Treffpunkt für Wikinger
Ein Bummel durchs dänische Århus
Text und Fotos: Hilke Maunder
Im 16. und 17. Jahrhundert war sie größer als
Kopenhagen. Zweitgrößte Stadt Dänemarks mit 293.000 Einwohner,
größter Containerhafen des Königreiches, Unistadt, Industriestandort,
Kulturzentrum mit internationalem Niveau und beliebter Seehafen am Kattegat: Århus
ist eine quirlige Stadt mit vielen Facetten und nennt sich stolz „verdens
mindste storby - kleinste Großstadt der Welt“.
Mit dem Århuspass, der einen Tag, zwei Tage oder eine ganze Woche die freie Fahrt im Nahverkehr mit kostenlosem Eintritt bei zahlreichen Sehenswürdigkeiten verbindet, lässt sich die heimliche Hauptstadt Jütlands kinderleicht und kostengünstig entdecken. Zum ersten Überblick geht es sechzig Meter hoch hinauf: Vom Rathausturm schweift der Blick über die Dächer der Stadt hin zu den Wälder im Norden und Süden, den fischreichen Seen im Westen und den Badestränden der Århusbucht im Osten.

Mal heimelig im Café, mal kühl modern auf dem Boulevard
Das Rådhus selbst, 1938-42 von Arne Jacobsen und Erik Møller in Stahlbeton erbaut und mit norwegischem Marmor verkleidet, wurde von den Stadtvätern zunächst abschätzig als „salonkommunistischer Pappkarton“ bezeichnet - erst 1994 stellten sie den kantig-grauen Bau als Musterbeispiel für dänischen Funktionalismus unter Denkmalschutz. Dominierendes Wahrzeichen der Innenstadt ist jedoch die gewaltige Domkirche Sanct-Clemens, mit 94 Metern Dänemarks längster Sakralbau. Imposant ist auch das Innere des gotischen Gotteshauses. Dicht an dicht schmücken Kalkmalereien in Rostrot und Grün die weißen Wände und Pfeiler; Gold leuchtet der Flügelaltar des Lübecker Meisters Bernt Notke.
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