DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Dänemark / Løgstør / HafenDas kleine Nibe mit seinen alten Häusern in den verwinkelten Gassen ist beschaulich. Der Jachthafen ist bei Skippern beliebt. Im Mittelalter war Nibe eine blühende Handelsstadt und Zentrum des Heringsfangs in Nordeuropa. In Reminiszenz an goldene Zeiten wird an jedem zweiten August-Wochenende ein Heringsmarkt veranstaltet. Als an der Westküste die Nordsee 1825 die schmale Landzunge Aggertange durchbrach und das Salzwasser eindrang, blieben nach einigen Jahren die Heringsschwärme im Limfjord aus. Mit den Ostsee-Heringen verschwanden auch die Böttcher, die Salzer, die Kiemenfrauen, die Handelsleute und alle anderen, die an der Fischerei verdienten. Seither ist der Limfjord eigentlich auch kein Fjord mehr, sondern ein Sund – eine 180 Kilometer lange Wasserstraße, die Nordjütland zwischen Nordsee und Kattegatt durchschneidet.

In Løgstør weitet sich das Wasser zu einem Binnenmeer. Gegenüber, am Nordufer des schmalen Aggersunds, wachte einst die Aggersborg über den Limfjord. Vor mehr als tausend Jahren war die Wikingerburg die größte Befestigungsanlage Skandinaviens, die 5000 Mann Platz bot. Ein Teil des Ringwalls wurde wieder aufgebaut. (Foto oben: kleiner Hafen in Løgstør)

Dänemark / Limfjord / Løgstør
Logstor ist ein hübscher Fischerort am Limfjord. Am Hafen beginnt der Frederik VII.-Kanal, der 1861 eingeweiht wurde, um die Schiffe um die tückischen Untiefen des Limfjord zu lenken. 1913 wurde der 4 km lange Kanal stillgelegt. In der ehemaligen Wohnung des Kanalwärters befindet sich jetzt das Limfjordmuseum, das an Fischfang und Schifffahrt auf dem Limfjord erinnert.

Bei „Warmtrinkern“ und „kalten Schluckern“

Zeit zum Einkehren. Zur Frokost am Mittag werden traditionell marinierte Heringe verzehrt. Dazu gehört unbedingt ein Aquavit. Jørgen Hansen bestellt den Schnaps eiskalt. Bei ihm zu Hause komme die Flasche immer aus dem Gefrierfach, sodass sich die Gläser beim Einschenken beschlagen und Eiskristalle an der Oberfläche schwimmen, sagt er. „Meiner Meinung nach trinken die meisten Dänen den Schnaps eiskalt.“ Einschränkend fügt er hinzu: „Mag sein, dass ein richtiger Schnaps-Feinschmecker ihn gut temperiert trinkt.“ Die Verwirrung ist komplett.

Der Trunk scheint die Nation in Warmtrinker und kalte Schlucker zu spalten. Die Kontroverse dauert offenbar an, in welchem Kältezustand der Kurze genossen werden sollte. Ob das Getränk aus dem Kühlschrank, gar aus der Gefriertruhe, kommen muss oder nicht. Der Wirt des Lokals gehört ebenfalls der Fraktion an, die den Aquavit kalt trinkt. Er meint: „Kräuterschnaps und Gammel Dansk werden warm serviert. Als die Leute noch keinen Kühlschrank hatten, musste zwangsläufig auch der klare Aquavit bei Zimmertemperatur getrunken werden.“ Aber er würde so manchen harten Wikinger kennen, der ihn auch heute noch lauwarm runterkippt. Das wiederum klingt nicht nach einem Gourmet, der sich das geistige Getränk auf der Zunge zergehen lässt.



Reiseinformationen zu diesem Reiseziel

Reiseveranstalter Dänemark

Reiseveranstalter Grönland




home | Länder A - Z | Reiseführer | Länderinfos | Kulinarische Reisen | Städtereisen Deutschland | Urlaub in Deutschland
Reiseführer Kopenhagen | Kurzreiseführer Jütland | Reiseführer Berlin | Reiseführer Bremen | Reiseführer Dresden

 

Twitter
RSS