DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Die Märzsonne brennt so intensiv,
dass wir zeitweise im T-Shirt aufsteigen

Nur ganz hoch bis zum Gipfel geht es damit beim besten Willen nicht. Im unteren Bereich über die Latschen läuft es sich noch ganz gut, doch spätestens als die grauen Felsen aus der weißen Schneeschicht herausschauen, müssen wir abschnallen. Schnell sind die Schneeschuhe am Rucksack montiert und wir steigen die letzten Meter zum Gipfelkreuz zu Fuß empor.

Wendelstein2.jpg (22113 Byte)

"Endlich kann ich auch mal im Winter in die Berge" jubelt Christiane bei dem großartigen Panorama, das von Rosenheim im Norden bis zum Großglockner im Süden reicht. "Mit Skiern konnte ich mich noch nie anfreunden", erzählt sie mir während das Schokoladenpapier knistert. "Da habe ich jedes mal Angst, wenn es zu schnell wird. Bei meinen Versuchen auf dem Snowboard ging es mir nicht besser. Jetzt habe ich endlich was gefunden, wo ich mich richtig wohl fühle" gibt sie mir zu verstehen und deutet auf unser Ziel hin, den Wendelstein. Mit seiner Wetterstation gehört er zu den markantesten Bergen des Chiemgau. Über den breiten Grat geht es gemütlich dahin. Wir genießen die Mittagssonne und lassen uns von den Skifahrern der nahen Piste nicht stören. Direkt unterhalb der Kesselwand erinnert ein Schild daran, daß hier statt Schnee auch Steine die Felsen herunter sausen können. Dort wo die Zahnradbahn aus dem Tunnel heraus kommt, treffen wir auf die schwarze Buckelpiste, die bei der Bergstation beginnt. Der ausgesetzte Weg im Norden um den Wendelstein herum ist tief verschneit und selbst mit Schneeschuhen zu gefährlich. Dort wo die Brettlfans mehr oder weniger gekonnt hinunter wedeln, steigen wir geradewegs hinauf. In der festgefahrenen Schneedecke greifen die Krallen besonders gut. Meine anfängliche Gewohnheit wie mit Tourenski in Serpentinen die Höhe zu erklimmen, erweist sich mit den Plastiksohlen als fataler Fehler. Sie haben seitlich überhaupt keinen Halt und bei jedem Schritt rutsche ich weg. Also vertrauensvoll wieder geradlinig den Steilhang hinauf. Das wir von den Skifahrern mit großen Augen angestarrt werden, bleibt nicht aus. Auch die Besucher oben bei der Kapelle kommen sofort herbei und schauen uns äußerst skeptisch an. "Was sind das denn für Dinger?" "Ist das anstrengend zu laufen?" "Wo kann man das lernen?" "Wieviel kosten solche Schneeschuhe?"...fragen sie uns Löcher in den Bauch.

Zum Abschluß ein kühles Weissbier

Verschwitzt genießen wir auf der Panoramaterrasse das verdiente Weißbier und freuen uns daran, zu Fuß den höchsten der Chiemgauer erreicht zu haben. Mein Banknachbar erzählt von dem Lawinenunglück vor wenigen Stunden und deutet auf den Hang auf der Gegenseite. "Fünf Menschen sind vorhin dort verschüttet worden. Ob man sie alle bergen konnte weiß ich nicht". Uns schießen die Gefahren der Winterwanderungen wieder durch den Kopf und die Warnung des Verkäufers. Gut, dass wir uns zuvor über die Lawinengefahr informiert haben und im Wald aufgestiegen sind!

"Wie fühlst Du Dich?" frage ich Christiane. "Sollen wir morgen schon wieder los?" "Das mit der Lawinengefahr gibt mir schon zu denken, doch ich bin jetzt erst so richtig auf den Geschmack gekommen", erwidert sie sichtlich erfreut. Mir schoß gerade eine Tour durch den Kopf, die ich vom Sommer her kenne. Die Überschreitung von der Kampenwand zur Priener Hütte, die allerdings mindestens neun Stunden dauert, führt durch ein waldiges Tal und ist mit Tourenski deshalb keine große Freude. "Hättest Du auch Bock auf eine recht lange Tour, wo wir bestimmt keiner Menschenseele begegnen werden und abends in einer Berghütte übernachten?" hake ich vorsichtig nach. Und ich habe Glück, Christiane springt sofort darauf an.

Seite 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / 8 (Infos) / zur Startseite



Reiseinformationen zu diesem Reiseziel

Reiseveranstalter Deutschland




home | Länder A - Z | Reiseführer | Länderinfos | Kulinarische Reisen | Städtereisen Deutschland | Urlaub in Deutschland
Reiseführer Berlin | Reiseführer Bonn | Reiseführer Bremen | Reiseführer Dresden | Reiseführer Münster

 

Twitter
RSS