Richard Löwenherz kennen alle Playmobil-Ritterspieler
Spätestens an diesem Punkt habe ich alle Aufmerksamkeit auf meiner Seite: Richard Löwenherz, den kennen die begeisterten Playmobil-Ritterspieler natürlich, den „guten“ König, der irgendwie mit Robin Hood zu tun hatte, oder? Ja, Heinrich der Löwe und Richard Löwenherz – aber wie kommt nun der Löwe auf den Platz? Der Legende nach soll Heinrich ihn 1172 als Gastgeschenk in Palästina bekommen haben. Nicht die Steinstatue, nein, einen echten Löwen! Und man sagt sogar, die Kratzspuren am Braunschweiger Dom stammen von dem wilden Tier. Glaubhafter ist aber wohl, dass Heinrich, der „tapfer und stolz wie ein Löwe“ wirken wollte, das damals noch vergoldete Denkmal aus reiner Angeberei errichten ließ. Wir beenden unsere Geschichtsreise mit dem altklugen Spruch, dass Hochmut vor dem Fall kommt. Schließlich fiel der berühmte Herzog 1176 bei seinem kaiserlichen Vetter derart in Ungnade, dass er nicht nur große Teile seine Ländereien verlor, sondern auch ins Exil nach England geschickt wurde. Zwar folgte eine späte Versöhnung mit dem kaiserlichen Nachfolger Heinrich VI, aber das riesige Machtgebiet war enorm geschrumpft und als Heinrich 1195 starb, gab es für die drei Söhne nicht mehr allzu viel zu erben.
Mittelalterliches Stadtbild und exotische Düfte

Bettler säumen die Wege wie im
tatsächlichen Stadtbild des Mittelalters
Gerade will mein Publikum bedauernd den Kopf senken, da werden wir von einer zerlumpten Frau angesprochen, schmutzig im Gesicht und an den Händen, die sie uns hilfesuchend entgegenreckt. „Eine milde Gabe, habt Erbarmen, ihr Junker!“ Nach einem kurzen und entsetzten Einatmen erkennt der Sohnemann die Maskerade, fragt aber dennoch nach etwas Kleingeld für die arme Frau. Man kann ja schließlich nie wissen, ob sie nicht wirklich bedürftig ist.

Leckeres aus dem Saftladen
Aber größer als das Mitleid ist der Hunger, der durch exotische Düfte und allerlei Marktschreierei angeregt wird. Wir lassen uns treiben zwischen Falafel, Spießbraten und zünftigen Broten frisch aus dem Backhaus. Gegen den Durst locken Met und eine orientalische Teestube. Bier schäumt in Tonkrügen, verwegene und waffenstarrende Wachen wischen sich den weißen Bart.
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