DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Ausstellungsorte in Frankfurt und Region:Schirn Kunsthalle / Städel / Jüdisches Museum / Naturkundemuseum / Liebieghaus

Frankfurt
Jüdisches Museum

Museum wegen Sanierung seit 20. Juli 2015 geschlossen

Dauerausstellung
:
Geschichte der Frankfurter Juden

Dauerausstellung:
Geschichte der Frankfurter Juden

Die Dauerausstellungen des Jüdischen Museums berichten über die lokale Geschichte der Juden in Frankfurt – stellvertretend für die Geschichte der deutschen Juden, die vom jahrhundertelangen Nebeneinander und zumeist seltenen Miteinander der deutschen Juden und deren nicht-jüdischen Nachbarn geprägt wurde.

Das Jüdische Museum ist seit 1988 im denkmalgeschützten klassizistischen Rothschildpalais (um 1821) und dessen Nachbargebäude untergebracht. Das Palais veranschaulicht den Wohnstil einer großbürgerlichen jüdischen Familie des 19. Jh.: Noch heute sind beispielsweise im repräsentativen Treppenhaus die Spiegel und farbigen Marmorverzierungen im Stil der Renaissance und drei Salons mit prächtiger Holzvertäfelung und lichtgrünen Wandpaneelen sowie vergoldetem Stuck im Stil des Rokoko erhalten.

Die Sammlung

Die chronologisch konzipierte Dauerausstellung stellt in Wort und Bild und exemplarischen Ausstellungsgegenständen das Leben der Juden in Frankfurt von 1100 bis 1950 dar. Ein besonderer Blickfang ist das über dem Treppenhaus „schwebende“ Modell der Judengasse mit seinen dicht an dicht stehenden Fachwerkbauten, die den Beginn jüdischen Lebens in der Mainmetropole veranschaulichen. Nachzulesen ist die Geschichte der Verfolgung und Knechtschaft im 11. und 12. Jh., als zahlreiche Kreuzzüge gegen die Juden geführt wurden. Und auch die Neuzeit war trotz Französischer Revolution und Aufklärung für deutsche Juden weitgehend von Ausgrenzung geprägt, wenn auch die Fronten hier und da aufweichten: Mit dem Brand in der Judengasse vom 14. Juli 1796 – eine zeitgenössische Zeichnung ist im Museum zu sehen – begann die Diskussion um die erzwungene Ghettobildung. Doch Ausgrenzung scheint sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der deutschen Juden zu ziehen: Ein Bierkrug (um 1910) zeigt beispielsweise in den Reliefbildern, wie Juden Bauern und Handwerker „aussaugen“. 1905 kursierten antisemitische Postkarten des Hotels „Kölner Hof“ mit dem Aufdruck „Judenfrei“; Antisemitismus des späten 19. Jh. predigte der evangelische Hofprediger Adolf Stoecker, wie beim Museumsrundgang zu erfahren ist. Die „Endlösung“ war dann das „Finale des gesellschaftlich akzeptierten Antisemitismus“: Mindestens 11 000 Frankfurter Juden wurden 1941 bis 1944 Opfer der systematischen Vernichtung, die für den Museumsbesucher nachdrücklich ins Bewusstsein gerückt wird.

Jüdisches Leben, jüdische Feste

Der Besucher erlebt die Synagoge als geistigen Mittelpunkt der Gemeinde, erblickt Thoraaufsätze wie solche aus vergoldetem Silber, die 1708 in Amsterdam gefertigt wurden, Thoraschilder, eine handgeschriebene Thorarolle, einen bestickte Thorawimpel sowie einen Thoramantel. Der Schabbat und seine Vorbereitung ist ebenso ein Thema wie andere jüdische Feiertage, so das Lichterfest. Unter anderem sind prächtige, während dieses Festes gebrauchte Leuchter zu sehen, darunter ein silberner, einer Bühnenarchitektur gleichender Leuchter von Johann Fridolin Schulthes (um 1790). Gezeigt werden aber auch eine mit Goldspitzen besetzte Frauenhaube, unter der das Haar der verheirateten Frau verborgen werden musste, eine Festtagsmütze für Männer aus schwarzem Samt mit Metallstickerei sowie ein Schächtmesser und ein Zinnteller für mehlige Speisen, die während des Schabbat eine wichtige Rolle spielen. (c) fdp

Jüdisches Museum
Untermainkai 14/15
60311 Frankfurt
Tel. 069-212-35000
Öffnungszeiten
Di-So 10–17 Uhr; Mi 10-20 Uhr
info@juedischesmuseum.de

zur Gesamtübersicht Ausstellungen

Twitter
RSS