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Das Palais im Großen Garten

Zu einem absolutistischen Herrscher gehörte nicht nur eine prächtige Residenz, sondern auch ein Jagdschloss und ein Lustschloss. Ein solches Schloss mit üppigem Skulpturenschmuck – italienische Villa, französisches Barockschloss und deutsches Lusthaus zugleich – wurde nach dem Entwurf des sächsischen Oberlandbaumeisters Johann Georg Starcke in der zweiten Hälfte des 17. Jh. für den damaligen Kurprinzen Johann Georg III. außerhalb der Stadt erbaut. Es sollte für die diversen Festlichkeiten des Dresdner Hofes dienen.

Neben dem Stallhof am Schloss und dem Zwinger, wo die beliebten Hoffeste der sächsischen Fürsten auch stattfanden, diente das Palais im Großen Garten der höfischen Repräsentation. Bereits der Vater von Johann Georg III. ließ italienische Kastraten, Musiker und Kapellmeister an seinen Hof kommen. Komödien, Opern, Singspiele und Ballette gehörten zum höfischen Kalender. Auch Johann Georg III., der 1680 den sächsischen Thron bestieg, war ein Förderer von Musik und Theater.

Dresden Reiseführer - Palais im Großen Garten
Ein bärtiger Gehörnter gehört zum prächtigen Fassadenschmuck
des Palais im Großen Garten

Das Barockpalais  markiert nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges das Bemühen sächsischer Fürsten, den Anschluss an die zeitgenössische Kunst und Architektur Europas herzustellen. Der Bau – von der größten Dresdner Parkanlage umgeben – besteht nur aus Festsälen, Wohnräume fehlen gänzlich. Ursprünglich waren die Fenster des Palais nicht einmal verglast, auch Öfen waren nicht vorgesehen. Schließlich wurden die höfischen Feste nur im Sommer durchgeführt. Doch das „nordische Klima“ erzwang alsbald die Verglasung der Fenster. Legendär ist bis heute das Fest anlässlich der Vermählung des sächsischen Kurprinzen Friedrich August mit der Kaisertochter Maria Josepha im Jahre 1719.

Vier Wochen dauerten die Feierlichkeiten, die alles Bisherige übertrafen: Bereits um zehn Uhr morgens brach die Festgesellschaft zu Pferde und in Wagen vom Stadtschloss zum Großen Garten auf. Dort wetteiferten adlige Damen im Ringstechen um den Sieg. War es Zufall oder abgesprochen, dass die Braut des Kronprinzen, Maria Josepha, als Gewinnerin des Wettstreits hervorging? Wir wissen es nicht. Doch bekannt ist, dass die Siegerin eine Haarnadel mit einem großen Diamantherz und einer Krone aus Brillanten erhielt. Nachmittags erfreute sich die Hofgesellschaft an einem Opernballett im nahen Naturtheater. Bei Einbruch der Dämmerung wurden Fackeln und Lichter entzündet, die den Park illuminierten.

Nach der Kriegszerstörung wurden zu DDR-Zeiten eine Gebäudesicherung und erste Rekonstruktionsarbeiten durchgeführt. Bis heute ist das Palais jedoch nicht vollständig restauriert, sondern trägt die Narben der wechselvollen Geschichte. So hat man es dabei belassen, den Deckenstuck in den drei mittleren Räumen des Erdgeschosses wieder herzustellen, und im oberen Festsaal wurden umfangreiche Bestandssicherungsmaßnahmen an Putz und Stuck durchgeführt.

Der Große Garten, in dem sich das Palais befindet, wurde nach Plänen von Martin Göttler und Johan Friedrich Karcher ab 1678 angelegt. Öffentlich zugänglich ist er seit 1814. Von seinem Charakter her ist der Park heute ein englischer Landschaftspark, dessen Gestalt im Wesentlichen auf das Konzept eines Lenné-Schülers zurückgeht. Durchzogen wird der Park von der Herkules- und der Hauptallee, die von der Querallee gekreuzt werden. An diesem Kreuzpunkt steht das Palais.

Teile des Großen Garten nehmen der Zoologische Garten und der Botanische Garten ein, in dem etwa 10 000 Pflanzen gedeihen, darunter Bananen, Pfefferstrauch, Kakaobaum, Orchideen und Sukkulenten. Kamerunschaf und Minischwein gehören zum Streichelzoo des Dresdner Zoos, der beachtliche Erfolge bei der Zucht von Orang-Utans zu verbuchen hat. Neben diesen Menschenaffen beherbergt der Zoo auch andere Affenarten  wie Krallenaffen und Schimpansen.

Palais im Großen Garten
Hauptallee
01219 Dresden
Tel. 03 51/4 45 68 10
Öffnungszeiten
April bis Oktober
Mi–Sa 14–18 Uhr, So 11–18 Uhr
Nov. bis März
Sa/So 11–18 Uhr

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