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Reiseführer Chalkidiki

Tour 4: Zu den Meteora-Klöstern

Örtliche Reiseveranstalter bieten ganztägige Busausflüge zu den Meteora-Klöstern im Nordwesten Griechenlands an. Da große Entfernungen zurückgelegt werden müssen, muss man eine sehr lange und anstrengende Busreise in Kauf nehmen. Alternativ ist die Anreise mit dem Mietwagen und eine Übernachtung im Kalambaka möglich. Die Anstrengung wird belohnt, denn die "im Himmel schwebenden Klöster" zählen zweifellos zu den touristischen Höhepunkten Griechenlands.

Von der UNESCO zum Welterbe erklärt, lohnen die Meteora-Klöster eigentlich einen längeren Aufenthalt. Unvermutet tauchen sie aus der Ebene auf, die Felsentürme von Meteora. Die teils grauen, teils in verschiedenen Rotschattierungen in der Sonne schimmernden Felsen wirken, als hätte sie ein moderner Landschaftsmaler fatasievoll geschaffen. Einige ragen wie spitze Nadeln gen Himmel, andere erinnern an steinerne Finger oder antike Turmbauten und Pyramiden.

Die Meteora-Felsen stellen ein besonderes Naturwunder dar. Im Laufe von Jahrmillionen wuschen in die Ebene hinabstürzende Wasssermassen das Gestein aus, nur der harte Fels blieb erhalten; und so ragen heute Felsnadeln und Kuppeln über 300 m hoch aus der Ebene.

Bereits im 9. Jh. sollen sich die ersten Eremiten auf diese unzugänglichen Felsen zurückgezogen haben. Nach und nach wurden Klöster errichtet, im 16. Jh. waren es bereits 24. Diese symbolisch dem Himmel nahe Klöster thronen wie Vogelnester über der Ebene und waren damals nur über Leitern und sehr primitive Auszüge zu erreichen. Das gewährte den Mönchen nicht nur kontemplative Einsamkeit, sondern auch Schutz vor Räuberbanden und durchziehenden Soldaten. Die Bedeutung der Meteora-Klöster als religiöses und geistiges Zentrum erreichte in dieser Zeiit die der Athos-Klöster. Doch ab dem 16. Jh. wurden zunehmend Klöster aufgegeben, heute sind nur noch sechs von ihnen bewohnt, die teils von Mönchen, teils von Nonnen bewirtschaftet werden. Es besteht auch nur noch die Möglichkeit, diese sechs Klöster zu besichtigen.

Das Kloster Agia Triada wurde im 15. Jh. gegründet und ist auch heute noch nur in einem anstrengenden Fußmarsch zu erreichen. Es erhebt sich markant auf einem 565 m hohen Felsen, sogar in einen James-Bond-Film fand diese bemerkenswerte Kulisse Aufnahme. Vor 1925 war dieses Kloster nur mit Strickleitern oder über Seilwinden zu erreichen. Die Hauptkirche birgt interessante Ikonen sowie Fresken aus dem Jahr 1741.

Das Kloster Agios Nikolaos Anapafsas aus dem 14. Jh. dagegen ist Ziel zahlreicher Besucher. Sehenswert sind die Fresken des kretischen Malers Theophanes in der Hauptkirche aus dem 16. Jh.

Auch das Nonnenkloster Agios Stefanos ist bequem zu erreichen. Es wurde wohl um 1400 gegründet, allerdings geht man von einer schon viel älteren Besiedlung des Felsens aus. Möglicherweise gab es hier schon im 12. Jh. eine Einsiedelei. In der Klosterkirche sind die Malereien und Ikonen einen Besuch wert sowie der Bischofsthron und die Pulte für die Gesangbücher.

Das Kloster Megalo Meteoron, gegründet um 1350, ist das größte und älteste der noch bewohnten Klöster. 60 000 qm umfasst der gesamte Komplex in über 600 m Höhe, mehr als 100 Mönche fanden hier einst Platz. Auch dieses Kloster konnte lange nur über eine Strickleiter bzw. eine Seilwinde erreicht werden - heute ermöglicht eine Treppe den Besuchern einen bequemeren Zugang. Neben einem kleinen Museum sind insbesondere die Fresken in der Hauptkirche sehenswert, die vor allem die Qualen von Märtyrern dokumentieren.

Das Kloster Roussanou aus dem 16. Jh. - andere Quellen sprechen sogar vom 13. oder 14. Jh. - mit seinen ebenfalls beachtenswerten Wandmalereien aus dem 16. Jh. wird heute noch von Nonnen bewohnt.

Die Kirchen des Klosters Varlaam, das Mitte des 14. Jh. als Einsiedelei gegründet worden war, besitzen bemerkenswerte Fresken aus der Mitte des 16. Jh. 195 in den Fels gehauene Stufen müssen überwunden werden, bis man die Klosteranlage erreicht. Noch heute werden die Lebensmittel mit einer Seilwinde hochgezogen - früher war die Winde die einzige Möglichkeit für Mönche und Besucher gleichermaßen, ins Kloster zu gelangen.


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