DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Abwechslungsreiche Tage auf der Insel Fünen

Die Sonne meint es heute gut mit uns und zeigt, daß man sich auch in Dänemark einen ordentlichen Sonnenbrand holen kann. In anbetracht des kaiserlichen Radelwetters lassen wir eine Schloßbesichtigung in Nyborg ausfallen und treten voller Elan in die Pedale - schließlich sind wir den ganzen Vormittag nur Boot gefahren. So halten wir beschwingt Kurs auf die Badestrände im Norden und genießen den kühlen Fahrtwind auf unserer Haut. Im beschaulichen Küstenstädtchen Kerteminde werden wir unser "Basislager" in einer der gut ausgestatteten Campinghütten einrichten, um dann gemütlich ohne Gepäck die Gegend zu erkunden. Bei einem abendlichen Bummel durch den Ort entdecken wir alte Prachtfassaden, die von einer blühenden Vergangenheit erzählen. Bei einem øl (sprich Öl = Bier), das an so einem heißen Tag die Kehle schmiert wie Öl, lesen wir in der Touristenbroschüre, daß Kerteminde im 16. Jh. drittgrößte Stadt der Insel war. Von hier wurde Getreide nach England und Norwegen geschifft, bis der Schwedenkrieg 1660 den Aufschwung schlagartig beendete.

Bilderbuchkulisse auf der Landzunge Hinstholm

Von Sonne am nächsten Morgen geweckt, schwingen wir uns gleich nach dem Frühstück wieder auf die Fahrradsättel, um in einer großen Runde die gerade mal 25 Kilometer lange Halbinsel Hindsholm zu erkunden. Sanft wellige Landschaft bis zum blauen Horizont, fast jede Biegung sorgt auf den abgelegenen Straßen für neue Überraschungen: einmal ist es ein Bauernhof mit verziertem Rieddach, mal ein Grabhügel im gelb leuchtenden Rapsfeld. Der kleine Ort Viby, sechs Kilometer nach Kerteminde, gleicht einem Musterdorf dänischer Gemütlichkeit. Schnuckelige Fachwerkhäuser und die Windmühle am Dorfrand versetzen uns für Augenblicke in eine Bilderbuchkulisse aus dem letzten Jahrhundert. Die grünen Hügel des Nordzipfels fallen schließlich steil in der gut 25 Meter hohen Klippe Fyns-Hoved zum Meer hin ab. Wir jonglieren unsere Bikes über ausgewaschene Feldwege bis weit an den Strand. Was für mich auf dem Rennrad zur Tortur wird, meistert Christiane auf ihrem Mountainbike problemlos. Unter einer ausladenden Pinie taucht dann schließlich ein schattiges Picknickplätzchen mit Meerblick auf. In der Lagune tummeln sich hunderte von Seevögeln - jetzt hätte ich gerne das Fernglas, das aus Gründen der Gewichtsersparnis zuhause im Schrank liegt. Mit bloßem Auge lassen sich dafür die großen Frachter beobachten, die behäbig durch die wichtigste Schiffahrtsroute der Ostsee tuckern. Auf unserm Rückweg machen wir einen Stop in der Steinzeit: wenige hundert Meter abseits der Straße wurde bei Martofte das größte Hünengrab der Insel entdeckt. Mit unserer Fahrradleuchte ausgerüstet, kriechen geht es durch den 7 Meter langen Zugang tief in den Grabhügel hinein. Zusammen mit zwei anderen Radlern, die sich ebenfalls hier umschauen, beginnt das Rätselraten darüber, wie die tonnenschweren Decksteine vor 3000 Jahren wohl so präzise zusammengefügt wurden.

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Erwin und Claudia sind mit dem Tandem in Dänemark unterwegs. Sie haben schon Seeland durchstreift und erzählen begeistert von der fahrradfreundlichen Hauptstadt Kopenhagen. Nach kurzer gemeinsamer Fahrt müssen wir feststellen, daß die Beiden mit vereinten Kräften unschlagbar schneller sind und lassen sie davonziehen.



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