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Hamburg
Ernst Barlach Haus
Nicht nur Plastiken aus Holz und Bronze von Ernst
Barlach laufend
text: ferdinand dupuis-panther / Abb. alle Rechte bei den Künstlern
oder Rechtenachfolgern
text: ferdinand dupuis-panther
Vorschau
• Bettler, Moses und der Berserker...

Ansicht der Ausstellungspräsentation im Sommer 2009 foto: fdp
50 plastischen Arbeiten und etwa 400 Zeichnungen umfasst die Sammlung des Hauses. Ein Teil der Plastiken und Zeichnungen sind stets zu sehen.
In Barlachs frühen Plastiken gerinnen Eindrücke einer Russlandreise im Jahr 1906 in Skulpturen wie »Frierende Frau« und „Russische Bettlerin II«, derb ausschauend und vom Leben gezeichnet. Die generelle Vermittlung des menschlichen Ausdrucks von Leid, Elend, Verzweiflung und der Würde in all dieser Not war nicht nur in den Frühwerken, sondern auch in den späteren Arbeiten Anliegen Barlachs.
»Die singenden Frauen« im Foyer wirken ebenso der Wirklichkeit entrückt und mit sich zufrieden wie der bronzene »Singende Mann«, ein Jüngling, der mit gespreizten Beinen auf dem Boden hockt und sich auf seine Stimme zu konzentrieren scheint. Der zwischen 1930 und 1935 entstandene »Fries der Lauschenden«, eines der Highlights der Sammlung, vereint Heiligen- und Andachtsgestalten in sich, wie sie durch die Ausstattungen von Fassaden und Portalen mittelalterlicher Kirchen in vielfältigen Ausprägungen überliefert sind.

Ernst Barlach: Der lesende Klosterschüler, 1930 foto: fdp
Barlach beschäftigt sich in Folge des Ersten Weltkrieges mit der Gewalt des Krieges und der Barbarei, so auch in der Skulptur »Der Berserker«: breitbeinig auf dem Boden Halt suchend, die Hüfte eingedreht und die Rechte zum Schwertschlag ausholend. Barlach identifiziert sich mit der Figur des Wilden, wie in einem Brief nachzulesen: »In mir wird so oft der Berserker lebendig, ich muss mich immer mal ausleeren, um mit frischer Hoffnung etwas Besseres aus Weltweiten einströmen zu lassen.« Völlig im Gegensatz zum »Berserker« steht die »säulenförmige« Figur »Moses«, der dem Betrachtenden die leeren Schrifttafeln wie ein Spiegel vor Augen hält. Die Leere der Tafeln ist Sinnbild dafür, dass (christliche) Normen ohne Bedeutung und wirkungslos sind.

Ernst Barlach: Gruppe mit drei Figuren, 1925 foto: fdp
Vorschau
PETER RÖSEL Tizian-, Rembrandt-, Leonardo-Spezial Automatic
17. Oktober 2010 bis 2. Januar 2011
Fata Morganen in Öl auf Leinwand, Pflanzen aus Polizeiuniformen und Stacheldraht, Landschaftsgemälde auf Dosenblech – seit den 90er Jahren ist Peter Rösel (*1966) für eine lustvoll irritierende Kunst der Kollisionen, Akzentverschiebungen und Schwebezustände bekannt. Ab Oktober 2010 zeigt das Ernst Barlach Haus Bilder, Objekte und Videos des in Berlin lebenden und an der Kunsthochschule Weißensee lehrenden Künstlers. Im Zentrum der Ausstellung stehen eigens für das Museum geschaffene Installationen und eine neue Werkgruppe: Fernsehtruhen der 50er und 60er Jahre – wuchtige Möbel mit klangvollen Künstlernamen – überraschen mit neuem Innenleben.
Ernst-Barlach-Haus
Baron-Voght-Straße 50 a
22609 Hamburg
Tel.: 0 40 / 82 60 85
info@barlach-haus.de
Öffnungszeiten
Di. – So. 11 – 18 Uhr
Hamburg Tourismus GmbH
Steinstrasse 7
20095 Hamburg
Tel.: 0 40 / 30 05 13 00
info@hamburg-tourismus.de
Tourist Information am Hafen
St. Pauli Landungsbrücken
zwischen Brücke 4 und 5
1.10.-31.3.: täglich 10 - 17.30 Uhr
ab 1.4.: Mo., So., Mi. 8 - 18 Uhr, Di., Do., Fr. 8 - 19 Uhr