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Berlin
Berlinische Galerie

Ausstellungen

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Kunst in Berlin 1880–1980
seit 29.05.2015
Die Ausstellung der Sammlung präsentiert sich zum vierzigjährigen Jubiläum des Hauses als facettenreicher Rundgang durch die Kunst Berlins von 1880 bis 1980. Er reicht von der großbürgerlich geprägten Malerei der Kaiserzeit Ende des 19. Jahrhunderts über Werke des Expressionismus und der osteuropäische Avantgarde bis hin zur Architektur der Nachkriegsmoderne sowie der Heftigen Malerei der Siebziger Jahre. Entsprechend der interdisziplinären Ausrichtung der Sammlung treten Hauptwerke aus Malerei, Grafik, Skulptur, Fotografie und Architektur in einen lebendigen Dialog. Sie vermitteln einen Eindruck von der Vielfalt der künstlerischen Ansätze und Stile, aber auch von Spannungen, Gegensätzen und Brüchen, die bis heute charakteristisch sind für den Kunststandort Berlin. Als Stadt der Moderne, die heute mehr denn je internationale junge Künstler anzieht, bleibt Berlin ein Zentrum fortwährenden Aufbruchs. Die neue Präsentation würdigt die jüngsten Zuwächse der Sammlung, zum Beispiel Natur– und Landschaftsdarstellungen von Walter Leistikow, Lesser Ury, Karl Hagemeister oder Julie Wolfthorn aus dem Umkreis der Berliner Secession, die im Jahr 2014 durch die gemeinnützige Dr. Jörg Thiede-Stiftung ins Haus gekommen sind. Neu zu entdecken gilt es auch das Werk des expressionistischen Malers Benno Berneis. Aus einer Schenkung aus Privatbesitz bereichern Gemälde, Zeichnungen und Dokumente seit 2014 die Sammlung. Im Jahr 2016 feiert die Berlinische Galerie hundert Jahre Dada mit einer besonderen Ausstellung. Daher sind in dieser Präsentation die Bestände der Dada-Bewegung, die zu den größten Schätzen der Sammlung gehören, nur in konzentrierter Auswahl zu sehen. Künstler (Auswahl): Anton von Werner, Max Liebermann, Walter Leistikow, Lesser Ury, Ludwig Meidner, Benno Berneis, Oskar Kokoschka, Rudolf Belling, Iwan Puni, Naum Gabo, El Lissitzky, Otto Bartning, Marta Astfalck-Vietz, Erich Salomon, Jeanne Mammen, Felix Nussbaum, Hans Uhlmann, Karl Hofer, Werner Heldt, Robert Capa, Heinz Hajek-Halke, Hermann Henselmann, Fred Thieler, Georg Baselitz, Rainer Fetting, Michael Schmidt, Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte

Cornelia Schleime Ein Wimpernschlag
–24.04.2017

Cornelia Schleime erhält in diesem Jahr für ihr Lebenswerk den Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin. Die Künstlerin, 1953 in Ost-Berlin geboren, studierte von 1975 bis 1980 Grafik und Malerei an der Hochschule für Bildende Kunst (HfBK) Dresden. Sie gehörte während des Studiums einer jungen Kunstszene an, die sich als Gegenbewegung zur offiziellen Kunstpolitik der DDR formierte. Die Künstler beschritten neue experimentelle Wege und erschlossen alternative Präsentationsmöglichkeiten in Ateliers oder Wohnungen. Anfang der 1980er-Jahre zeichnete, malte, dichtete Cornelia Schleime, entdeckte die Aktionskunst für sich und begann schließlich auch Filme zu machen. Ihr weit gefasster Kunstbegriff, die unkonventionellen Werke und Ausstellungen führten 1981 zum Ausstellungsverbot. Nach mehreren Ausreiseanträgen siedelte die Künstlerin 1984 von Ost- nach West-Berlin über. Nahezu ihr gesamtes, bis dahin geschaffenes Oeuvre blieb in der DDR zurück und ist heute verschollen. In West-Berlin entstand ab Mitte der 1980er-Jahre ein vielbeachtetes, facettenreiches Werk. Nach poetischen landschaftsähnlichen Arbeiten, mit denen sie ihre in der DDR zurückgelassenen Werke noch einmal nachvollzog, konzentriert sich Cornelia Schleime seit den 1990er-Jahren auf großformatige Porträts und Figurenbilder. Inspirationsquellen sind Hochglanzmagazine, Reproduktionen aller Art, aber auch private oder auf Flohmärkten gefundene Fotografien. Im intuitiven Akt des Zeichnens oder Malens eignet sie sich die Dargestellten an. Sie inszeniert sie in neuen Rollen, spitzt vorgefundene Inszenierungen sinnbildhaft zu oder übersteigert sie ins Fantastische und Ironische. Der Hannah-Höch-Preis wird seit 1996 von der Kulturverwaltung des Berliner Senats für ein herausragendes künstlerisches Lebenswerk verliehen. Er ist mit 60.000 Euro dotiert und umfasst neben dem Preisgeld eine Ausstellung und einen Katalog. Die Auswahl der Künstler erfolgt durch die Förderkommission Bildende Kunst der Kulturverwaltung des Berliner Senats, in der die Berlinische Galerie, die Stiftung Stadtmuseum, das Kupferstichkabinett, der Neue Berliner Kunstverein sowie die kw, Institute for Contemporary Art, vertreten sind.

Die fotografierte Ferne Fotografen auf Reisen (1880–2015)
19.05.–11.09.2017

Seit mehr als 100 Jahren ist das Reisen ein großes Thema der Fotografie. Mit der kolonialen Expansion und dem aufkommenden Tourismus im späten 19. Jahrhundert reisten Fotografen aus reiner Entdeckerlust durch die Welt, um aus der Ferne zu berichten. Erst seit den 1920er-Jahren und bis in die aktuelle Gegenwart ist das Reisen zudem Anlass für die künstlerische Auseinandersetzung mit den kulturellen, politischen, sozialen Zuständen anderer Länder. Die Bilder entstehen als spontane Reaktion auf Unbekanntes oder auch ausgehend von konzeptuellen Ideen. 180 Bilder von 16 berühmten wie weniger bekannten Fotografen stehen für die wesentlichen Epochen und Stilrichtungen der Fotografie seit der Moderne bis zur Gegenwart. Die verschiedenen Positionen vermitteln auf philosophische, medienkritische oder ästhetische Weise, wie sich der Blick auf das Unbekannte von der Kolonialzeit bis in die globalisierte Welt verändert hat. Künstler (Auswahl): Robert Petschow, Erich Salomon, Marianne Breslauer, Evelyn Richter, Thomas Höpker, Ulrich Wüst, Karl von Westerholt, Heidi Specker, Wolfgang Tillmans, Tobias Zielony und Sven Johne.

Jeanne Mammen
06.10.2017–15.01.2018

Als Chronistin des Berliner Lebens der 1920er-Jahre ist die Malerin und Zeichnerin Jeanne Mammen (1890-1976) auch über Berlin hinaus bekannt. Mit ihren Aquarellen und Zeichnungen hat sie einen unverwechselbaren Beitrag zur Großstadtkunst jener schillernden und von großen sozialen Gegensätzen geprägten Dekade geleistet. Doch Jeanne Mammen hat viel mehr hinterlassen: ein siebzig Jahre umfassendes malerisches und zeichnerisches Werk, dessen Brüche die politischen und künstlerischen Erschütterungen des 20. Jahrhunderts vor Augen führen. 1997 zeigte die Berlinische Galerie im Martin-Gropius Bau erstmalig eine größere Ausstellung der Künstlerin mit Schwerpunkt auf den 1920er-Jahren. Die Retrospektive konzentriert sich nun auf Jeanne Mammen als Malerin und bewertet ihr Gesamtwerk neu. Sie präsentiert Gemälde und Aquarelle der späten 1920er-Jahre, Hauptwerke der kubo-futuristischen Malerei während der NS-Zeit und legt ein besonderes Augenmerk auf die Jahre nach 1960. Zeichnungen, Illustrationen, Mode- und Bühnenentwürfe ergänzen das malerische Werk. Ziel ist die Vermittlung der dialektischen Verbindung von Lebens- und Werkentwicklung einer Künstlerin, die sich nicht auf bestimmte Stilepochen wie Expressionismus, Kubismus oder Neue Sachlichkeit festlegen lässt. Die Ausstellung zeigt erstmalig, dass die frühe Prägung durch die französische Kunst und Literatur des 19. Jahrhunderts bis in ihr Spätwerk durchschlägt. Gezeigt werden ca. 120 Arbeiten, überwiegend Gemälde, weiterhin Arbeiten auf Papier und einige Skulpturen. Hinzu kommt dokumentarisches Material wie Fotos, Zeitschriften und ein Film.

Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124-128
10969 Berlin
Tel.: (0 30) 78 90 26 00
bg@berlinischegalerie.de
Öffnungszeiten
Mo, MI-So 10–18 Uhr

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