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Gorch Pieken; Matthias Rogg (Hrsg.): Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr - Ausstellungsführer, 192 Seiten, 230 meist farbige Abb., Dresden 2011, ISBN 978-3-942422-69-7, Preis: 19,80 EUR
Wer diesen Ausstellungsführer gelesen hat, weiß so gut wie alles über das historische Haus mit der beeindruckenden Gegenwartsarchitektur eines Daniel Libeskind, der einen Keil in den historistischen Kasernenbau trieb. In der Albertstadt, wo einst fast 20000 Soldaten lebten, das Sächsische Armeemuseum beheimatet war und auch das Armeemuseum der DDR seinen Platz hatte, öffnet nun ein Museum seine Pforten, das nicht mehr das Hohelied auf das Militär und die Waffentechnik singt. Themenparcours durchbrechen im "Keil" im wahrsten Sinne des Wortes die chronologische Präsentation. Themen wie "Dresdner Blick", "Leiden" "Technologie" und "Spiel" machen das Museum zu einem "Lernort der Geschichte, der zum Perspektivenwechsel einlädt", wie es in der vorliegenden Veröffentlichung heißt. In einem Überblicksartikel von Gorch Pieken erfährt der Leser Näheres zur Konzeption und zum Aufbau des Hauses. Das schließt die Behandlung der verschiedenen Themenbereiche ein. Der erste Raum und das ist am Standort Dresden durchaus naheliegend, widmet sich der Zerstörung der Stadt am 13. Februar 1945. "Politik und Gewalt" ist, so Pieken, ein weiteres wesentliches Kapitel, das aufgeschlagen wird und sich den verschiedenen Gewaltformen, auch der medialen Gewalt, zuwendet. Selbstverständlich sind alle Kapitel des vorliegenden Buches illustriert, sodass der Leser auch einen kleinen Eindruck von der Fülle und der Verschiedenartigkeit der Exponate gewinnt. Carl Röchlings Gemälde der "Schlacht bei Hohenfriedeberg" gehört ebenso zu den Exponaten des Hauses wie der Wehrpass des Generalmajors Eberhard Herwarth von Bitterfeld und der Handwagen einer schlesischen Flüchtlingsfamilie. Dass man im Hause auf multimediale Vermittlung großen Wert legt, unterstreicht Jan Kindler in einem entsprechenden Beitrag. Einen wesentlichen Teil der Veröffentlichung nimmt die Behandlung der Themenbereiche ein, ob "Krieg und Gedächtnis" - im Haus ist unter anderem der Gipsabguss der Büste Einsteins in der Walhalla zu sehen – oder "Politik und Gewalt". In diesen Kontext passen das Porträtgemälde der schwedischen Königin Christine und auch Gustav Adolf Müllers Arbeit "Selbstzerfleischung". Den einen mag das Thema "Tiere beim Militär" interessieren, für einen anderen wird "Leiden im Krieg" ein sehr wichtiger Aspekt sein. Metallsplitter aus dem Körper des Soldaten Tony Ewert sind ebenso zu sehen wie die Moulage "Gesichtsverletzung". Neben dieser thematischen Aufbereitung gibt es auch eine chronologische Betrachtung, die die Zeit zwischen 1300 und heute behandelt. Für die Nacharbeit des Museumsbesuchs ist die vorliegende Veröffentlichung ebenso unentbehrlich wie für die Vorbereitung auf den Besuch. © fdp
Zwischen Hellerau und … - Die Sachsen lassen das Morden nicht …
Der vorliegende Band mit Kurzkrimis von 19 Autoren hat Vorläufer, denn dies ist bereits die vierte Anthologie unter dem Titel "Mords-Sachsen": Wie es einem Ghostwriter ergeht, dem man einen Mord in die schiebt, und was das mit Delitzsch sowie der Leipziger Buchmesse zu tun hat, führt uns -ky vor Augen. Auf einem Golfplatz, der einst Abbaugebiet für Uranerz war, bedeuten fliegende Bälle Lebensgefahr, aber mit dem Mord, der dort stattfindet, haben die Bälle gar nichts zu tun, folgt man Katrin Ulbrichs Erzählung "Kleiner Ball. Großer Mord." Ein merkwürdiger Grammatik-Fehler in einer Email bringt in "Auftrag per Mail" die Leser auf die Spur des Täters. Auch Max Tevidtke und sein Zechkumpan bemerken spät, aber nicht zu spät, dass die "Perle" von Thomas, der die Kneipe "Bungalow" in der Gottschedstraße betreibt, wohl nicht ganz unschuldig, an dessen Verschwinden ist. Doch in welcher sächsischen Stadt liegt bloß die Gottschedstraße? Ach ja, in der Titelunterzeile lesen wir: "Leipzig". An die Peripherie Dresdens lockt uns Mario Ulbrich, der einen Mord in der Königsbrücker Heide geschehen lässt, an dem einige Dresdner Gören beteiligt sind. Der wäre wohl nicht passiert, wenn Kevins Oma nicht vom Schrat in der Königsbrücker Heide erzählt hätte. Welcher Passion Elfriede Achtsam nachgeht, erfährt der Leser in Sylvia Eggerts Geschichte "Leiser Tod in Leisnig. Dass "Plan B" funktionieren kann, wenn man von der Nussallergie eines verhassten Vermieters weiß, davon weiß Beate Baum in ihrem, in den Weinbergen von Radebeul spielenden Kurzkrimi zu berichten, während wir mit Wolfgang Schüler der Bautzener Olsenbande auf die Schliche kommen. Subtil ist die Rache eines Unfallopfers aus Stollberg an demjenigen, der sie zum Krüppel gemacht hat und ihre Karriere als Tänzerin vernichtete: Knöllchen und Bußgeldbescheide dank "gefälschter Fotos" von Blitzautomaten sind Mittel zum Zweck in "Abgeblitzt" von Uwe Voehl. In die Dresdner Gemäldegalerie und in die Kneipe "Italienisches Dörfchen" können wir Steffen Mohr begleiten, der das fatale Schicksal von Bernhard Rübesam nachzeichnet. Schließlich machen wir mit Johannes Maria Fischer einen Abstecher an die Mulde und nach Chemnitz, wo ein Lächeln zu einem tödlichen Lächeln wird. Dies sind nur einige der kurzweilig und spannend geschriebenen Krimis, die in Sachsen spielen und neugierig auf die "Mords-Sachsen" machen, oder?. © fdp
Claudia Puhlfürst (Hrsg.)/Mario Ulbrich (Hrsg.): Mords-Sachsen 4 - Die Sachsen lassen das Morden nicht, 273 Seiten, Meßkirch 2010, ISBN 978-3-8392-1052-9, Preis 9,90 €