Ab dem malerischen
Elbstädtchen Lauenburg gerät man unweigerlich in den Sog deutsch-deutscher
Geschichte. Von hier bis nach Schnackenburg trennte eine 97 Kilometer
lange Grenze im Strom die beiden deutschen Staaten voneinander. Zwischen
strukturschwachem Grenzgebiet diesseits, Sperrzonen und Selbstschussanlagen
jenseits der Elbe konnte sich jedoch die Tier- und Pflanzenwelt über
vier Jahrzehnte ungestört entwickeln.
Die
regelmäßig überschwemmten Elbtalauen bieten unzähligen Vögeln einen
reich gedeckten Tisch. Im Spätsommer ziehen Trupps von Kranichen am
Himmel ihre Kreise. In den Wiesen staksen Störche. Kormorane tauchen
nach Fischen. Von den Altwassern fliegen Reiher auf. Kolonien von
Wildgänsen, Tausende von Schwänen weiden auf dem grünen Deichvorland.

Elbtalauen
Hinter
dem rechten Elbdeich zwischen Boizenburg und Dömitz werden Fachwerkhöfe
mit hölzernen Pferdeköpfen am Giebel aufgeputzt, Reetdächer neu gedeckt.
Am 30. Juni 1993 fiel die Gemeinde Amt Neuhaus wieder in den Schoß
des Landkreises Lüneburg zurück. Der Elberadweg verläuft auf dem Deich,
auf dem ehemaligen Kontrollweg der Volksarmee. Die Fahrt auf den löchrigen
Plattenwegen ist bis Bitter, gegenüber von Hitzacker, etwas mühsam.
Doch die Lücken füllen sich allmählich. Es wächst Gras über die Betonsteine,
neben denen zu DDR-Zeiten ein drei Meter hoher Grenzzaun die Sicht
nach drüben versperrte.
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