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Münster zu Bonn

An der Stelle des heutigen Münsters zu Bonn – ein Wahrzeichen der Stadt – stand ursprünglich die Stiftskirche St. Cassius und Florentius. Geweiht war sie zwei Soldaten der Thebäischen Legion, die sich zum Christentum bekannten und als Märtyrer starben. Nachgewiesen ist die kontinuierliche Verehrung der Heiligen seit dem 3.Jahrhundert an dem Ort, an dem sich das heutige Münster befindet. Ein erstes Gotteshaus entstand im 4. Jahrhundert, eine Saalkirche mit über 13 Meter Länge und mehr als acht Meter Breite. Diese wurde im 8. Jahrhundert erweitert. Drei Jahrhunderte später folgte ein dreischiffiger Kirchenneubau, der in seiner Ausdehnung fast der Größe des heutigen Münsters entsprach. Von diesem Bau sind die Gruft, Teile der Ostkrypta und des Hochchors sowie das Westwerk erhalten. Der aktuelle Sakralbau, der dem hl. Martin geweiht ist, weist romanische und gotische Elemente auf und stammt aus 11. bis 13. Jahrhundert. Drei Bogengänge des südlichen Kreuzganges des 12. Jahrhunderts sind bis heute erhalten geblieben. Als architektonische Besonderheit kann die doppelte Choranlage angesehen werden. Über der dreischiffigen Krypta im Osten befindet sich der Langchor und ebenfalls über einer Krypta der Westchor. Die breiten Seitenschiffe sind das Ergebnis der Bautätigkeit des 13. Jahrhunderts, als auch die Westapsis neu gestaltet wurde.

Bonn - Ansicht des Münsters zu Bonn
Ansicht des Münsters zu Bonn

Im Laufe der Geschichte ...

... wurde das Münster mehrfach in Mitleidenschaft gezogen: 1590 beschädigte ein Blitzeinschlag den Vierungsturm und die Kirchendächer gingen in Flammen auf. Im Niederländisch-Französischen Krieg wurden nicht nur die Dächer ein Raub der Flammen, sondern auch die Glocken und die Orgel. Ein neues Geläut mit sieben Glocken wurde 1756 bei einem Glockengießer aus Malmedy (heute Ostbelgien) in Auftrag gegeben. Nicht minder schwer waren die Folgen der Luftangriffe auf Bonn während des Zweiten Weltkriegs. Man überlegte ernsthaft, ob das Münster in seiner alten Gestalt wieder aufgebaut werden solle. Man entschied sich für diesen Weg. Erst 1982 war das Münster vollständig wieder hergestellt.

Buntglasfenster und romanischer Taufstein

Bonn - Moderne Glaskunst im Bonner Münster
Moderne Glaskunst im Bonner Münster

Bezüglich der Ausstattung der Kirche ist auf einige Buntglasfenster hinzuweisen, die von Heinrich Campendonk, der zur Gruppe Blaue Reiter gehörte, dessen Meisterschüler Jupp Strater und von Paul Weigmann stammen. Letzterem verdanken wir ein Fenster mit den Märtyrern Cassius und Florentius.. Die farbige Fassung der Kirche ist im Wesentlich ein Ergebnis der Renovierungen 1980 bis 1981. Auch die mit 5112 Pfeifen ausgestattete Orgel ist ein Kind der Nachkriegszeit und wurde von Hans Klais 1961 gebaut sowie 1981 erweitert. Der Prospekt wurde vom Bildhauer Manfred Saul geschaffen. Die Orgel befindet sich auf einer Empore in der Westapsis, die durch Säulen gegliedert ist.

Noch aus der alten St. Martinskirche stammt der romanische Taufstein des 12. Jahrhunderts, der im nördlichen Seitenschiff seinen Platz hat. Basis und Deckel des Steins sind neueren Datums. Auf dem Deckel sehen wir die Darstellung der Arche Noah auf dem Berg Ararat.

Der Dreifaltigkeitsaltar und das Mosaik im Hochchor

Bonn - Blick auf den Reliquienschrein mit den Gebeine der Stadtpatrone in der Krypta
Blick auf den Reliquienschrein mit den
Gebeine der Stadtpatrone in der Krypta

Zur wertvollen Kirchenausstattung gehört auch der Dreifaltigkeitsaltar von 1704, der im Zentrum die hl. Helena zeigt. Der hl. Cassius und der hl. Florentius sind ihre Begleiter. Unter der hl. Helena sehen wir eine Ansicht von Bonn mit Befestigungsanlagen, Zollhaus und Rheinkran. Meisterlich geschnitzt ist die spätbarocke Kanzel. Der Kanzelkorb wird durch Pilaster gegliedert. Zu sehen sind die Symbole der vier Evangelisten und das auf einem Buch stehende Lamm als Darstellung der Apokalypse. Im nördlichen Querschiff steht der Besucher vor dem Fresko „Anbetung der hl. Drei Könige“, das wohl um 1400 entstand, jedoch im 19. Jahrhundert im Stil des Historismus nachgearbeitet wurde. Im Hochchor fällt der Blick auf das Apsismosaik aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Im Zentrum ist Jesus als Weltenrichter dargestellt, der seine Füße auf die Weltkugel setzt. Ihm zur Seite gegeben sind Weihrauchfass schwingende Engel. Auch aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammen die Ausmalungen des Hochchors. Gezeigt werden 21 Bilderpaare zur Typologie des Heils, darunter die Geburt Christi und der brennende Dornbusch. Verlässt man die Vierung und steigt in die Krypta hinab, so steht man vor dem Schrein mit den Gebeinen von Cassius, Florentius und ihrer Gefährten.

Bonn - Erinnerung an die Heiligen Cassius und Florentius – eine Arbeit des türkischen Bildhauers Iskender Yediler
Erinnerung an die Heiligen Cassius und Florentius – eine Arbeit
des türkischen Bildhauers Iskender Yediler

Vor dem Münster stößt man auf eine Arbeit des türkischen Bildhauers Iskender Yediler, der 2002 für den Martinsplatz aus Thailändischem Granit die Köpfe der Heiligen Cassius und Florentius geschaffen hat, die der Legende nach 304 in Bonn enthauptet wurden. Auf dem Münsterplatz steht unweit des Eingangs zum Münster eine Plastik des chilenischen Bildhauers Eduardo Chillida. Sie trägt den Titel „De Musica IV“ (2001) – und ist eine offene, den Leerraum umrahmende Form aus rostigem Stahl.

St. Martin (Münster)
Gerhard-von-Are-Str. 5
53111 Bonn
Tel. 0228-98 58 80
www.bonner-muenster.de
Öffnungszeiten
Mo-Fr 9-12 Uhr, Do auch 16-19 Uhr

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