DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Ausstellungsorte in Frankfurt: Deutsches Architekturmuseum / Schirn Kunsthalle / Städel / Jüdisches Museum / MMK / Liebighaus

Frankfurt
Liebighaus

Niclaus Gerhaert von Leyden

bis 4. März 2012

Der in Straßburg und Wien tätige Niederländer Niclaus Gerhaert von Leyden ist zweifellos einer der wichtigsten und einflussreichsten Künstler der Spätgotik. Das Liebieghaus widmet dem heute fast vergessenen, von den Zeitgenossen aber hoch gerühmten und verehrten Bildhauer des ausgehenden 15. Jahrhunderts eine umfassende Ausstellung. Niclaus Gerhaert wurde vor allem wegen der Lebendigkeit seiner Objekte, ihrer formalen Originalität und virtuosen Ausführung berühmt. Auch Kaiser Friedrich III. war zutiefst beeindruckt und stellte ihn in seine Dienste. Rund 60 eindrucksvolle Werke geben einen Überblick über das Œuvre Gerhaerts und seine Wirkung. Neben den gesicherten Arbeiten werden auch ihm zugeschriebene und in seinem Zusammenhang diskutierte Figuren in Stein und Holz präsentiert. Überdies belegen ausgewählte Beispiele erstklassiger Skulpturen aus dem Umkreis und der Nachfolge Niclaus Gerhaerts seine nachhaltig prägende Wirkung auf spätere Generationen.

Als spektakulär dürfte die Wiedervereinigung zweier Büsten gelten, die Niclaus Gerhaert 1463 als Portalschmuck für die zerstörte Alte Kanzlei in Straßburg schuf. Die sogenannte Bärbel von Ottenheim, eines der Hauptstücke der Mittelaltersammlung des Liebieghauses, ist ein aus rotem Sandstein gemeißelter Kopf einer Sibylle, einer antiken Seherin, von deren Büste nur das Frankfurter Fragment erhalten blieb. Deren Pendant, ein bärtiger Prophet, von dem ebenfalls nur noch der Kopf existiert, befindet sich im Musée de l’Œuvre Notre-Dame in Straßburg. Erstmals seit ihrer Trennung im 19. Jahrhundert werden diese beiden grandiosen Köpfe wieder zusammen zu sehen sein. Bedeutende internationale Museen wie das Metropolitan Museum of Art in New York, das Art Institute in Chicago, das Rijksmuseum in Amsterdam, das Kunsthistorische Museum in Wien oder das Musée de l’Œuvre Notre-Dame in Straßburg unterstützen die Ausstellung durch hochkarätige Leihgaben.

Vorschau

Jeff Koons. Painter
21. Juni bis 23. September 2012

Im Sommer 2012 widmen sich die Liebieghaus Skulpturensammlung und die Schirn Kunsthalle Frankfurt dem Werk des 1955 geborenen US-amerikanischen Künstlers Jeff Koons. Die parallel stattfindenden Ausstellungen zur Arbeit dieses seit den 1980-er Jahren richtungsweisenden Künstlers trennen dabei bewusst den skulpturalen und den malerischen Aspekt seines Oeuvres und stellen diesen jeweils in einem gesonderten Kontext dar. So werden im Liebieghaus weltberühmte sowie auch ganz neue Skulpturen von Jeff Koons in einen Dialog mit dem historischen Gebäude und der eine Zeitspanne von 5000 Jahren umfassenden Skulpturensammlung treten. In der Schirn hingegen wird die strukturelle Entwicklung des Malers Jeff Koons im Vordergrund der Präsentation stehen. In seiner monumentalen Malerei, deren Motivik sich aus unterschiedlichsten Quellen der Hoch- und Populärkultur speist, vereinigen sich sowohl
hyperrealistische als auch gestische Züge zu einer hochkomplexen bildlichen und inhaltlichen Verdichtung.

Liebieghaus Skulpturensammlung
Schaumainkai 71
60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Fr−So 10.00−18.00 Uhr, Mi und Do 10.00−21.00 Uhr
Anfahrt
U-Bahnen U1, U2, U3 (Schweizer Platz), Straßenbahnen 15 und 16 (Otto-Hahn-Platz), Bus 46 (Städel), zu Fuß ca. 10 Minuten vom Hauptbahnhof

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