DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Ausstellungsorte in Dresden: Gemäldegalerie Alte Meister / Grünes Gewölbe / Verkehrsmuseum / Städtische Galerie / Militärhistorisches Museum der Bundeswehr / Stadtmuseum / Residenzschloss / Albertinum / Deutsches Hygienemuseum

Dresden
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

Dauerausstellung

In der Albertstadt, wo einst fast 20000 Soldaten lebten, das Sächsische Armeemuseum beheimatet war und auch das Armeemuseum der DDR seinen Platz hatte, öffnet nun ein Museum seine Pforten, das nicht mehr das Hohelied auf das Militär und die Waffentechnik singt. Themenparcours durchbrechen im „Keil“ im wahrsten Sinne des Wortes die chronologische Präsentation. Themen wie „Dresdner Blick“, „Leiden“ „Technologie“ und „Spiel“ machen das Museum zu einem „Lernort der Geschichte, der zum Perspektivenwechsel einlädt“, so Gorch Pieken vom Militärhistorischen Museum.

Der erste Raum und das ist am Standort Dresden durchaus naheliegend, widmet sich der Zerstörung der Stadt am 13. Februar 1945. „Politik und Gewalt“ ist, so Pieken, ein weiteres wesentliches Kapitel, das aufgeschlagen wird und sich den verschiedenen Gewaltformen, auch der medialen Gewalt, zuwendet.

Carl Röchlings Gemälde der „Schlacht bei Hohenfriedeberg“ gehört ebenso zu den Exponaten des Hauses wie der Wehrpass des Generalmajors Eberhard Herwarth von Bitterfeld und der Handwagen einer schlesischen Flüchtlingsfamilie. Dass man im Hause auf multimediale Vermittlung großen Wert legt, scheint ein Selbstgänger angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen an Museumsgestaltungen.

Ausstellungen

BLUTIGER BODEN  DIE TATORTE DES NSU
  Fotografien 2013 - 2016
bis 7. Mai 2017

Als Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) bezeichnete sich eine rechtsextreme terroristische Vereinigung. Innerhalb von sieben Jahren ermordeten Mitglieder des NSU zehn Menschen in verschiedenen deutschen Städten. Die Getöteten waren neun Männer türkischer und griechischer Herkunft, die in Deutschland lebten und arbeiteten, sowie eine Polizistin. Weitere Menschen wurden bei zwei Sprengstoffanschlägen des NSU zum Teil schwer verletzt. Am 4. November 2011 wurde die Gruppe aufgedeckt. Angehörige der Mordopfer, Betroffene der Anschläge und die Öffentlichkeit erfuhren erstmals von der Existenz des NSU. Die großformatigen Schwarzweißaufnahmen Regina Schmekens nehmen uns mit an die Tatorte. Sie zeigen die verstörende Normalität der Schauplätze von Hass und Gewalt inmitten deutscher Städte. Der Ausstellungstitel bezieht sich auf diese Orte, aber auch auf die nationalsozialistische Propagandaformel »Blut und Boden« und damit auf die Überzeugung der Nationalsozialisten, dass sich ein »gesunder Staat« auf der Einheit von Volk und Boden gründet. Die Verbrecher des NSU beriefen sich auf diese Ideologie und hielten sich für berechtigt, Menschen zu töten. Die Ausstellung versucht das Ungeheuerliche der Taten zu reflektieren und macht deutlich: Die Attentate waren nicht allein Angriffe auf unsere Mitbürger, es waren Angriffe auf universelle Menschenrechte und damit auf unsere gesamte Gesellschaft.

Behandelt werden im Museum Themenbereiche wie„Krieg und Gedächtnis“ - im Haus ist unter anderem der Gipsab guss der Büste Einsteins in der Walhalla zu sehen – oder „Politik und Gewalt“. In diesen Kontext passen das Porträtgemälde der schwedischen Königin Christine und auch Gustav Adolf Müllers Arbeit „Selbstzerfleischung“. Den einen mag das Thema „Tiere beim Militär“ interessieren, für einen anderen wird „Leiden im Krieg“ ein sehr wichtiger Aspekt sein. Metallsplitter aus dem Körper des Soldaten Tony Ewert sind ebenso zu sehen wie die Moulage „Gesichtsverletzung“. Neben dieser thematischen Aufbereitung gibt es auch einen chronologische Parcours, der die Zeit zwischen 1300 und heute behandelt.

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden
Telefon (0351) 823 2803
MilHistMuseumBwEingang@Bundeswehr.org
Öffnungszeiten
Di-So 9–17 Uhr
Eintritt  frei
Erreichbarkeit
Straßenbahnlinien 7 und  8 bis Haltestelle
Olbrichtplatz/Militärhistorisches Museum (wird angesagt)
Buslinie 91 bis Haltestelle
Stauffenbergallee/Militärhistorisches Museum (wird angesagt)

zur Gesamtübersicht Ausstellungen

Twitter
RSS