DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Ausstellungsorte in Berlin: Bauhausarchiv / Berlinische Galerie / Deutsches Historisches Museum / Martin Gropius Bau / DDR-Museum / Museum der Dinge / Hamburger Bahnhof / Sammlung Scharf-Gerstenberg / Max-Liebermann-Villa / Medizinhistorisches Museum

Berlin
Hamburger Bahnhof


Sonderausstellungen

Ausstellungen

MARIANA CASTILLO DEBALL
bis 1. März 2015

Mariana Castillo Deball (*1975 in Mexico City), wird ab September 2014 ein eigens für ihre Einzelausstellung entwickeltes Projekt in der Historischen Halle des Hamburger Bahnhofs zeigen. Die raumgreifende Installation vereint verschiedene künstlerische Überlegungen an der Schnittstelle zwischen historischer Forschung, Philosophie und Kunst, die für das Werk von Mariana Castillo Deball ausschlaggebend sind. Für ihre Arbeiten eignet sie sich gezielt Themenfelder an und überführt den gewachsenen Forschungsprozess, an Methoden der Archäologie, Ethnografie und wissenschaftsgeschichte erinnernd, in eine zeitgenössische künstlerische Formensprache. Vergessenes wird in neue Zusammenhänge gestellt, um erfahrbare Bilder und alternative Lesarten entstehen zu lassen. Für die Schau im Hamburger Bahnhof widmet sich die Künstlerin den "Biografien von Dingen". Ihr Augenmerk richtet sie dabei auf museale Sammlungsobjekte, die nicht selten "wandernd zwischen Hinterhöfen, Kellern, Sockeln, Vitrinen, Museen, Wanderausstellungen und privaten Sammlungen ein unbeständiges Leben hatten" (Mariana Castillo Deball). Im Zentrum der Präsentation stehen Gegenstände und Kunstwerke aus verschiedenen Berliner Museen, vor allem aber solche, die mit der Sammlung der Nationalgalerie zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Verbindung standen. Wie der Titel der Ausstellung "Parergon" (Beiwerk, Nebenwerk) nahe legt, wird die Geschichte der Sammlungen, ihrer Bauten, Exponate und Protagonisten insbesondere hinsichtlich ihrer Migrationen und Neuordnungen untersucht und entschlüsselt. Besonderes Augenmerk legt Castillo Deball dabei auf Zusammenhänge, die sich außerhalb des Rahmens des Bekannten und des Eindeutigen abspielen. Welchen Einfluss die Institution Museum und ihre Vertreter auf das Leben und den Status der Objekte haben, ist eine leitende Frage für die Betrachtungen der Künstlerin. Gegenstand der Installation sind weniger die faktischen Ergebnisse des stark recherchebasierten Projekts. Vielmehr geht es darum, eine sinnlich erfahrbare Situation zu entwickeln, in der die Künstlerin eigene, neu entwickelte Arbeiten mit historischen Ausstellungsstücken verbindet. Neue Narrationen und Querverbindungen, die zwischen den verschiedenen Objekten, historischen Einschnitten und zufälligen Geschehnissen entstehen, liefern Mariana Castillo Deball das Material für ihre eigenen künstlerischen Interventionen. Sie "möchte eine Art Oper schaffen, in der ein Repertoire aus Objekten, Gebäuden und architektonischen Rekonstruktionen als Hauptcharaktere auftreten." (Mariana Castillo Deball) Diese verschiedenen Charaktere erzählen ein "Bühnenstück" im Museum, in dem ihre in der Vergangenheit begangenen Wege und gelebten Abenteuer die Dramaturgie der Ausstellung bestimmen. Als weitere Ebene ihrer Oper wird die Künstlerin ein Hörstück realisieren, das dem Besucher in Form eines Audioguides Einblicke in den vorausgegangenen Rechercheprozess ermöglicht. Hier werden Stimmen von Spezialisten, Zeitzeugen und fiktiven Figuren zur Sprache kommen, die sehr individuelle Sichtweisen und Erfahrungen mit den Besuchern teilen, die in Zusammenhang mit der komplexen Geschichte des Hamburger Bahnhofs, der Sammlung der Nationalgalerie und der in der Ausstellung gezeigten Exponate stehen. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Verlag der Buchhandlung Walther König mit Texten von Kirsty Bell, Dario Gamboni und Melanie Roumiguière.

Und weg mit den Minuten. Dieter Roth und die Musik 14.03.2015-16.08.2015

Dieter Roth (1930-1998) arbeitete mit so unterschiedlichen Medien wie Zeichnung, Malerei, Assemblage, Installation, Druckgrafik, Buchkunst, Literatur, Aktion und Film. Seit 2008 befindet sich eines seiner Hauptwerke, die monumentale "Gartenskulptur" (1968ff.), als Schenkung der Friedrich Christian Flick Collection in der Sammlung der Nationalgalerie. Wenig bekannt und beachtet sind bisher Roths zahlreiche musikbezogene Projekte und Werke, die nun erstmals umfassend vorgestellt werden.Die Musik spielte für den Künstler zeit seines Lebens eine große Rolle, was in seinem Werk in verschiedener Weise zum Tragen kommt. So integrierte er Musikinstrumente als stumme Reliefs neben Kassetten- und anderen Audiogeräten in seine Assemblagen und verwendete sie als Motive in seinen Papierarbeiten und Bildern. Roth trat auch als Musiker auf die Bühne, spielte alleine oder als Teil des Künstlerkollektivs "Selten gehörte Musik". Als Vielhörer aller Musikrichtungen besaß er eine umfangreiche Schallplattensammlung und ein eigenes Tonstudio; seine Musik-Liebe galt dabei vor allem der klassischen Musik, Schubert, Brahms und Schönberg im Besonderen.Mit Berlin verbinden Roth die in den 1970er Jahren in der Stadt veranstalteten "Berliner Dichterworkshops" und mehrere Konzerte in der Reihe "Selten gehörte Musik" mit Günter Brus, Hermann Nitsch, Arnulf Rainer, Gerhard Rühm, Oswald Wiener u.a. Mit diesen Wiener Künstlerfreunden und auch mit seinen Kindern praktizierte er eine Art "dilettantischer Hausmusik", und das in diesen Sessions etablierte Scheitern führte zu verblüffenden musikalischen Ergebnissen. In der Ausstellung wird Musik als wichtiger Bestandteil des Rothschen Multiversums erfahrbar. Im Hamburger Bahnhof wird die Ausstellung zur Musik im Schaffen von Dieter Roth ergänzt um ausgewählte Werke und Schallplatten von Künstlerinnen und Künstlern, die sich hinsichtlich ihrer Fragestellungen und Herangehensweisen an die musikalische Tradition mit Roths Arbeiten in Beziehung setzen lassen. Diese Werke zeugen vom bis heute anhaltenden Interesse bildender Künstler an der Musik.

Michael Beutler
17.04.2015- 06.09.2015


Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin Vom 17. April bis 6. September 2015 widmet die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof dem in Berlin lebenden Künstler Michael Beutler (geb. 1976) eine Einzelausstellung in der Historischen Halle des Museums. Beutlers Installationen besetzen und transformieren Räume durch skulpturale Eingriffe, die dem Publikum Alternativen der Raumwahrnehmung und neue Handlungsweisen eröffnen. Die gattungsübergreifenden Arbeiten verstehen sich als Reaktionen auf die architektonischen und sozialen Strukturen und die spezifische Situation am jeweiligen Ort der Ausstellung. Das Hinterfragen von industriellen Produktionsprozessen und den damit in Zusammenhang stehenden Ökonomien, sowie die Thematisierung einer bewussten und autonomen Haltung zu den eingesetzten Materialien und Verfahren, bilden ebenfalls zentrale Elemente in Michael Beutlers Werken. Industriell gefertigte oder verarbeitete Materialien wie Papier, Metall, Holz oder Kunststoffe werden vom Künstler eingesetzt und mit eigens entwickelten Werkzeugen und Apparaten sowie unter Einbindung Dritter zu raumgreifenden Bauelementen geformt. Einer Versuchsanordnung ähnelnd, entsteht in der prozesshaften Werkentwicklung ein Zustand provisorischer Ungewissheit, den Beutler als notwendigen, produktiven Bestandteil seiner Arbeit begreift. In der Ausstellung im Hamburger Bahnhof erhebt Beutler dessen Historische Halle nicht nur zum Protagonisten der Schau, vielmehr verwandelt er diese in einen Ort kontinuierlicher Produktion, zu einer "Werkshalle Museum". Gleichzeitig als Produktionsstätte und Präsentationsort genutzt, unterliegt der Ausstellungsort einer stetigen Entwicklung, die für die MuseumsbesucherInnen durch verschiedene Momente der Teilhabe direkt erfahrbar wird. Der Entstehungsprozess dieser künstlerischen Arbeit wird sichtbar gemacht und kann von den BesucherInnen von Beginn an in Form unterschiedlicher "Bauphasen" verfolgt werden. Das, die gesamte Halle einnehmende, Projekt Michael Beutlers kann in eine Reihe orts- bzw. raumspezifischer Ausstellungen im Hamburger Bahnhof eingeordnet werden, deren Fokus ebenfalls auf der Auseinandersetzung mit dem Ausstellungsraum und dessen Gegebenheiten lag.

Black Mountain. Lehren und Lernen als Aufführungskünste 05.06.2015 - 27.09.2015

Im Sammlungsbestand der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof befinden sich zwei Werke von Cy Twombly und Robert Rauschenberg, die 1951 und 1952 am Black Mountain College (BMC) entstanden sind. Diese Kunstwerke bilden den Ausgangspunkt einer Ausstellung über das legendäre BMC, das von 1933 bis 1957 im US-Bundesstaat North Carolina bestand. Der Hochschullehrer John Andrew Rice gründete das College 1933 in der Nähe von Asheville als eine lernende Community, die über jede Form der bisherigen höheren Schulen und deren Erziehungsmethoden hinausreichte. Von Anfang an hat Rice Wert darauf gelegt, dass es sich um eine interdisziplinäre und vor allem experimentelle Schule handeln sollte, die das gemeinsame Arbeiten im Sinne von John Deweys Reformpädagogik praktizierte. Die Studierenden sollten nicht nur in Natur- und Geisteswissenschaften, sondern auch in künstlerischen Disziplinen unterrichtet werden, sie trugen durch Landwirtschaft zur Versorgung des Colleges bei und bauten ab 1940 verschiedene Gebäude auf dem Gelände rund um den Lake Eden. Rice besetze die Lehrstühle mit jeweils radikal denkenden Persönlichkeiten, die über die damaligen Grenzen ihres Fachgebiets weit hinausgingen. Bereits 1933 bestellte er auf Empfehlung des Architekten Philip Johnson den aus Nazi-Deutschland emigrierenden Bauhauslehrer Josef Albers zum künstlerischen Direktor des Instituts. Dank des Engagements von Josef und Anni Albers und anderen Flüchtlingen profitierte das BMC in seinen Anfangsjahren von den wissenschaftlichen und künstlerischen Errungenschaften der europäischen Moderne. Um 1950 wurde es zu einem wichtigen Treffpunkt für experimentelle Haltungen in Architektur, Tanz, Musik, bildender Kunst und Literatur. Künstler wie Buckminster Fuller, John Cage, Merce Cunningham oder Charles Olson lehrten am BMC und Robert Rauschenberg, Cy Twombly, Ruth Asawa und Ray Johnson gehörten zu den Studierenden. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Werke, zentrale Ereignisse und wegweisende künstlerische Ansätze, die am BMC entwickelt und erprobt wurden und wichtige Impulse für die Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lieferten. Um das reformpädagogische Institut mit aktuellen Debatten zur Ausbildungssituation von Künstlerinnen und Künstlern zu verbinden, sind Studierende verschiedener europäischer Kunsthochschulen eingeladen, während der gesamten Laufzeit in der Ausstellung Archiv-Dokumente, literarische Texte und künstlerische Partituren aufzuführen. Für diese Aufführungen entwickelte der Künstler und Komponist Arnold Dreyblatt ein Konzept unter dem Titel "Performing the Black Mountain Archive".

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
Invalidenstraße 50-51
10557 Berlin
Öffnungszeiten
http://www.smb.museum/smb/service/index.php?lang=de&n=3&p=5
Verkehrsverbindungen U-Bahn U6 (Museum für Naturkunde) S-Bahn S3, S5, S7, S75 (Hauptbahnhof) Tram M6, M8, 12 (Museum für Naturkunde) Bus M41, M85, TXL (Hauptbahnhof); 120, 123, 147, 240, 245 (Invalidenpark)

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