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Ausstellungsorte in Berlin: Bauhausarchiv / Berlinische Galerie / Deutsches Historisches Museum / Martin Gropius Bau / DDR-Museum / Hamburger Bahnhof / Hamburger Bahnhof / Sammlung Scharf-Gerstenberg / Max-Liebermann-Villa / Medizinhistorisches Museum / Broehan-Museum / Kunsthaus Dahlem

Berlin
Bauhausarchiv

Die Sammlung
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Ausstellungen

Bauhaus: Die Sammlung

Die Präsentation der Sammlung legt den Schwerpunkt auf Bauhaus-Objekte, Architektur-Modelle sind ebenso zu sehen wie die „Bauhausleuchte“ oder bekannte Stahlrohrmöbel, die zu den Klassikern der Moderne gehören. Darüber hinaus werden einige der wichtigsten Werke von Josef Hartwig präsentiert, den Nachlass des Meisters in der Weimarer Steinbildhauerei hat das Bauhaus-Archiv Berlin vor einiger Zeit übernommen.

Die Bauhauswerkstätten sind im Wesentlichen Laboratorien, in denen vervielfältigungsreife, für die heutige Zeit typische Geräte sorgfältig im Modell entwickelt und dauernd verbessert werden“, so Walter Gropius. Die Beschränkung auf organische Gestaltung der Dinge und auf eine Typisierung, die sich in Grundformen widerspiegelt, sind weitere Charakteristika, die im Zusammenhang mit dem Bauhaus stehen, das 1919 in Weimar gegründet, dann 1925 nach Dessau übersiedelte, ehe Berlin bis zur Zwangsauflösung 1933 die letzte Station war. Migranten wie Mies van der Rohe setzten die Tradition des Bauhauses dann in den USA fort.

Auf die Materialien und die Farben kommt es an

Am Anfang der Präsentation stehen die Ideen und das Programm des im April 1919 aus der Taufe gehobenen Bauhauses. Der schwarze Tag des Bauhauses ist der 11.April 1933, als die Räume des Berliner Bauhauses durchsucht und 32 Studenten verhaftet wurden. Monate später erfolgte dann die Selbstauflösung der Institution Bauhaus, deren Ideen bis heute jedoch nicht der Vergangenheit angehören, sondern noch hochmodern sind.

Behandelt werden in der Schau Themen wie Vorkurs, Theater, Architektur, Fotografie, Weberei sowie Metallwerkstatt. Aufgemacht wird der Ausstellungsparcours mit dem Vorkurs, zu dem es auch gehörte sich mit Materialien unterschiedlicher Art auseinanderzusetzen. Der Umgang mit Materialien war ebenso ein wichtiges Glied in der Ausbildung der Bauhausstudenten, dargestellt anhand der von Vincent Weber gestalteten „Tasttafel“ mit Pflanzenteilen und Metall auf Sperrholz. Eine Assemblage aus Holz, Glas und Metall schuf Moses Mirkin, der einen Glaskolben von einem Sägeblatt umschlingen lässt und zudem einen Trichter quer auf das Montageholz platziert.

Ein Hingucker ist Takehiko Mizutanis „Messingskulptur“, eine aufgeschnittene und an der Schnittkante aufgerollte Messingscheibe. Auch dies ist eine Arbeit aus einem Vorkurs. Gleiches gilt für die Archiskulptur „Gleichgewichtsstudie“ von Hermann Haupt, der bei Moholy-Nagy im Vorkurs war. Figurativ-abstrakt ist die Bauplastik R, die Oskar Schlemmer 1919 schuf und bereits die Formen enthielt, die Schlemmer für sein Theater und auch die Bauhaustreppe verwendete. Es scheint, als seien menschliche Formen in Formen von Gliederpuppen gefroren.

Stahlrohr war der Werkstoff

Ehe wir uns anderen Segmenten der Bauhaushistorie zuwenden, kommen wir nicht umhin, die auf Ausstellungsinseln präsentierten Möbeldesigns des aus Ungarn stammenden Marcel Breuer anzuschauen. 1924 entwarf Breuer sein erstes Metallrohrmöbel, als er im Büro von Pierre Chareau in Paris arbeitete. 1935 dann wendete er sich dem Design von Sperrholzmöbeln zu. In der Zwischenzeit widmete sich Breuer den Entwürfen kompletter Einrichtungen, von denen die Besucher Teile zu Gesicht bekommen. Zu sehen sind nicht nur Hocker und Tische mit farbigen Tischplatten, sondern auch der 1926 entworfene Stahlrohrarmlehnstuhl mit Stoffstreifensitzfläche und -lehne. Einen weißen Teewagen mit vernickelten Stahlrohrelementen zeigt man ebenso wie an einer Schauwand zahlreiche Stahlrohrstühle. Leider kann man nicht ausprobieren, wie es sich in dem Stahlrohrsessel mit Segeltuchbespannung sitzt. Großfotos an den Wänden veranschaulichen, wie eine Ausstattung von der Hand Breuers ausgesehen hat. So erhalten wir als Besucher auch einen Einblick ins Esszimmer im Hause von Dr. Kurt Lewin.

Breuer ist nicht nur der „Afrikanische Stuhl“ zu verdanken, sondern auch der Schreibtisch aus der Praxis Vogler mit seiner Linoleumplatte und dem verchromten Gestell. Aus Buche und Sperrholz besteht der Breuer'sche Küchenstuhl, der in der Schau ebenso präsent ist wie der Lattenstuhl mit Wollbespannung.

Ausstellungen

Bauhaus in Bewegung
 01.03.-09.10.2017

Das Bauhaus-Archiv zeigt letztmalig im Bestandgebäude Höhepunkte der Sammlung Bauhaus. Den bevorstehenden Auszug nehmen wir zum Anlass, das Thema Bewegung in seinen vielfältigen Facetten als Leitfaden durch die Präsentation zu legen. In Arbeiten aus dem Vorkurs – beispielsweise Bewegungsstudien – aber auch aus allen Werkstätten – Architektur, Möbel, Keramik, Metall, Malerei und Grafik u.a. – spüren wir dem Thema nach. Fotografien bezeugen die notwendigen Bewegungen der Bauhäusler, die sie – bedingt nicht zuletzt durch die Umzüge des Bauhauses selbst von Weimar nach Dessau und Berlin – bis hin zum Exil auf sich nehmen mussten. Vertreten sind weltberühmte Bauhaus-Lehrer – Walter Gropius, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Schlemmer, László Moholy-Nagy – wie auch zahlreiche Schüler.

Jasper Morrison. Thingness
 22.03.-18.09.2017

Mit Jasper Morrison. Thingness zeigt das Bauhaus-Archiv Berlin die erste Retrospektive des englischen Designers und stellt sein umfassendes, in den vergangenen 35 Jahren entstandenes Werk vor. Morrisons Möbel, Kochutensilien, Geschirrserien, Leuchten, Uhren und andere Alltagsgegenstände sind von der intensiven Auseinandersetzung mit der Funktion und dem Gebrauch dieser Objekte geprägt. Nicht die Form als solche steht im Mittelpunkt, sondern die aus präziser Beobachtung entstandene Zweckmäßigkeit des Gegenstands. Morrisons genaues Augenmerk auf der Atmosphäre eines zeitgemäßen Wohnumfelds, auf historischen Bezügen, der Herstellung sowie dem Material lenkt den Blick auf zentrale Fragen der Gestaltung, wie sie schon das historische Bauhaus bewegten.

Licht! Fotografie am New Bauhaus Chicago 
11.10.2017-12.02.2018

Vor 80 Jahren gründete László Moholy-Nagy das New Bauhaus in Chicago und gab damit der US-amerikanischen Fotografie einen entscheidenden kreativen Impuls. Dieses Jubiläum nehmen wir zum Anlass, die außerhalb der USA einzigartigen Bestände zum New Bauhaus und dem daraus hervorgegangenen, bis heute bestehenden Institute of Design aus der Fotosammlung des Bauhaus-Archivs zu präsentieren. Fotografien, Filme, Publikationen und Dokumente aus der legendären Fotoschule mit Lehrern wie György Kepes, Harry Callahan, Aaron Siskind und Arthur Siegel lassen die experimentierfreudige Werkstatt-Atmosphäre wieder aufleben. Die Ausstellung ist ein Projekt in Vorbereitung auf das 100. Bauhaus-Jubiläum 2019 und wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Malerei, nicht nur kristallin

Design ist nur eine Seite des Bauhauses, das ja ganz reiche Facetten zu bieten hat. Eine dieser Facetten ist auch die Malerei, so von Lyonel Feininger und Oskar Schlemmer. Ersterer ist für seine kristallinen Bildkompositionen bekannt. Diese Art der Komposition findet sich auch in „Halle, am Trödel“. Schlemmer hingegen schuf die bekannte Bauhaustreppe, von der eine Werkszeichnung auf Transparentpapier im Bauhausarchiv aufbewahrt wird. Als Relief gestaltete Josef Schmidt einen weiblichen Torso aus Gips und Holz. Farbe und Form hingegen entdeckt man bei Josef Itten und glaubt, man sehe eine abstrakt gestaltete Großstadt mit seinen Leuchtreklamen, die die Straßen erhellen.

Das Töpfern pflegte man am Bauhaus nur peripher. Das schlug sich auch darin nieder, dass die Töpferei des Weimarer Bauhauses in Dornburg, außerhalb der Stadt, lag. Hier machten auch Gerhard Marcks, Otto Lindig und Theodor Bogler ihre ersten Gehversuche als Töpfer. Lindigs große Kanne mit zylindrischem Aufguss ist ebenso zu sehen wie Boglers Kombinationsteekanne aus Steinzeug.

Wir weben, wir weben

Otti Berger, auch eine gebürtige Ungarin, die 1944 im KZ Auschwitz von Nazischergen ermordet wurde, zählt neben Gunta Stölzl zu den wichtigsten Bauhausweberinnen. Berger trat 1926 ins Bauhaus ein. Auch sie entging der Linse ihrer am Bauhaus studierenden Landsgenossen nicht. Judit Kávász gelang eine Doppelbelichtung von Berger und dem Bauhaus. Otti Berger sieht man in Schwarz-Weiß-Aufnahmen auch als Spanierin und in einer folkloristischen Hochzeitstracht. Berger schuf unter anderem 1932 einen Wollteppich auf Hanfkettfäden. Auffällig ist im überwiegend hellbraunen und beigefarbenen Teppich die wellenförmige „Musterung“ mit Einstreuungen von Schwarz, Rot, Blau und Petrol. Die baumwollene Flügeldecke, die momentan zu sehen ist, ist gleichfalls eine Arbeit von Berger und besticht durch das Feuerrot und die diagonale Musterung mit Schwarz und Weiß.

Farbe darf es sein

Zum Abschluss präsentiert man noch die Architekturzeichnungen und -modelle nicht nur des Bauhauses – die Namen Gropius und Alfred Meyer stehen dafür -, sondern auch der Musterhäuser und des sogenannten Roten Würfels. Dabei wird die Seelenverwandtschaft zwischen De Stijl und Bauhaus sehr augenfällig, auch wenn ein Modell des Rietveld-Hauses in Utrecht nicht präsentiert wird. Dafür jedoch präsentiert man das Haus eines Künstlers von Theo van Doesberg und Cornelis van Eesteren. Beim Gang durch die „Architektursektion“ wird schnell deutlich, dass die Gleichung Bauhaus gleich Weiß falsch ist. Nicht nur die Meisterhäuser sind in Farbe getaucht, sondern auch Farkas Molnárs Entwurf für ein Familienhaus, graue und gelbliche Kuben mit versetztem, rot abgesetztem Treppenhaus. Molnár ist auch das Ausstellungshaus Am Horn, gemeinhin als Roter Würfel bezeichnet, zu verdanken. Neben dem nie realisierten Mies van der Rohe Glashochhaus am Bahnhof Friedrichstraße – das Modell gehört dem Bauhausarchiv – ist auch das Bauhaus-Gebäude in Dessau im Modell im Berliner Bauhausarchiv zu bestaunen. Hinzuweisen ist abschließend auch auf die von Walter Gropius und Fred Forbát entworfenen Serienhäuser. (c) fdp

Bauhausarchiv
Klingelhöferstraße 14
10785 Berlin
Tel.: (0 30) 2 54 00 20 Infoline: 25 40 02 78
bauhaus@bauhaus.de
http://www.bauhaus.de
Öffnungszeiten
Mi.–Mo. 10–17 Uhr. an Feiertagen, die auf einen Dienstag fallen, 10 - 17 Uhr, sonst geschlossen

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