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Urlaub in Thy (Dänemark)

11 Tipps für Individualisten und Neugierige

 

 

Tipp Nr. 3: Die Kirche von Vestervig

Sie gilt als größte Dorfkirche Nordeuropas, die Kirche von Vestervig, die als Bestandteil eines Augustinerklosters im 11. Jh. errichtet wurde. Ihre Größe verweist auf ihre einstige Bedeutung: sie war im Mittelalter Sitz des nördlichsten Bistums Dänemarks.

 

Im Laufe der Jahrhunderte erlebte das 60 Meter lange Gotteshaus zahlreiche Umbauten, so wurde der 30 Meter hohe Turm erst im 15. Jh. errichtet, die übrigen Klosterbauten blieben nicht erhalten.

Das Innere des Kirchenraums ziert eine Altartafel aus dem 18. Jh., die einst im Dom von Viborg zu finden war. Eine Besonderheit ist der Taufstein, der aus weichem Speckstein gefertigt ist, und der wohl noch älter als die Kirche selbst ist. Das Taufbecken ist eine deutsche Arbeit aus dem 16. Jh. Von den alten Malereien an den Wänden sind nur noch spärliche Reste zu entdecken. Der Orgel mit ihren 52 Registern kann während der Gottesdienste und auch bei Konzerten gelauscht werden.

Der flache Grabstein beim Haupteingang der Kirche ist mit der Legende um eine tragische Liebesgeschichte verbunden. Die Liden Kirsten genannte Grabstelle erzählt von zwei Liebenden, die erst im Tod vereint wurden. Die Halbschwester des Königs Valdemar des Großen erwartete von ihrem Liebhaber, Prinz Buris Henriksen, ein Kind. Doch das passte nicht in die Machtspiele des Königs, und so ließ er seine Halbschwester töten, angeblich musste sie sich zu Tode tanzen. Dem Prinzen wurden die Augen ausgestochen, angekettet an die Klosterpforte kroch er 11 Jahre lang zum Grab seiner Geliebten, bis sie endlich im gemeinsamen Grab vereint wurden. Diese Geschichte um eine anrührende Liebe hat zum Brauch geführt, dass hier die frisch getrauten Paare ihren Brautstrauß ablegen.

 

Die Außenseite der Kirche schmücken zahlreiche interessante in Stein gemeißelte Bilder von Menschen und Tieren, die mit Kreuzsymbolen verzierte Platte über dem Haupteingang stammt aus der ehemaligen Gemeindekirche, die sich einst wenige hundert Meter entfernt befand und im Mittelalter abgerissen wurde.

Details der Kirche von Vestervig

Eine Besonderheit an der Außenfassade stellt die Sonnenuhr des Klosters dar, eine so genannte kanoniale Sonnenuhr , wie man sie nur noch selten findet. Mit ihr war keine genaue Zeitangabe möglich, der Schattenwurf ihres Stabes sollte lediglich an die tagsüber zu verrichtenden Gebete erinnern.

Gleich neben dem Gotteshaus verweist eine kleine Ausgrabungsstätte auf Häuser aus der Zeit zwischen 150 v. Chr. und 400 n. Chr.

Tipp: Ausflug zum Ganggrab Lundehoej


Ganggrab von LundehoejVor allem im Süden von Thy verweisen zahlreiche Grabhügel darauf, dass hier bereits in der Bronzezeit Menschen lebten. Auf eine noch ältere Siedlungsgeschichte verweist das Ganggrab Lundehoej mit seinem 5 Meter hohen Grabhügel. Es stammt aus dem 3. Jahrtausend v. Chr., also der jüngeren Steinzeit und barg neben Resten von Menschenknochen auch eine steinerne Streitaxt sowie Reste von Tongefäßen. Die zentrale Grabkammer mit ihren mächtigen Steinquadern kann betreten werden, an einem wenige hundert Meter entfernten Gehöft gibt es den Schlüssel sowie Kerzen und Streichhölzer (gegen Bezahlung).

 

 

 

 



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