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Tipp Nr. 2

Fürstlich Fürstenbergische Sammlungen Donaueschingen

Über mehrere Etagen erstrecken sich die Sammlungen. Im Erdgeschoss breitet man Fossilien und Mineralien vor den Augen der Besucher aus, darüber wird die Fauna der Welt anhand von präparierten Vögeln, Fischen und Säugetieren gezeigt. Schließlich gelangt man dann in die oberen Stockwerke, wo sich eine Glyptothek mit Gipsabgüssen antiker Kunstwerke und die Sammlung Zeitgenössische Kunst befinden. Klangvoll sind die Namen der Künstler, die hier vertreten sind, ob nun Kris Martin, Anselm Kiefer oder Andreas Slominski.

Zentauren und Amazonen

Beginnen wir mit dem Besuch bei Demosthenes und Sophokles, Abgüssen von Originalen aus den Vatikanischen Museen in Rom. Der Fries des in Rot ausgeschlagenen Raumes zeigt den Fries von Bassae mit Zentauren- und Amazonenkampf, im Original im British Museum zu bestaunen. Zeitweilig wurden derartige Gipsabgüsse der klassischen Antike sehr geschätzt. Doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts versteckte man die „Schreckenskammer der weißen Gespenster“.

Fürstlich Fürstenbergische Sammlungen Donaueschingen

In eine fürstliche Sammlung gehört selbstverständlich auch eine „Porträtgalerie“, in der unter anderem Joseph Wilhelm Ernst Fürst zu Fürstenberg und Karl Egon II. zu sehen sind. Von Johann Baptist Seele stammen die ausgestellten Schlachten- und Genrebilder aus den Napoleonischen Kriegen. Fürstliche Uniformen findet man neben einem recht skurrilen Exponat: Es handelt sich um das Reiseurinal Napoleon Bonapartes nebst Futteral.

Fürstlich Fürstenbergische Sammlungen Donaueschingen - Reiseurinal Napoleon Bonapartes nebst Futteral

Zahnpastatube hinter Glas

Zur Sammlung zeitgenössischer Kunst zählen Arbeiten von Anselm Kiefer und Dirk Bell sowie Kathrin Sonntag. Gareth Moore gestaltete gar einen eigenen Raum, der mit Erde und Wasser aus der Region bemalt wurde. In einer Raumecke installierte der Künstler eine „Maske“ aus Taschentusch, Garn und Lumpen. Ratlosigkeit macht sich wohl angesichts dieses Werkes bei den meisten Besuchern breit.

Fürstlich Fürstenbergische Sammlungen Donaueschingen

Neben der „Vogelfalle“ und der „Mausefalle“ mit denen Andreas Slominski die Kunst des „Ready Made“ von Marcel Duchamp „parodiert“, findet sich auch das Werk „St. Arnold“ in der Sammlung. Dabei handelt es sich um eine Zahnpastatube, die einst zur „Ausstattung“ gehörte, die der Künstler von seinem Vater bekam, als er seine schulische Laufbahn in einem Internat fortsetzte. Wer diesen biografischen Bezug nicht kennt, runzelt angesichts der „Ajona-Zahncremetube“ hinter Glas nur die Stirn. Kris Martin hingegen hat die Magnetresonanzaufnahmen seines eigenen Schädels in ein „fotografisches Kunstwerk“ verwandelt – und auch das ist gewöhnungsbedürftig.

Museum im Museum

Fürstlich Fürstenbergische Sammlungen Donaueschingen

Moderne Museumspräsentation darf man in der Naturkundlichen und in der Fossilien-Sammlung nicht erwarten. Wer sie betritt und die handschriftlichen Beschriftungen und die Vitrinen zu Gesicht bekommt, meint eine Zeitreise in ein Museum des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu unternehmen: Fischpräparate aus Brasilien mit so exotischen Namen wie Ephippus faber erblicken wir, aber auch einen Bären, der sich bedrohlich aufgerichtet hat. Eine Seeschnecke namens Trochus caelatus gehört ebenso zur Sammlung wie Gehirnkorallen. Wasservögel wie Halsband-Steinwälzer, Gänsesänger und Kragenente haben in den Vitrinen ihren Platz gefunden. Doch auch exotischen Äffchen und Raubkatzen aus Südamerika begegnet man bei seinem Besuch. Schließlich kann man auch Dinotherien, „Hauer-Elefanten“ genannt, bestaunen, wenn man durch die Sammlungen schlendert, ganz abgesehen von kleinen Rhinozeriden, versteinerten Dreilappkrebsen sowie versteinerten Seelilien.

Information

Fürstlich Fürstenbergische Sammlungen
http://fuerstenberg-kultur.de
http://haus-fuerstenberg.de

 

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