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Alle anderthalb Minuten ein Schuss

Eine schräge Ebene führt vom DokumentationsCenter in den unterirdischen Museumsbunker. Mit einer Grundfläche von 3.000 Quadratmetern gehört er zu den größten Bunkern, die die Wehrmacht in Dänemark gebaut hat. Die Geschützstellung mit 3,5 m dicken Wänden besteht aus drei Bereichen: der kreisrunden Kesselbettung, den zentralen Munitionsräumen sowie den Mannschafts- und Technikräumen, die den militärischen Kern nach außen in U-Form umschlossen. Zwar fehlt die Kanone, doch eine Vielzahl von Räumen wurde bereits restauriert und mit originalem Gerät wieder eingerichtet. Im Mannschaftsraum liegen graue Wolldecken auf den Metallbetten, die tagsüber gegen die Wand geklappt werden konnten.

Dänemark Hanstholm Lüftungsanlage

Im Lüftungsraum wirft ein Mädchen mit beiden Händen am Hebel die „Klimaanlage“ an. Nach einigen Umdrehungen verrät ein dumpfes Dröhnen und Rattern, das frische Luft von außen nach innen gepumpt wird. Im Sanitärtrakt sind noch die Pissoirs und alten Duschfliesen erhalten, an den Wänden weist verwitterte schwarze Schrift den Weg – und warnt im Technikraum, dass der Missbrauch der Anlage mit der Todesstrafe geahndet werden kann. Durch Gasschleusen geht es hinaus in die Kesselbettung, das Drehkreuz des Geschützraums „A“ (Anton) mit einem Radius von 30 Metern. Angeliefert wurde die Munition von der Heeresfeldbahn, die eine Diesellok zog.

Dänemark Hanstholm Unterkunft

Heute nimmt Lokführer Peter Bend Petersen die Besucher mit auf einen ein Kilometer langen, restaurierten Rundkurs. Mit lautem Geratter fährt die Schmalspurbahn in den ersten Bunker ein. Die Luft riecht nach Diesel, schützend legen die Besucher ihre Hände auf die Ohren. Dunkel ist es. Petersen stoppt. „An diesem Kran wurde die Munition abgeladen“. An Ketten befestigt, wurden die Granaten hinten an die Schotte gebracht. Standardgranaten mit einer Reichweite von 42 km wogen 800 kg, „leichte“ Granaten, die auf 55 km Entfernung zielgenau trafen, 495 kg. In der Kesselbettung angelangt, wurde die Munition per Lift in das Innere des 540 Tonnen schweren Geschützturms gebracht. Das Ganze geschah blitzschnell: Alle anderthalb Minuten konnte ein Schuss abgefeuert werden.



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