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Ausstellungsorte in Bremen:Gerhard-Marcks-Haus / Kunsthalle / Museen Böttcherstraße / Überseemuseum /

Bremen

Kunsthalle Bremen
Auguste Rodin. Meisterwerke zum 100. Todestag
bis 11. Juni 2017

Franz Radziwill und Bremen
bis 9. Juli 2017

Auguste Rodin. Meisterwerke zum 100. Todestag

Anlässlich des 100. Todestags von Auguste Rodin (1840–1917) präsentiert die Kunsthalle Bremen Meisterwerke des französischen Bildhauers aus ihrer Sammlung. Darunter sind seine radikal veristische Figur Johannes der Täufer (1878-1880) sowie die verkleinerten Ausführungen von drei Figuren aus Rodins berühmter Skulpturengruppe Die Bürger von Calais (1889), die genauso wie das Johannes-Exemplar vom Kunstverein Bremen direkt beim Künstler in Auftrag gegeben worden waren. Rodins Figuren werden ergänzt durch zeitgenössische Fotografien von Candida Höfer (*1944): In ihrem Zyklus Zwölf von 2000 fotografierte sie Rodins Bürger von Calais an ihren 12 Standorten weltweit.

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Auguste Rodin Mann mit gebrochener Nase, 1863/64 Bronze 25,5 x 19,5 x 21,5 cm Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Foto: Karen Blindow

 

Franz Radziwill und Bremen

Franz Radziwill (1895-1983) gilt in der deutschen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts als Einzelgänger, sein Werk ist unverkennbar. Erstmalig wird nun seine Beziehung zur Hansestadt Bremen in einer Ausstellung untersucht: Er verbrachte in Bremen prägende Jahre seiner Kindheit und Jugend, die in seinem gesamten Werk Spuren hinterließen. Zeitlebens bannte Radziwill typische Orte, prägnante Bauwerke oder bedeutende Ereignisse in seiner Heimatstadt auf Papier und Leinwand. Mit etwa vierzig Werken aus der Zeit von 1910 bis 1960 spannt die Ausstellung einen Bogen vom expressionistischen Frühwerk über Meisterstücke der Neuen Sachlichkeit und des Magischen Realismus bis hin zu fantastischen Bilderfindungen des gereiften Œuvres.

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Franz Radziwill Der Wasserturm in Bremen, 1932 Öl auf Holz, 80 x 99,5 cm Radziwill Sammlung Claus Hüppe, courtesy Kunsthalle Emden © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

 

Ausstellungen

Im Zeichen der Lilie. Französische Druckgraphik zur Zeit Ludwigs XIV.
bis 28. Mai 2017

Die Ausstellung präsentiert herausragende französische Druckgraphik von 1650 bis 1715, einer Epoche, in der sich der Absolutismus in seiner ganzen Pracht entfaltete. Während der Regierungszeit Ludwigs XIV. bestand die Aufgabe der schönen Künste vor allem darin, Ruhm und Herrlichkeit des Königs als Staatsmann, Feldherr und Mäzen weit über die Grenzen des Landes hinaus zu verbreiten. Die Druckgraphik eignete sich besonders für diese Bestimmung: Leicht zu transportieren, in großen Mengen herzustellen, wurde sie einzeln oder kostbar gebunden verkauft und stand dezidiert in politischen Diensten. Stiche nach Gemälden aus der Sammlung des Königs, Ansichten seiner Paläste, Abbildungen seiner militärischen Erfolge avancierten zu erstklassigen Prestigeobjekten. 1660 befreite Ludwig XIV. die Kupferstecher von den Regeln der Handwerkszunft und erhob sie in den Rang freier Künstler. Ab 1663 konnten sie in die königliche Akademie aufgenommen werden, die eine einheitliche Ausbildung und damit ein außerordentlich hohes technisches Niveau sicherstellte. Die präzisen und zugleich sinnlichen Stiche von Gérard Edelinck, Robert Nanteuil, Pierre Drevet oder Jean Audran trugen mit ihren subtil abgestuften Tonalitäten, ihrer raffinierten Lichtregie und den differenziert ausgearbeiteten Oberflächen zur Herausbildung eines vorbildlichen französischen Stils maßgeblich bei.

Der blinde Fleck.
Bremen und die Kunst in der Kolonialzeit
5. August bis 19. November 2017

Die Hansestadt Bremen war im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein blühendes Zentrum von schnell wachsenden internationalen Handelsbeziehungen. Dabei profitierte sie sowohl von kolonialer Expansion als auch von der massenhaften Auswanderung nach Übersee. Auch im 1823 gegründeten Kunstverein Bremen haben diese globalen Verflechtungen Spuren hinterlassen. Bis heute blieben sie jedoch unentdeckt. Ein von der Kulturstiftung des Bundes gefördertes Forschungs- und Ausstellungsprojekt widmet sich nun erstmals der Erforschung dieser kolonialen Bezüge. Es verknüpft die Geschichte des Kunstvereins in Bremen mit der Handelgeschichte der Hansestadt und befragt Werke von u.a. Paula Modersohn-Becker, Emil Nolde und Fritz Behn auf ihre kolonialen Zusammenhänge. Die blinden Flecke, die dabei sichtbar gemacht werden, thematisieren inbesondere die Darstellung und den Umgang mit dem Fremden in der Kolonialzeit. Die Ausstellung wird diese europäischen Sichtweisen in der Sammlung der Kunsthalle Bremen mit außereuropäischen Positionen der Kunst in Dialog setzen.

Max Beckmann. Welt-Theater
30. September 2017 bis 4. Februar 2018


Max Beckmann (1884–1950) war fasziniert von der Welt des Theaters, Zirkus' und Varietés als metaphorischer Schauplatz der menschlichen Beziehungen und des Weltgeschehens. In seinem Œuvre finden sich zahlreiche Gemälde, Druckgraphiken, Zeichnungen und Skulpturen, die sich unmittelbar auf diesen Themenbereich beziehen und seine Idee von der Welt als Bühne vermitteln. Die Ausstellung macht erstmals Beckmanns Welttheater visuell und ideengeschichtlich erstmals greifbar und führt vor Augen, wie der Maler und Autor von zwei bisher kaum beachteten Dramen sich selbst als "Theaterdirektor, Regisseur und Kulissenschieber" verstand. Ausgangspunkt sind die reichen Bestände der Kunsthalle Bremen, die mit ihren Gemälden und dem fast vollständigen druckgraphischen Œuvre des Künstlers eine der größten Beckmann-Sammlungen Deutschlands besitzt. Diese wird ergänzt durch Leihgaben aus bedeutenden deutschen und internationalen Museen und Privatsammlungen. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem neuen Museum Barberini in Potsdam und wird dort vom 23. Februar bis 10. Juni 2018 zu sehen sein.

Besonders beeindruckend ist die Arbeit des amerikanischen Malers Albert Bloch. Im Hochformat hielt er einen Boxkampf fest, dabei das Ringgeviert aus der Untersicht zeigend. Das Publikum bestand nicht wie üblich aus den Halbseidenen der Gesellschaft, sondern aus distinguierten Herren mit schwarzen Zylindern und schwarzen Anzügen. Im Lichtkegel standen die beiden Faustkämpfer, einer wohl ein Afroamerikaner, der gerade einen Leberhaken gesetzt hat. Fliegt da nicht auch das Handtuch als Zeichen der Aufgabe in den Ring? Im Katalog lesen wir dazu: „Bloch baute eine pyramidale Komposition aus dem Gedränge der Zuschauer und dem Kampf im Ring, die in der grellen Lichtquelle gipfelt. Die kraftvolle Farbgebung und die Betonung von Kreisen, Kuben und Zylindern erinnern an die kubistische Formensprache Robert Delaunays, den Bloch in München kennengelernt hatte.“

Übrigens, dank eines Begleitheftes zur Ausstellung kann man Details zu einzelnen ausgestellten Arbeiten nachlesen, eine sehr gelungene Ergänzung zu den zeithistorisch orientierten Saaltexten und Exponaten jenseits von Gouachen, Lithografien und Ölgemälden. Text © ferdinand dupuis-panther

 

In völlig veränderter und reduzierter Form - zum Beispiel wird das Thema Boxen in der Präsentation in Berlin völlig ausgespart - ist die Ausstellung vom 19. März bis 26. Juni 2017 in der Liebermann-Villa in Berlin-Wannsee zu sehen.

Kunsthalle Bremen
Am Wall 207
28195 Bremen
http://www.kunsthalle-bremen.de

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