesentliches und entwickelte sich zu einem ihrer bedeutendsten Vertreter überhaupt. Die Hamburger Kunsthalle würdigt Reinharts Bedeutung für die deutsche Kunstgeschichte nun als ers- tes Museum überhaupt mit einer umfangreichen Retrospektive. Von seinen Landschaftszeichnungen und -gemälden sowie seinen Radierungen bis hin zu bissigen Karikaturen, die für den Künstler ein Korrektiv zu seiner idealen-klassizistischen Kunst darstellten, wird ein profunder Überblick über das Gesamtschaffen Reinharts gegeben.

GIACOMETTI. Die Spielfelder
25. Januar bis 19. Mai 2013


Ab Januar 2013 ermöglicht die Hamburger Kunsthalle einen neuen Blick auf die Kunst von Alberto Giacometti (1901-1966) und macht dabei deutlich, warum das Werk eines der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts bis heute wegweisend ist. Dafür werden erstmals überhaupt Giacomettis in Deutschland kaum bekannte surrealistische Frühwerke zum Ausgangspunkt genommen und ihre Folgen für das gesamte, berühmte Nachkriegswerk aufgezeigt: In den fragilen Unikaten aus Holz, Marmor und Gips der 1920er und 1930er Jahre richtet Giacometti die Skulptur horizontal aus und entwickelt das bis in die heutige Kunst reichende Konzept der ‚Skulptur als Platz'. Die Ausstellung verfolgt diese Idee über die bekannten Sammelskulpturen der Nachkriegszeit, mit ihrer typisch überlängten Formensprache, bis hin zu Giacomettis spektakulären mannshohen Entwürfen für seine Gestaltung des Vorplatzes der Chase Manhatten Bank in New York von 1960. Die überlebensgroßen Figuren bilden im Spätwerk wie in der Ausstellung den Höhepunkt der Suche nach einer idealen Platzgestaltung zwischen Kunst und Leben. Mit ihrer Präsentation werden die Räume der Galerie der Gegenwart zum Träger des zentralen Themas der Schau, nämlich zu inszenierten ‚Spielfeldern' für die Besucher selbst.

Die groß angelegte Schau umfasst rund 120 ausgewählte, zum Teil bislang kaum ausgeliehene Holz-, Marmor-, Gips- und Bronzeskulpturen sowie Ölgemälde, Zeichnungen und Photographien aller Werkphasen aus internationalen Museen und Privatsammlungen. Präsentiert wird die ganze Spannweite und Aktualität von Giacomettis Kunst: Innerhalb der Formensprache von der Blockhaftigkeit zur fragilen Entmaterialisierung, innerhalb der Raumauffassung vom winzigem Produktionsort zum inszenierten Präsentationsort und innerhalb des Skulpturenbegriffs vom individuellen Objekt zum architekturbezogenen ‚Environment'.

Andy Warhol, der für amerikanische Pop Art steht, Joseph Beuys, Richard Serra, Bruce Nauman sowie Mario Merz sind einige der namhaften Künstler der Galerie. Minimalistisches präsentieren Donald Judd und Richard Long (»Ring aus Schiefer«, 1985). Klangfarben bringt Rebecca Horn mit ihrem »Chor der Heuschrecken« in die Galerie: Unter der Decke hängende alte Schreibmaschinen lassen ihre Tasten hörbar schlagen. Arbeiten aus dem Zusammenhang von Fluxus und Nouveaux Réalistes ermöglichen einen Eindruck von der Kunst der 1960er und 1970er Jahre. Um die umfangreichen Bestände der Öffentlichkeit wenigstens temporär zeigen und den Wandel der Gegenwartskunst nachzeichnen zu können, wird die Galerie in größeren Zeitabständen mit ihrer Werkschau »umgebaut«. (c) fdp

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
20095 Hamburg
Tel.: 0 40 / 4 28 54 26 14
info@hamburger-kunsthalle.de
http://www.kunsthalle-hamburg.de
Öffnungszeiten
Di.-So. 10-18 Uhr, Do. 10-21 Uhr

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