„Des war scho immer so!“
Rund
um den Burgberg herum, in ihn hineingehauen, befinden sich 38 Keller.
Einer davon ist heute noch für die Kommunbrauer in Betrieb: Drinnen
ist alles hochmodern. Stahltanks, Alufässer, im Becken gärt
das Bier, und Paul Reindl der Ältere kontrolliert mit dem Thermometer
den Gärungsprozess. Doch zurück zu seinem Kommungasthaus.
Ein Neuhauser Kommungänger würde nie sagen, dass er zum Reindl
geht! Alle diese kommunalen Gaststätten haben nämlich außerdem
Hausnamen: So ist man hier nicht beim Reindl, sondern beim Hombauer.
Außerdem kann man sein bierisches kommunales Glück auch bei
Familie Benaburger, also beim Plumburger finden, und obliegt der Ausschank
gerade der Familie Döth, so trinkt man beim Schaffer. Warum das
so ist? „Des weiß ma ned. Des war scho immer so!“
Eben.
Ein
Opa mit Cordhose und roten Hosenträgern zahlt also beim Reindl,
Verzeihung Hombauer, am Tresen seine Zeche. Man kennt sich: Hier zapft
der Sohn, von allen nur Paulus,
aber
von der Familie Pauli genannt (Foto rechts). Die Mutter kocht und bedient.
Immer noch – schließlich ist sie über siebzig Jahre
alt! Ihr werden die Krüge entgegengestreckt, die leeren. Und der
Vater? Er sitzt in der Küche, rollt das Besteck in Servietten ein
und erzählt. „Aber aufpassen!“, sagt Paulus mit einem
schelmischen Grinsen zu mir, „Der Vater lügt!“.
Zwei bis zweieinhalb Hektoliter schenkt er am Tag aus, so sagt er. „Also 500 Halbe!“, fügt er noch hinzu, falls das „Madla“, das ihm gegenübersitzt, nicht rechnen kann. Er strahlt, genauso wie die anderen Neuhauser auch, eine Ruhe aus, die man auch nicht überlisten kann, indem man vorgibt, keine Zeit zu haben und zum Beispiel auffällig unauffällig von einem Bein auf's andere tritt. Dabei sind die Neuhauser offen. Offener als man denken mag: „Wos, du bisd a Journalistin?“, fragt er ganz direkt. „Ja, warum?“ - „Schausd gor ned su aus!“ - „Warum, wie sieht denn eine Journalistin aus?“ - „Na, anderschd hald!“ - Aha!
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