Reisemagazin schwarzaufweiss

Hamburg für Entdecker

 10 Insidertipps für den Kurztrip

Text und Fotos: Ralf Falbe

Stadtrundfahrt - mit dem Fahrrad-Taxi durch Hamburg

Die Velos bringen Touristen auf ökologische Art zu den schönsten Orten der Elbmetropole. Ob Speicherstadt, Alter Elbtunnel oder Hafen – man erlebt Hamburg aus einer neuen Perspektive. Ein Winkzeichen wie bei einem normalen Taxi oder telefonische Bestellung (Anfahrtspauschale Innenstadt 3 Euro) genügen und schon geht es los. Die findigen Betreiber bieten aber auch Hochzeitsfahrten in einem festlich geschmückten Velo oder spezielle Stadtrundfahrten an. Im Innenstadtbereich kosten die Fahrrad-Taxis im Winktarif für die Kurzstrecke und den ersten Kilometer 5 Euro, jeder weitere Kilometer schlägt mit 1,50 Euro pro Person zu Buche. Alternativ werden auch Stundentouren für 30 Euro (Buchungstarif 48 Euro) angeboten.

Hamburg - trimotion Fahrrad-Taxi

trimotion Fahrrad-Taxi, Velo-Hotline 0162 / 108 90 20, www.trimotion.de.

Der mobile Bluesclub – Bauwagenakustik

Wer erinnert sich nicht an das feuerrote Spielmobil, dieses Kultfahrzeug der gleichnamigen Kinderserie aus den 70er Jahren? Das moderne Szene-Gegenstück steht auf einem begrünten Parkplatz an der Ecke Schulterblatt / Max-Brauer-Allee, ist mit grellen Graffitis besprüht und zieht Nächtens jede Menge Party People aus der angesagten Schanze an. Vor dem Bauwagen einladende Tische im grünen Dickicht, drinnen die Bar, ein paar Stühle und am Ende des Schlauches eine Bühne. An den rot getünchten Wänden bunte Funzeln und Spiegel, an der Bierkiste gelehnt Kalli. Der 63-jährige mit den schlohweißen Haaren hält eine Knolle Holsten-Bier in der Hand und erzählt mit schwerer Zunge von der Idee seiner Bauwagen-Bar. Die Musiker spielen ohne Gage für den Geist der guten Sache und das Bier wird fast zum Selbstkostenpreis verkauft. Eine erfrischende Oase mit subversivem Hausbesetzer-Charme. Den jungen Touristinnen mit dem Che Guevara T-Shirt, die hier andächtig vor der Bühne zum Geschrammel mitwippen, scheint es jedenfalls zu gefallen.

Hamburg - Der mobile Bluesclub

Der mobile Bluesclub MBC, Ecke Schulterblatt / Max-Brauer Allee, Eimsbüttel, S-Bahnhaltestelle Sternschanze.

Empire Riverside Hotel - neues Wahrzeichen von St. Pauli

Das im November 2007 eröffnete Lifestyle-Hotel wurde von Stararchitekt David Chipperfield entworfen und spiegelt mit seinen 20 Stockwerken gekonnt das hanseatische Understatement wider. Ein Leuchtturm der klassischen Moderne, der die Stadtsilhouette zwischen Speicherstadt und Elblauf um seine zeitlose Eleganz bereichert. In der obersten Etage die 20 up Bar, wo sich zu gepflegten Drinks ein traumhaftes Panorama genießen lässt. Auch für richtige Hamburger ein Magnet, gerade zu den frühen Abendstunden in der Dämmerung, wenn sich die Stadt in leuchtende Gewänder hüllt.

Empire Riverside Hotel, Bernhard-Nocht-Straße 97, St. Pauli, Tel.: 040 / 311 190, www.empire-riverside.de, S-Bahnhaltestelle Reeperbahn.

Nuggi´s Elbkate – Fischbrötchen mit Salsa-Musik

Hamburg - Museumshafen Övelgönne

Museumshafen Övelgönne

Kultiger Imbiss auf einem schwankenden Ponton im Museumshafen Övelgönne, grandioses Hafen-Panorama inklusive. Nuggi pflegt einen eigenwilligen, aber herzlichen Stil mit seinen Kunden. Auf der Karte das unvermeidliche Fischbrötchen, Bratwurst und Bier aus der Flasche für kleines Geld. Seemannslieder von Hans Albers? Fehlanzeige, hier erklingen Salsa-Rhythmen aus der Dominikanischen Republik, unterlegt von Gesangseinlagen der dunkelhäutigen Küchenfeen. Und so trinken hier Hamburger Originale ihr Bier neben trällernden Latinos und seekranken Touristen, die eben von einer Hafenrundfahrt zurückkehren und nun mit gequälter Miene in ihr Fischbrötchen beißen. Show must go on.

Hamburg - Nuggi´s Elbkate

Nuggi´s Elbkate

Nuggi´s Elbkate, Museumshafen Övelgönne, Neumühlen, S-Bahnhaltestelle Bahnhof-Altona.

Schumachers Biergarten

Hamburg - Schumachers Biergarten

Schumachers Biergarten

„Hamburgs schönster Sonnenuntergang“ – so die Eigenwerbung. Das „Schumachers“, benannt nach dem berühmten Hamburger Baumeister Fritz Schumacher (1869-1947), der Hamburgs Backsteinarchitektur wie kein Zweiter prägte, surft erfolgreich auf der Welle der Erlebnisgastronomie. Im Mai 1998 eröffnet, hat sich der lebhafte Biergarten mit Blick auf das Planetarium zu einer beliebten Institution entwickelt. Gleich nebenan liegen Freibad und das Café Sommer Terrassen, wo auch Kanus und Boote verliehen werden: Eine Paddeltour durch Fleete und Kanäle gehört zu den schönsten Sommererlebnissen der Hansestadt.

Hamburg - Schumachers Biergarten

Café Sommer Terrassen

Schumachers Biergarten, Südring 5b, im Stadtpark, Tel.: 040/ 2780 6979, www.schumachers-biergarten.de, U-Bahnhaltestelle Saarlandstraße.

St. Pauli Museum

Im Jahr 1991 von Fotograf Günter Zint, Jahrgang 1941, gegründet und in Anwesenheit von Paul und Linda McCartney im ehemaligen „Zillertal“ eröffnet. Es folgten Umzüge in andere Räumlichkeiten und eine wechselvolle Geschichte, bis das Haus seinen heutigen Standort fand. Günter Zint wurde in den 60er Jahren für seine Aufnahmen im Hamburger Star-Club bekannt und sammelte über Jahrzehnte Exponate, Fotos und Zeitdokumente über St. Pauli. Rund 28.000 Einwohner und über 20 Millionen Besucher im Jahr prägen diesen Stadtteil, der durch den Hafen und vielfältige Einflüsse aus aller Welt seine wohl einzigartige und liberale Kultur entwickeln konnte.

Hamburg - St.-Pauli Museum

St. Pauli Museum, Hein-Hoyer Straße 56, Tel.: 040 / 439 20 80, Mo-Fr 10-16 Uhr, Fotografien von Günter Zint und Memorabilien, S-Bahnhaltestelle Reeperbahn.

Juventude do MinhoUrlaub in Portugal

Das Portugiesenviertel rund um die Ditmar-Koel-Straße, unweit von den Landungsbrücken gelegen, erfreut sich nicht nur unter Hamburgern größter Beliebtheit. Kaum ein Reiseführer, der dieses malerische Quartier nicht lobend erwähnt und zahlreiche Restauranttipps aufführt. Im tiefen Wilhelmsburg hingegen findet man das ungeschminkte Original: Neben einer unscheinbaren Großmarkthalle verbirgt sich das rustikale Restaurant von José Marques de Oliveira, welches durch schlichte Sachlichkeit besticht. Karte? Fehlanzeige. Hier werden täglich nur zwei warme Gerichte serviert: Fisch oder Fleisch, je 8,50 Euro und von überzeugender Qualität und Menge. Dazu gibt es Cerveza oder Vinho Verde ohne Schnickschnack – keine Experimente. Ein Tipp für Freunde der urigen portugiesischen Küche, die Wert auf Authentizität legen.

Juventude do Minho, Stenzelring 24, 21107 Hamburg, Tel.: 040 / 752 11 01.

Raucherclub Möller´s e. V.

Legendär ist der „Goldene Handschuh“ auf dem Kiez, eine verräucherte Taverne, in der Frauenmörder Fritz Honka in den 70er Jahren nach seinen Opfern Ausschau hielt, um sie später auf dem Dachboden zu zersägen. Nichts für Zartbesaitete, aber im Raucherclub Möller´s e. V. finden Touristen ein adäquates Museum der gleichen Ära. Dunkles Holz, schlagfertige Tresenfrauen und die Knolle für 1,80 Euro. Man könnte glatt meinen, die Zeit wäre hier stehen geblieben, heißen die modernen Kneipen in der Nachbarschaft doch alle längst schon „Lounge“ oder „Club“. Im Sommer mit rustikalem Biergarten auf dem Altonaer Asphalt. Fotografieren unerwünscht.

Hamburg - Raucherclub Möller's e.V.

Raucherclub Möller´s e. V., Bahrenfelder Straße 91, Ottensen, S-Bahnhaltstelle Bahnhof-Altona.

Wellness – Sauna Bondenwald

Erschöpft nach langen Stadtrundgängen? Mal so richtig entspannen? Ein Tipp für Genießer ist die Sauna Bondenwald in Niendorf: Die japanische Saunalandschaft sorgt für vielfältige Eindrücke und unbeschwerte Stunden. Im Gartenteich zieht der Koikarpfen seine Runden, während im Ruheraum das Kaminfeuer prasselt und eine behagliche Atmosphäre verbreitet. Dazu mehrere Saunen mit verschiedenen Temperaturen, Dampfbäder, Massagepraxis, Solarium, Aqua-Fitness-Kurse, ganzjährig nutzbarer Außenpool und Mehrzweckbecken zum Schwimmen. Geöffnet Mo-So 09–22 Uhr.

Sauna Bondenwald, Friedrich-Ebert-Straße 71, Niendorf, Tel.: 040 / 18 88 90, www.baederland.de, U-Bahnhaltestelle Niendorf-Markt.

Taxi Altona

Klar, die U-Bahn fährt am Wochenende durch und die Nachtbusse schnurren am Rathausmarkt wie eine Katze. Aber was, wenn die Beine müde werden oder verzweifelt eine hoch gelobte Kneipe gesucht wird? Taxi-Zentralen gibt es viele in Hamburg, aber nur eine ist so individuell wie Taxi Altona. Die Fahrer, allesamt Urgesteine der Branche, tragen so findige Spitznamen wie „Engländer-Lars“ (fährt London-Taxi) oder „Tomahawk“ (trägt Glatze - skalpiert?). Wer wissen will, wo der gemeine Hamburger unterwegs ist, der bekommt hier den richtigen Insidertipp von routinierten Profis und Hamburger Originalen. Mehr als nur Stadtkenntnisse.

Hamburg - Taxi Altona

Taxi Altona, Tel.: 040 / 226 226 226, www.taxialtona.de.

 

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