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Bis zu 880 Meter hohe Berge überziehen alle Inseln. Stockwerksartig türmen sich schwarze Felsbänder aus Basalt aufeinander, unterbrochen von Schichten rötlichen Tuffs. Das Wasser hat tiefe Furchen in die Hänge gegraben. Kleine Gatter und Tritte schaffen Verbindungen zwischen den eingezäunten Feldern und Heuwiesen der Indmark. In der Utmark, dem Gemeindeland, gibt es keine Grenzen. Wo Fußwege fehlen, wird querfeldein gewandert. In der Nähe eines Bachs liegt ein Kartoffelfeld. Knapp fünf mal fünf Meter groß, reicht es gerade aus, um eine Familie zu versorgen. Geschützt hinter Steinmauern wächst Rhabarber. Das saure Obst ist neben Gerste so ziemlich das einzige, was in dem feucht-kühlen Seeklima gedeiht. Bäume sind eine botanische Seltenheit.

Kein Punkt auf den Inseln ist mehr als fünf Kilometer vom Meer entfernt. Fjorde und tiefe Schluchten ziehen sich weit ins Land. Die inseltypischen Spalten gaben einem idyllischen Ort auf Esturoy seinen Namen: Gjógv – Kluft. Über Schienen und eine Seilwinde werden die Schiffe im Herbst aus der Hafenschlucht zu den Bootsschuppen hinauf gezogen. Zu Fuß ermöglicht eine breite Hafentreppe den Abstieg in den wohl schönsten Naturhafen der Färöer. Alle Dörfer, „bygd“ genannt, liegen an der Küste. Winzig und kunterbunt, sind fast überall noch die alten Holzhäuser erhalten – schwarz geteert, mit Grasdach gedeckt, trutzen sie seit Jahrhunderten Wind und Wetter.

Der Dom blieb unvollendet

Vom Leben im alten Färöer erzählt das Heimatmuseum Blásastova im Dorfzentrum von Gøta, komplett erhalten mit Fischerhütten, Bauernkaten und Holzkirche. Weiße Sprossenfenster gliedern die schwarz geteerte Fassade, auf dem Dach wächst Gras.

Dänemark Färöer Inseln Kate
Liebevoll wird die alte Kate von ihren Besitzern gepflegt

Nur noch zehn dieser Holzkirchen, allesamt zwischen 1830 und 1850 erbaut, gibt es auf den Inseln. Die älteste Kirche des Landes steht in Kirkjubøur. Strahlend weiß erhebt sich die Olavskirke seit dem Hochmittelalter direkt an der Küste. Dunkel und düster daneben: die Ruine der Magnus-Kathedrale. Der unvollendete Dom ist ein gescheitertes Projekt von Bischof Erlendur. Das Kirchenoberhaupt, das maßgeblich am Schafsbrief, der Landesverfassung und ältestem Schriftstück der Inseln beteiligt war, hatte die Finanzkraft seiner Schäfchen schlichtweg zu hoch eingeschätzt. Sein Bischofshof ist bis heute in Betrieb: als Bauernhof und Museum.



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