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Museum für Sächsische Volkskunst

Seit 1913 existiert dieses Museum, das seit mehreren Jahren außerdem die Puppentheatersammlung beherbergt. Untergebracht sind die Sammlungen in einer zweigeschossigen, 1568 bis 1617 erbauten Hofanlage, dem kurfürstlichen Jägerhof, von dem heute allerdings nur der Westflügel im Original erhalten ist.

„Behauptungen“, „Bergzeug“ und …

Die Sammlung des Hauses ist thematisch gegliedert. Dabei sind die Themen mit recht eigenwilligen Begriffen belegt. Unter dem Thema „Behauptungen“ finden wir unter anderem eine schwarze Haube aus dem Vogtland. „Bergzeug“ lautet die Überschrift für den Bereich der Sammlung, der sich mit dem Bergbau befasst und neben dem Arschleder und Paradebarten auch eine Grubenlampe und eine Bergmannskappe präsentiert.

In Heimarbeit für Verleger entstanden sind nicht nur Hauben mit Perlenstickerei, die zu sehen sind, sondern auch Dresdner Spitze und feine Weißstickerei auf zartem Musselin. Neben diesen Textilien sind auch ein geklöppeltes Jäckchen aus der Zeit um 1900 und Bandweberei aus dem letzten Viertel des 19.Jahrhunderts ausgestellt. Leinentischwäsche, die aus der Lausitz stammt, ist zudem zu sehen. Gezeigt werden außerdem komplette Trachten wie die Sonntagstracht einer verheirateten evangelischen Frau aus Altenberg, die aus der Zeit um 1870 stammt.

Nicht allein die Dresdner Vogelwiese

Nicht nur dank der zahlreichen Bildschirme mit unterschiedlichen Text- und Bildinformationen erfahren die Besucher von den traditionellen Volksfesten Sachsens, sondern auch dank der Exponate wie dem Modell des Volksfestes auf der Dresdner Vogelwiese. Dass dieses Fest einst als Schießfest begann und ein Gastwirt im Jahr 1713 gegen die Zahlung von neun Talern das alleinige Schankrecht besaß, können wir den Textbausteinen entnehmen, die per Mausklick abrufbar sind. In der ebenfalls offline zugänglichen Fotogalerie können wir unter anderem Aufnahmen von der niedergebrannten Vogelwiese sehen. In dieser Galerie sind auch die in Zeichnungen und Aquarellen festgehaltenen Impressionen der Vogelwiese seit 1923 abrufbar. Zu verdanken sind diese Arbeiten Hanna Hausmann-Kohlmann. Zum Thema Volksfest sehen die Besucher nicht nur einen gebastelten Bierkutscher mit Pferdegespann, sondern auch ein Karussell und allerlei Jahrmarktsbuden, ganz abgesehen von dem „Modell der Dresdner Vogelwiese“ um 1920.

Mechanische und andere Bergwerke

Ein Hingucker ist der Schneeberger Heimatberg mit seinen beweglichen Bergleuten, die Untertage Loren schieben. Außerdem ist ein Streichholzbergwerk zu sehen. Nur mit der Lupe kann man die Darstellung eines Bergwerks in einer Nussschale erkennen. Was es mit einem Buckelbergwerk auf sich hat, bleibt beim Besuch des Museums kein Geheimnis: Invalide Bergleute zogen mit derartigen Schaustücken umher und führte diese auf Volksfesten vor. Da diese Bergwerke auf dem Rücken von Ort zu Ort getragen werden mussten, ergab sich der Name Buckelbergwerk.

Typisch für die Bergbauregionen Sachsens sind auch die gedrehten Reifen und die daraus hergestellten Reifentiere. Diese Form der Produktion im Erzgebirge war eine sehr Kosten sparende Form, sodass man auch eine Arche Noah mit 100 Tieren auf diese Art und Weise fertigen konnte. Diese war im 19.Jahrhundert ein überaus beliebtes Spielzeug, wie die Besucher beim Rundgang erfahren. Einzelne Orte wie Hallbach spezialisierten sich auf die Produktion von Archen, andere wie Blumenau auf die Fertigung von Holzbaukästen.

Weihnachtspyramiden und Krippen

Typisch für das Erzgebirge ist die Herstellung von Krippen und Krippenschränken, wie der aus Oberwiesenthal von 1879 und Weinhachtspyramiden, die u.a. aus der Holzwarenfabrik C. C. Fleming stammen. Neben mehretagigen Pyramiden ist auch eine Flaschenpyramide von 1916 im Bestand des Hauses. Unter den Krippen ist eine um 1830 entstandene mechanische Krippe zu nennen, die in drei kleinen Szenen das Richthaus des Pilatus ebenso zeigt wie den Kreuzweg und die Kreuzigung. Puppenstuben und –küchen mit Kupfer-, Zinn- und Tongeschirr dürfen in der Sammlung ebenso wenig fehlen wie Mobiliar, das im Erdgeschoss des Museums ausgestellt ist, ob nun ein Kabinettschrank (um 1760) oder Truhen, von denen eine mit einer Schäferszene bemalt ist. Einen rot lackierten Bauernschrank mit Blumendekors und Landschaftsmalerei kann man zudem bewundern und anschließend einen Blick auf Bunzlauer Keramik werfen. Wie ein Verleger lebte und wie er sich bettete, verrät eine entsprechende Rauminszenierung. Auch wie eine Lausitzer Webstube und eine Blaudruckwerkstatt ausgestattet war, wird dem Besucher während seines Besuchs nahe gebracht. (text fdp)

Museum für Sächsische Volkskunst
Köpckestr.1
Dresden-Neustadt
Öffnungszeiten Di-So 10-18 Uhr
www.sdk-dresden.de
Museum zur Zeit wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten geschlossen!!


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