„Drei mit Kraut“

Brotzeit- und Getränkekarte mit
Zoiglstern vor dem Kommunwirtshaus
Reindl
Paul Reindl erzählt mir so manche Geschichte. Vom „Krieg der Sterne“ etwa, als seinerzeit die Nachbarin gemeint hat, sie könne auch einfach einen Zeugelstern raushängen und das Geschäft mitnehmen. Neid! Unter dem Deckel der friedfertigen fränkischen Gastfreundschaft brodelt´s. Ein Krimi in der Provinz. Doch Streit um den Göttertrank der Germanen gab es schon immer: Prozesse um die Schank- und Braurechte zwischen Bürgern, zwischen Bürgern und Obrigkeiten, angeblich sogar zwischen den Obrigkeiten selbst.

Im Kommunwirtshaus Reindl
Jetzt
geht´s ans Futtern. Der neben mir isst „drei mit Kraut“,
Bratwürste natürlich, und lächelt zufrieden vor sich
hin. Ich auch! Das Sauerkraut schmeckt leicht zitronig, angemacht mit
einem Lorbeerblatt und einer Knoblauchzehe und nur leichtem
Kümmelgeschmack,
ist sehr hell und sehr weich. Sauerkraut war eigentlich nie so mein
Ding, aber das hier zergeht mild auf der Zunge. Dazu die „Brodwürschd“
mit würzigem, ehrlichem Geschmack. Ein Gedicht nach den ausgedehnten
Wanderungen auf der Frankenalb, die man hier überall unternehmen
kann. Oder doch lieber den Brotzeitteller mit den Ausmaßen einer
ausgewachsenen Platte? Auf jeden Fall ein lohnendes Ess- und Trinkvergnügen!
Wanderungen sind reizvolle Umwege zu Wirtshäusern – damit und mit 120 Kilometer IVV-Rundwanderstrecken und 200 Kilometer markierten Wanderwegen durch den Veldensteiner Forst und das romantische Pegnitztal, vorbei an wild zerklüfteten Felsen und Berghängen, wirbt man hier. Zu recht! Ein Wanderparadies! Mit diesen Pfunden können die Neuhauser wuchern, und das zahlt sich aus. Neuhaus, ein Bier- und Wanderort!
So bringt das süffige Erbe des Bischofs neuerdings auch Touristen ins Land, vor allem, seit es den Pendolino gibt. Aber ein bisschen suchen müssen´s schon nach dem, der heute gerade geöffnet hat, sonst ham`s schließlich keinen Durst!
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