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Durch den Schnee bis an unsere Grenzen

 

Für diese lange Tour müssen wir mit der ersten Bahn zur Kampenwand hinauf, dem Ausgangspunkt unserer Überquerung. Das Schloß von Aschau wird aus dem Fenster der Gondel immer kleiner. Kurz nach neun stehen wir an der Bergstation, von wo wir den Geigelstein bereits sehen, zu dessen Füßen die Priener Hütte liegt. Dort wollen wir gerne heute Abend sein. Zu unserer Überraschung sind die Hinweisschilder, die den Wanderweg im Sommer markieren, abmontiert, wir müssen also unseren gesamten Weg mit Karte und Kompaß finden...

Kampenwand.jpg (14598 Byte)Wir hängen die Lawinen-Pipser um und machen noch einen sorgfältigen Test der beiden Geräte. Für den Notfall geben unsere Schneeschuhe gute Schaufeln ab. Wir orientieren uns für den Einstieg an der Felswand, lassen die Materialseilbahn links liegen und schreiten voller Vorfreude durch den lichten Laubwald. Hier ist wirklich niemand unterwegs, außer zwei Rehen, die ihre Spuren im Schnee hinterlassen haben. »Jungfräulicher« Schnee sozusagen, und eine Ruhe, die Balsam für die Seele ist. Nach einer Weile dann die erste Markierung, ein Farbring am Baum, der in Kniehöhe über der dicken Schneedecke auftaucht.

Es macht enorm viel Spaß, rutschend, springend und laufend durch den Wald hinunter zu brechen. Wie einfach das doch geht, angenehmer noch als im Sommer und ich bin froh, bei so vielen Hindernissen keine Tourenski unter den Füßen zu haben. Schnell haben wir 500 Höhenmeter abgespult, ohne große Mühen. Bei der gefaßten Quelle ein Forstweg und eine Alm. Zusammen mit der Höhenangabe meines Avocet am Handgelenk reichen die Anhaltspunkte aus, um uns in der Karte wieder zu orientieren. Richtung Südwesten geht’s demnach weiter, bis die Talsole erreicht ist.

Verantwortung für die Natur mit im Gepäck

Oft haben wir uns in den letzten Tagen über die Folgen unterhalten, die das Wandern mit Schneeschuhen in abgelegenen Gebieten mit sich bringen kann. Waren es anfangs »nur« die Tourenfahrer mit Ihren Ski, die in bestimmte Bereiche der verschneiten Berge vordrangen, so scheinen mit den Schneeschuhen nun kaum noch Grenzen gesetzt zu sein. Was der neue Sport für die Tiere in ihren Winterquartieren bedeutet, läßt sich schwer voraussehen. Auch die Bergwacht wird voraussichtlich mehr gefordert sein. Es bleibt zu hoffen, daß die Menschen, die sich abseits der Wege bewegen, auch das erforderliche Verantwortungsgefühl im Umgang mit der Natur mitbringen, lautet Christianes Resümee.

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