
Karl-August Tapken, Ex-Kapitän, Kurhausbesitzer und Wirt in nun schon x-ter Generation in dem traditionsreichen Etablissement, war´s und ist´s Recht. Er hat sowieso eine Schwäche für Künstler, Kunst und alle, die ein wenig schräg sind. Da kam ihm vor ein paar Jahren der Maler, Bildhauer und ehemalige Buys-Schüler Anatol wie gerufen, als der in Dangast auftauchte und nach einem Atelier suchte. Mit Hilfe von Tapken war das neue Wirkungsfeld schnell gefunden – auf dessen Parkgrundstück am Alten Kurhaus, versteckt zwischen uralten Bäumen und längst verwilderten Ligusterhecken. Seither breitete Anatol sich in der Umgebung des Gasthauses sukzessive aus.
Bilderformatig und in konkurrenzloser Eintracht zu den Radziwill-Exponaten im ehemaligen Kursaal mit seiner hohen Decke, dem knarzenden Holzfußboden und den Sprossenfenstern aus Jugendstilzeiten; als Skulpturen im Park und am Strand, in überdimensionaler Penisform, an die sich die spaziergehenden Einheimischen ziemlich lange gewöhnen mußten, als "Kaiser Buthjada-Stuhl", halb im Watt, halb im Sand, oder als ausguckende "Venus von Dangast" an der äußersten Front des Anlegesteges.
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