Süße Verführung aus Mandel und Zucker
Den Geheimnissen des Lübecker Marzipans auf der Spur
Text und Fotos: Ferdinand Dupuis-Panther
Lübeck ohne Marzipan ist wie Parma ohne Schinken. Man kann es sich ebenso wenig vorstellen wie das Fehlen der markanten Kirchtürme, des Buddenbrookhauses und des wuchtigen Holstentores. Wir haben hinter die Kulissen der Marzipanherstellung geschaut und verraten die besten Adressen.

Wuchtiges Bollwerk der
Hansestadt Lübeck:
das
Holstentor
Das hanseatische Lübeck ist bis heute ohne seine zahlreichen Kirchen nicht vorstellbar. Ihre Türme gehören einfach zum Stadtbild, ebenso wie die Schaufassade des gotischen Rathauses, in dem über Jahrhunderte die Kollegien der Kaufleute tagten und die Geschicke der Stadt bestimmten. »Du bist der Mann, Herr Jesu Christ, dem Wind und Meer gehorsam ist. Drum halt in Gnaden Deine Hand auch über unsern Schifferstand. Für Sturm, für Räuber, für Gefahr, Herr unser Seefahrt stets bewar.« So ist es noch heute auf dem Giebel der »Schiffergesellschaft«, dem einstigen Versammlungshaus der Schifferbruderschaft, zu lesen.

Prächtige gotische Treppengiebel:
Haus der Schiffergesellschaft
Doch die große Zeit der Seefahrt ist vergangen, Und auch von den einst 135 Marzipanherstellern fehlt in dieser geschichtsträchtigen Stadt, die als Mutterstadt der Hanse gilt, fast jede Spur: Nur noch gegenüber der Renaissancetreppe des Alten Rathauses versteht man sich innerhalb der alten Stadtmauern auf Marzipan: Im Café Niederegger findet man alles, was man nur aus Marzipan herstellen kann - ob nun die legendäre Nuss-Sahnetorte mit Marzipanmantel oder Marzipan-Tee. Schon die Auslagen in den Schaufenstern machen Appetit auf die süße Verführung aus geriebenen, gerösteten Mandeln und Zucker. Je nach Jahreszeit kann man wechselnde Themen bestaunen, mal sind es Max und Moritz und ihre Lausbubenstreiche, mal bekannte Lübecker Bauwerke wie das Holstentor, das Buddenbrookhaus und das Niederegger-Stammhaus oder Meilensteine der Weltarchitektur wie die Skyline von New York, der Eiffelturm und der Schiefe Turm von Pisa.

Eine der gotischen Kirchen der Stadt:
die Marienkirche
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