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Die Ahnengalerie dänischer Könige


Blick vom eh. erzbischöflichen Palais
auf den backsteinernen Dom

Begeben wir uns nach Seeland, wo auch Kopenhagen liegt, so gelangen wir nach Roskilde, das vor allem Rockfans durch das legendäre jährliche Roskilde Festival ein Begriff ist. Geschichtsbewanderte dürften die Stadt im Zusammenhang mit dem Friedensschluss von Roskilde und der Abtretung der einst dänischen Besitzungen in Südschweden kennen. Auch mit dem am Roskilde Fjord gelegenen Wikingerschiffmuseum macht die Stadt vor den Toren Kopenhagens auf sich aufmerksam, die einst die königliche Residenz war. Weithin sichtbar ist der backsteinerne Dom der Stadt, den die Unesco zu den Schätzen der Menschheit zählt.


Himmelwärts streben die Türme des Doms

Dieser Dom besitzt eine fortwährende Baugeschichte, die im zwölften Jahrhundert begann. In den Gemäuern der ehrwürdigen, 85 Meter langen gotischen Kirche haben seit dem 15. Jahrhundert dänische Monarchen ihre letzte Ruhe gefunden. Auch der Gründer Dänemarks, Harald Blauzahn, wurde 986 im Dom bestattet. Die Kirchenfürsten von heute sahen sich beim Tode des Vaters der jetzigen Regentin Dänemarks, Frederik IX., 1972 vor ein Problem gestellt: Sämtliche Grabkapellen des Doms waren belegt. An einen weiteren Anbau einer Kapelle an das mächtige Kirchenschiff war nicht zu denken. Daher entschloss man sich am Fuß der Doppeltürme außerhalb der Kirche eine achteckige, dachlose Ruhestätte zu errichten.


Hier ruht der Vater der gegenwärtigen dänischen Regentin

Die erste, die im Dom ihre letzte Ruhe fand, war Margarete I., die der „Schwarze Tod“ an Bord ihres Schiffes in der Flensburger Förde dahinraffte. Doch freiwillig kam die Monarchin nicht nach Roskilde, hatte sie doch bestimmt, im Kloster von Sorø bestattet zu werden. Doch der damalige Bischof von Roskilde setzte sich über den Willen der Regentin hinweg und ließ die sterbliche Hülle nach Roskilde bringen. Seither ruht Margarete in einem aus Alabaster geschaffenen Grabmal. Die Nachfolger dieser Monarchin haben ihre „letzte Reise“ nach Roskilde „aus freien Stücken“ angetreten, ob nun Christian I., Frederik II., Frederik V. oder der 1985 verschiedene Frederik IX.


An die glorreiche Geschichte erinnert
auch das Wikingerschiffmuseum Roskilde

Der Rundgang durch den Sakralbau ist nicht nur eine Begegnung mit der Kunstgeschichte der letzten Jahrhunderte, sondern auch mit der Geschichte. So findet man auf den Seiten des Grabmals von Frederik II. Szenen aus dem Dithmarscher Feldzug und dem Nordischen Krieg (1563-70). Als Juwel der Renaissance gilt das Grabmal Christians III. und seiner Frau Dorothee, das der berühmte Antwerpener Bildhauer Cornelis Floris entworfen hatte. Der Bilderzyklus der Kapellenwände zeugt von der schwärmerischen Heiligenverehrung des Spätmittelalters. Skurril wirkt in dieser Kapelle die so genannte Königssäule mit ihren Kerbungen: Gekrönte Häupter ließen sich hier ihre Körpergröße messen, ob nun Peter der Große, Christian I. oder Chulalongkorn von Siam, der 1907 zu einem Staatsbesuch in Dänemark weilte.

Verlässt man diese Kapelle und betritt die von Frederik V., so erlebt man neoklassizistische Architektur, die dem dänischen Baumeister C. F. Hansen zu verdanken ist. Neben Frederik sind in der Kapelle noch weitere zehn gekrönte Häupter bestattet worden, darunter dessen Eltern. Im Chor stehen vier barock gestaltete Marmorsarkophage mit allerlei Todessymbolen. In ihnen ruhen Christian V., seine Gemahlin, deren Sohn Frederik IV. und Louise, seine Frau. Aber nicht nur gekrönte Häupter ruhen im Dom zu Roskilde, sondern auch der Admiral Just Juel, der während einer von ihm mit Erfolg geführten Seeschlacht vor Rügen von einer Kanonenkugel niedergestreckt wurde.

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