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An der „Sahnefront“

Das Museum erstreckt sich auf dem Westteil der einstigen Batterie Hanstholm II. Nach Kriegsende blieb sie für fünf bis sechs Jahre unbenutzt, ehe die Kanonen abmontiert wurden und der dänische Staat begann, Tannen zu pflanzen, um die Stadt Hanstholm vor dem rauen Wind der Westküste zu schützen. 1971 entdeckte der Film die Festung, die von der Bevölkerung zunehmend als Teilelager für eigene Bauprojekte genutzt wurde, und dreht hier Szenen des Kultfilms „Die Olsenbande fährt nach Jütland“. Seit 1979 ist Hanstholm II der Öffentlichkeit zugänglich.

Dänemark Hanstholm Torpedos

„Ich habe mich bislang nicht für Militärgeschichte und die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs interessiert“, erzählt Martina aus Sachsen, „doch hier wird alles so lebendig, dass es ich das Gefühl habe, all dies ist nicht vor mehr als 60 Jahren, sondern gerade erst gestern passiert“, sagt sie begeistert und setzt sich auf den Sockel der vor dem Eingang aufgestellten, deutschen 10,5 cm Luftabwehrrakete, schließt die Augen und genießt die warme Sonne. Vor der an der Ostfront erbeuteten russischen 12,2 cm Feldkanone, die anschließend in einer der Küstenbatterien der Nordsee genutzt wurde, hat eine Familie ihre Wolldecke ausgebreitet und picknickt.

Dänemark Hanstholm Museumsbunker

Auch im Innern des DokumentationsCenter sind Alltag und Kriegsgeschehen eng miteinander verwoben. Im Kinosaal laufen Originalausschnitte alter Wochenschauen und anderen Filme, die mit dem Geschen in Hanstholm in Verbindung stehen. Bis zu 4.000 Wehrmachtsoldaten lebten und arbeiteten hier; allein im Festungswerk 600 Männer. Trotz aller Entbehrungen waren die meisten von ihnen wohl froh, hier Dienst zu tun: Der Krieg spielte sich anderenorts ab. Die Batterie Hanstholm gab ihren ersten und letzten „ernst gemeinten“ Schuss im Mai 1941 ab – als Warnschuss auf einen dänischen Fischkutter. Nicht ohne Grund wurde der Bereich um Hanstholm daher gerne von Spöttern als „Sahnefront“ bezeichnet – so gut war die Versorgung. Anfangs. Doch auch hier machte sich im Verlauf des Krieges der Mangel an Ressourcen bemerkbar.

Eine Vitrine zeigt erbeutete Waffen, die vom Heer genutzt wurden, ein anderer Schaukasten eine Uniform, 1945 von einem 16-jährigen Soldaten in seiner Not selbst geschneidert. Durch große Panoramascheiben fällt das Licht auf Großexponate, die als Leihgaben anderer Museen jetzt in Hanstholm zu sehen sind: eine 2 cm Oerlikon Flak, eine 2 cm Vierligflak, ein Maschinengranatwerfer M 19, ein Flugzeugpropeller von einem B-17-Bomber, ein Wrackstück von einem Lockheed Hudson Bomber sowie mehrere Panzerabwehrkanonen (Pak) aus deutscher und russischer Produktion.



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