
Schnaps ist Kult in Dänemark
Auf der „Snapseruten“ rund um den Limfjord
Text und Fotos: Elke Sturmhoebel
Aalborg mit der Aquavitfabrik und der Jomfru Ane Gade, der längsten zusammenhängenden Kneipenmeile Dänemarks, ist das Epizentrum der guten Laune. In der nordjütländischen Stadt startet die Schnapsroute. Für den einen mag das anstößig klingen, nach Sauftour und Alkaselzer. Für den anderen ist die Schnapsroute ein Anlass, darauf anzustoßen. Dabei hat der Däne die Qual der Wahl zwischen fünfzehn verschiedenen Sorten Aquavit, denn Schnaps ist nicht gleich Schnaps.

In
dem kleinen Laden von Skarregaard werden selbst
angesetzte Kräuterschnäpse
und Essenzen verkauft.
Da bemüht man sich zu Hause schon um Kultur, stellt den Kümmel in den Kühlschrank, um nach dem opulenten Essen einen kalten Schnaps auszuschenken – und das soll nun falsch gewesen sein? Danish Distillers, der einzige Schnapshersteller Dänemarks, muss es ja wissen. Nach der Führung durch die Spritfabrik wird der Aquavit lauwarm serviert. Das Aroma würde sich so besser entfalten, wird den erstaunten Besuchern erklärt. Nur Fusel hätte es nötig, eiskalt getrunken zu werden. Das klingt einleuchtend.
Dass Aquavit „fuselfri“ ist, stand bis vor zehn Jahren sogar noch auf den Etiketten. Das kleine Museum in den Kellergewölben der Fabrik zeigt eine ganze Batterie von alten Schnapsflaschen. Die Anfänge von Aalborg Aquavit liegen im Jahr 1846, als der Branntweinbrenner Isidor Henius, ein Zugereister aus dem westpreußischen Thorn, den Schnaps kreierte und die Produktion in Gang setzte. Zu jener Zeit gab es noch etwa hundert andere Brennereien in Aalborg.
Seite 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 (Infos) / zur Startseite