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Senkrecht den Steilhang hinauf

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Bei der »Vorderen Dalsenalm« stehen wieder die vertrauten Hinweisschilder. Hier stößt der Fahrweg von Schleching hinzu, eine Alternative für diejenigen, die den Geigelstein als Tagestour besteigen möchten. Vor uns erheben sich die Aschentaler Wände. 700 Meter geht es fast senkrecht hoch, teilweise bewaldet. "Ob wir das mit den Schneeschuhen schaffen", höre ich die skeptischen Worte von Christiane. Ich mache auf Optimist, bin mir innerlich aber auch etwas unsicher. Wir wollen kein Risiko eingehen und beschließen bis zur »Hinteren Dasenalm« weiter zu stapfen und uns oberhalb die Lichtung anzuschauen, die auf der Karte eingezeichnet ist. Dort sind alte Spuren von Tourenfahrern zu sehen, die im Zickzack den Hang hinauf führen. Wir versuchen es senkrecht in sicherer Nähe des Waldrandes. Bei der Hangneigung kann schnell eine Lawine ausgelöst werden. Hier findet uns dann keiner. Wir sind immer wieder erstaunt, wie steil man mit den neuen Errungenschaften den Berg hinauf gehen kann. Achtsam, doch energisch jeden Schritt in den Schnee rammen und hoch, wie auf einer Himmelsleiter. Manchmal ragt zwischen den Baumreihen die Felsenkrone des Weitlahnerkopfes auf, den wir erreichen wollen. Die Sommeralm im Tal schrumpft zusehends. Zum Schluß wird es noch einmal kritisch, als hohe Schneewächten uns den direkten Weg versperren. Auch seitlich herum darf uns kein Fehltritt passieren. Nach gut 6 Stunden stehen wir wieder auf 1600 Meter, etwas höher als zu Beginn, blicken den Weg zurück bis zu den schroffen Zacken der Kampenwand und spüren ein Glücksgefühl in uns emporsteigen. Doch noch sind wir nicht am Ziel und es ist schon nachmittag.

Kurz vor Dunkelheit doch noch verlaufen

Zum Glück geht es nur noch leicht bergan. Über den Höhenrücken der Aschentaler Wände schreiten wir genüßlich dahin, genießen die Aussicht in die Berge, den markanten Geigelstein zu unserer Linken. Wie im Trott geht es an der Roß Alm vorbei, der Sonne entgegen. Erst der plötzlich auftauchende Abgrund reißt uns wieder aus dem Wanderrhythmus heraus. "Wo sind wir denn jetzt gelandet?" brumme ich vor mich hin und ziehe die Wanderkarte aus der Hosentasche. "Irgendwie habe ich das vom Sommer anders in Erinnerung!". Und richtig, auf der Hochfläche hätten wir bei der Alm nach Süden abbiegen sollen. "Wir müssen wieder etwas zurück, Christiane", versuche ich vorsichtig meine Unachtsamkeit zu vermitteln. Jetzt, wo die Beine müde sind, kann jeder Umweg die Stimmung schnell vermiesen. Wir stopfen uns bei der Gelegenheit die letzten Trockenfrüchte in den Mund und genehmigen uns noch einen Schluck aus der Thermoskanne. "Ich hätte nie gedacht, daß die Landschaft im Winter so märchenhaft ausschaut", schwärmt Christiane zu meiner Überraschung. "Noch nie vorher hatte ich die Möglichkeit, im Winter zu Fuß so weit hoch in die Bergregion zu kommen!" Die Abendsonne hat inzwischen einen rötlichen Schimmer über das Schneegemälde gelegt und unsere Schatten legen sich weit darüber. Nach einer halben Stunde endlich taucht die Hütte am Ende des Hochtals auf. Wir spüren nun unsere Erschöpfung und stellen uns beim Abstieg die köstlichsten Gerichte zum Abendessen vor...

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