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Die Silkeborger Seenplatte: ein Werk der Eiszeit

Der ursprünglichste Teil liegt hinter uns. Schicke Ferienwohnungen am Ufer, Motorjachten und Ausflugsboote prägen nun das Bild der Silkeborger Seenplatte. Bei Westwinden sollen wir auf der windgeschützten Seite dicht am Ufer bleiben, empfahl uns Lars bei der Übergabe der Kanus. Bei Gegenwind können die 17 Kilometer zu einer harten Herausforderung werden, hatte er uns gewarnt.

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Wer nach vier Tagen die Kanutour in Ry beenden möchte, dem sei als abschließendes Erlebnis die Fahrt mit den beiden Ausflugsschiffen nach Silkeborg empfohlen: In nur 40 Minuten tuckert das Motorboot von Ry bis zur Anlegestelle Himmelbjerg. Eine Entfernung, für die man im Kanu einen halben Tag einplanen muss. Bis zur Weiterfahrt bleibt genügend Zeit für den kurzen, aber anstrengenden Spaziergang auf den Himmelbjerg, eine der höchsten Erhebungen in Dänemark. In 147 Metern Höhe bietet sich ein herrliches Panorama über die hügelige Seenlandschaft, die vor rund 10.000 Jahren von der Eiszeit geformt wurde. Der Turm wurde 1875 hier zu Ehren König Frederk VII. errichtet. Erreicht man in Ry das erste Boot, so wartet gegen Mittag der älteste Schaufelraddampfer Dänemarks für die Weiterfahrt (nur zur Hauptsaison möglich). Das Schmuckstück Hjejlen fährt noch wie zur Jungfernfahrt 1860 mit Dampf. Im engen Maschinenraum werden Kohlen in den Kessel geschaufelt und von Zeit zu Zeit müssen die offen liegenden Nockenwellen geölt werden. Mit lautem Pfeifen und einer schwarzen Rauchwolke stampft die alte Lady dann über die Seen bis Silkeborg. Ob mit dem Ausflugsschiff oder im eigenen Kanu, auf jeden Fall sollte man einen Stop im "AQUA Ferskvands Akvarium" einlegen. In der großartig gestalteten Anlage dreht sich alles um die Flüsse und Seen der Region. Hier kann man trockenen Fußes das Leben unter Wasser beobachten, kann sehen wie die Enten tauchen, welche Fische und Pflanzen sich unter der Wasseroberfläche befinden und im "Streichelbecken" die Fische auch berühren. Die größte Attraktion sind allerdings die Otter, die mehrmals am Tag gefüttert werden. Die Kinder würden am liebsten den ganzen Tag hier verbringen. Erst als wir ihnen offenbaren, daß wir uns noch eine Moorleiche aus der Eisenzeit anschauen wollen, können sie sich von der Tierwelt verabschieden. Der Tollundmann ruht im Silkeborg Museum wenige Schritte von der Endstation der Ausflugsboote entfernt. Etwa 2200 Jahre verbrachte er im Moor bei Tollund, wo Torfstecher ihn 1950 entdeckten. Jede Gesichtsfalte, die Bartstoppeln, die Haare, sogar die Kopfbedeckung sind bei dem 30-40 Jahre alten Mann erhalten.

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Das "Streichelbecken" des Aquariums

Nach einem erholsamen Tag in Silkeborg mit Eis essen und Museumsbesuchen freuen sich die Kids nun wieder auf die Weiterfahrt im Kanu, die gleich im Ort mit einer Schleuse beginnt. 23 Kilometer bis zur Kongsbro haben wir uns für diesen Tag vorgenommen – die längste Etappe während unserer ganzen Fahrt. Statt an Wäldern gleiten wir an mannshohem Schilf vorbei. Die Kuhweiden reichen bis dicht ans Wasser und nicht selten genehmigen sich die Rindviecher ein Fußbad darin. Immer wieder entdecken wir am linken Ufer den alten Treidelpfad, über den früher die Lastkähne flussaufwärts gezogen wurden. Erst nach dem Bau der Eisenbahn verlor dieser Transportweg an Bedeutung.

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